ÖtillÖ SwimRun World Championship 2017

Streckenrekord trotz Widrigkeiten

Seit 2006 wird der ÖtillÖ SwimRun vom Start auf Sandhamn über 75 Kilometer bis nach Utö ausgetragen - eine würdige Strecke für eine Weltmeisterschaft, besonders am 4. September 2017.

ÖtillÖ SwimRun World Championship 2017 - Die Bilder
ÖtillÖ SwimRun WM 2017

Ein Natur-Erlebnis der besonderen Art ist die 75 Kilometer lange Strecke des ÖtillÖ SwimRun.

Bild: Jakob Edholm

Die junge Sportart SwimRun hat ihre Ursprünge im Jahr 2003. Aus einer Kneipen-Wette von vier Männern entstand so 2006 das erste offizielle Rennen durch das Archipelago Stockholms: 75 Kilometer Laufen und Schwimmen von Sandhamn im Norden bis nach Utö im Süden. Die Strecke blieb über all die Jahre hinweg gleich, die Beliebtheit nahm rasant zu. Erst seit wenigen Jahren existiert die Bezeichnung „SwimRun“. Doch schon jetzt findet dieses Format würdige Welt-Titelkämpfe vor den Toren Stockholms. Beim zwölften ÖtillÖ verteidigte Daniel Hansson gemeinsam mit seinem neuen Partner Jasper Svensson seinen WM-Titel und knackte dabei sogar den Streckenrekord.

Die spektakulärsten und schönsten Impressionen von der ÖtillÖ SwimRun World Championship, festgehalten von Jakob Edholm und Pierre Mangez, finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Die Verantwortlichen waren sich beim Race-Briefing am Vorabend einig: So herausfordernd waren die Bedingungen beim ÖtillÖ SwimRun selten oder noch nie. Windgeschwindigkeiten von rund 50 Kilometern pro Stunde und ununterbrochener Regen brachten alle Teilnehmer an ihre Grenzen – manche darüber hinaus. 148 Zweier-Teams waren am Montagmorgen des 4. September nach einer kurzen Nacht auf der knapp vier Kilometer langen Insel Sandhamn gestartet. Durch Organisation weiterer 60 Betten konnten erstmals mehr als 120 Teams antreten. Neben einer Qualifikation über die anderen fünf Rennen, die europaweit stattfinden, wurden die zusätzlichen 30 Startplätze verlost.

65 Kilometer Trailrunning und 10 Kilometer Schwimmen in der Baltischen See

Die Strecke führte die 148 gestarteten Teams von Sandhamn über Runmarö, Nämdö und Ornö bis nach Utö, um nur die größten Inseln zu nennen. Insgesamt 26 Inseln wurden belaufen, 50 Wechsel zwischen Wasser und Land wollten gemeistert werden. Die ohnehin meist felsigen Ein- und Ausstiege wurden durch den Regen noch rutschiger und der Wellengang erleichterte schnelle Wechsel ebenso wenig. Die längste Schwimm-Passage der insgesamt rund zehn Schwimm-Kilometer betrug 1,7 Kilometer. Die schwierigste führte jedoch über 1,4 Kilometer. Offenes Meer und hohe Wellen verdienten sich den Titel „Pig Swim“, was aus der direkten Übersetzung von der schwedischen Bezeichnung für eine besonders unangenehme, harte Situation stammt.

Das Team Swedish Armed Forces mit Jasper Svensson (links) und Daniel Hansson siegten 2017 in Streckenrekord-Zeit.

Bild: Patrick Brucker / RW

Warm bleiben als größte Herausforderung beim ÖtillÖ SwimRun 2017

Die Temperaturen von gut zehn Grad morgens beim Start und bis zu 16 Grad im Laufe des Tages waren nicht das Problem. Auch das Wasser im Archipelago war mit bis zu 15 Grad vergleichsweise warm. Doch durch den starken Wind und vielen Regen wurden viele Teams auf den teilweise kurzen und oftmals sehr technischen und dadurch langsamen Läufen nicht warm. So mussten etwa die beiden aus Hongkong stammenden und in London lebenden Zwillinge Natalie und Valerie Wong (TwinnyDip) den Bedingungen ebenso Tribut zollen wie die beiden gestanden Heilbronner Markus Rössel und Fabian Eberhard (The German Sparkle Party), die nach rund fünf Stunden unterkühlt aussteigen mussten. Insgesamt fünf Cut-off-Zeiten, an denen jedoch nur sechs Teams scheiterten, sorgten dafür, dass sich kein Team der eindringenden Dunkelheit und somit Gefahr aussetzen musste. Der Plan von Race-Director Michael Lemmel und Mats Skott ging auf: nach 13:52:28 Stunden erreichten die beiden Rumänen Razvan Radulescu und Lucian Cretu (coverletter.ro) als letzte Finisher das Ziel eine knappe halbe Stunde vor dem geplanten Zielschluss um 20:20 Uhr.

Schwedische Titelverteidigung in neuer Streckenrekord-Zeit

Die Bedingungen waren zwar zweifelsohne extrem, doch durch oftmals Wind im Rücken nicht zwingend langsam. Daher legten besonders die für viele Stunden führenden vier Teams ein horrendes Tempo an den Tag. Auch nach über sechs Stunden bestand die Spitze aus drei Teams, die sich innerhalb weniger Sekunden nichts schenkten. Auf dem längsten Lauf-Abschnitt auf Ornö von 19,7 Kilometern konnte sich der Titelverteidiger Daniel Hansson mit seinem neuen Partner Jasper Svensson (Swedish Armed Forces) wie geplant entscheidend absetzen. Nach 7:58:06 Stunden liefen sie eine gute Minute unter dem Streckenrekord aus dem Vorjahr jubelnd über die Ziellinie am Utö Värdshus. Die Brüder Jonas und Lars Ekman (Sailfish team Bröderna Bäver) belegten nach 8:06:40 Stunden den zweiten Platz knapp vor Oscar Olsson und Martin Flinta (Team Löplabbet). Sie machten das rein blau-gelbe Podium in der Herren-Wertung nach 8:07:40 Stunden perfekt.

Favoriten-Siege auch im Mixed- und Damen-Team beim ÖtillÖ SwimRun 2017

Auch die amtierenden Weltmeister im Mixed-Team, der Australier Adriel Young und die Schwedin Eva Nyström (Thule Crew / TriSpot.se), verteidigten ihren Titel nach 9:01:31 Stunden. Hauchdünn schrammten die beiden Schweden Staffan Björklund und Marika Wagner (Apollo Sports / HEAD Swimming) nach 9:02:09 Stunden als Zweite am Sieg vorbei. Die Schweizerin Diane Sadik und der Schwede Rickard Berglund (Swimrunshop.com) erreichten wenig später nach 9:08:52 Stunden den Bronze-Rang. Über 45 Minuten hatten sich die drei ersten Mixed-Teams vom Rest des Feldes abgesetzt.

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Foto: Patrick Brucker / RW

ÖtillÖ SwimRun WM 2017 Sebastian Bleitgen & Frank Mertens

Bild: Patrick Brucker / RW

Frank Mertens (links) und Sebastian Bleitgen freuten sich als schnellstes deutsches Team über den 13. Platz der Weltmeisterschaft 2017.

Weniger eng ging es in der Damen-Wertung zu. Von den 27 gestarteten Teams erreichten 18 das Ziel. Nach 10:03:32 Stunden verteidigten auch hier mit Annika Ericsson und Kristin Larsson (Team Addnature/Campz) die amtierenden Weltmeisterinnen ihren Titel. Silber ging in 10:49:14 Stunden an Fanny Danckwardt und Sarah Hansson (Team Orca Women), vor Camilla Landén und Lina Byman (Trispot’s triathleter) mit 11:03:05 Stunden.

Sebastian Kreder schnellster Deutscher, swimrunART Odw schnellstes deutsches Team

Als schnellster der insgesamt 18 gestarteten Deutschen war der Stuttgarter Sebastian Kreder im Ziel. Nach 9:17:32 Stunden konnte er sich mit seinem norwegischen Teamkollegen Knut Baadshaug (Visible Ninjas), der selbst in Deutschland studiert hat, über den elften Platz in der Herren-Wertung freuen. Nur zwei Plätze dahinter verbesserten sich die beiden Odenwälder Sebastian Bleitgen und Frank Mertens (swimrunART Odw) gar um über 40 Minuten gegenüber dem Vorjahr und belegten nach 9:24:13 Stunden den 13. Platz. Beide kommen ursprünglich vom Schwimmen und hatten im Vergleich zu einigen anderen Teams keine Probleme mit der Kälte. Der Hamburger André Hook erzielte mit seinem schwedischen Partner Christian Malmström (Team Ironcoach / CAMPZ) nach 9:43:28 Stunden den 18. Platz. Auch er reagierte auf die Frage nach dem Einfluss des Wetters auf sein Rennen trocken: "Ich komme aus Hamburg."

Insgesamt 296 Athleten aus 20 Nationen gingen an den Start. 600 Teams befinden sich auf der Warteliste für einen Startplatz beim legendären ÖtillÖ SwimRun im Schärengarten vor den Toren Stockholms. Die nächste Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft für eines der härtesten Ein-Tages-Rennen der Welt im nächsten Jahr zu qualifizieren, gibt es schon am 1. Oktober beim ÖtillÖ SwimRun 1000 Lakes in der Herbst-Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte.

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Foto: Patrick Brucker / RW
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Foto: Veranstalter
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