Training nach der Nachtschicht

Soll ich laufen, auch wenn ich müde bin?

Wie gesund und förderlich ist es für das Training, erschöpft nach der Nachtschicht zu laufen? Wir erklären, wie sich Trainingsplan und Schichtarbeit vereinbaren lassen.

Laufen trotz Müdigkeit

Laufen, wenn Sie am liebsten schlafen würden? Ein regelmäßiges Training leidet unter dem Schichtdienst.

Bild: iStockphoto

Grundsätzlich ist es natürlich überhaupt keine Frage: Erschöpft zu laufen, macht keinen Spaß. Schon alleine deshalb sollten Sie sich überlegen, ob tatsächlich keine andere Trainingszeit als nach der Nachtschicht zum Laufen infrage kommt.

Erschöpfung gleich Energiedefizit

Sie sollten beachten: Beim Laufen wird Energie verbraucht, viel Energie. Je mehr Energie der Körper zur Verfügung stellen kann und je schneller er dies kann, desto schneller und länger können Sie laufen. Fühlen Sie sich erschöpft, so ist dies ein Zeichen eines Energiedefizits: das heißt natürlich auch, dass dem Körper nur wenig Energie für ein Lauftraining zur Verfügung steht. Sie können im erschöpften Zustand also nicht schnell und nicht lange laufen – und Sie sollten dies auch nicht tun. Folge: Nach der Nachtschicht können Sie eventuell kurze und langsame Läufe absolvieren, keinesfalls aber ein ambitioniertes Lauftraining. Dieses sollten Sie nur ausgeruht, das heißt nach ausreichendem Schlaf und gut genährt, angehen, ansonsten drohen schwerwiegendere Erschöpfungszustände.

Die Tagesform entscheidet

Lässt Ihr Tagesablauf tatsächlich kein anderes Zeitfenster zum Laufen, als direkt nach der Nachtschicht, so müssen Sie wohlweislich Tag für Tag überprüfen, wie fit Sie sich gerade fühlen. Die Tagesform entscheidet also. Und die Motivation kann da durchaus ein akzeptabler Gradmesser sein, denn auch sie ist in der Regel Ausdruck Ihrer körperlichen Energiebilanz: Haben Sie Lust, schnell zu laufen, dann tun Sie dies, fehlt Ihnen jeglicher Elan, zu laufen, dann lassen Sie es.

Schwierig wird es natürlich, wenn Sie nach einem standardisierten Trainingsplan trainieren, der also keinerlei Rücksicht auf Ihre spezielle Situation (Schichtarbeit) nimmt. Solch ein Plan ist für Sie einfach nicht praktikabel. Versuchen Sie die Kerneinheiten dieses Plans zu markieren und diese an den Tagen zu berücksichtigen, wo Sie sich entsprechend ausgeruht fühlen, und legen Sie die regenerativen Laufeinheiten auf Tage, an denen Sie tatsächlich erschöpft nach Hause kommen.

Fazit

Grundsätzlich leidet ein Leistungstraining unter einer unregelmäßigen Arbeit, wie sie der Schichtdienst – vor allem mit der Zusatzbelastung „Nachtschicht“ – mit sich bringt. Sie müssen diese Rahmenbedingungen also unbedingt in Ihrer Trainings- und Wettkampfplanung berücksichtigen und sollten Ihr Lauftraining direkt nach einer Nachtschicht eher immer etwas vorsichtiger dosieren.