Vorbereitung, Tipps und Pläne

Laufeinstieg mit Übergewicht: Durch Laufen abnehmen

Sie haben etwas Übergewicht und möchten durch Laufen abnehmen? Das müssen Sie beachten und Tipps, wie es am besten klappt.

Laufeinstieg Übergewicht

Ihr Gewicht sollte Sie nicht vom Laufeinstieg abhalten. Im Gegenteil: Es gibt viele Erfolgsgeschichten von ehemals übergewichtigen Läufern.

Bild: iStockphoto

Schwere Läufer können genauso problemlos mit dem Laufen beginnen wie schlanke Menschen – wenn sie ein paar wichtige Hinweise beachten. Denn mit einem höheren Körpergewicht gehen andere Belastungen für Organismus und Gelenke einher, auf die es zu achten gilt.

DAS SOLLTEN SIE VOR DEM LAUFEINSTIEG BEACHTEN

Höhere Belastungen für den Körper

Schwere Läufer sind stärker den verschiedenen Beanspruchungen für Muskeln, Sehnen und Gelenke ausgesetzt, die beim Laufen auftreten, als leichte Läufer. Deshalb sind sie auch anfälliger für die klassischen Überlastungsprobleme. Es geht dabei besonders um Knie- und Sprunggelenke da diese Körperpartien bei jedem Laufschritt das gesamte Gewicht abfangen müssen. Trotzdem ist das meist kein Hindernis. Achten Sie nur darauf, ihren Körper langsam an die Belastungen zu gewöhnen und das Training nicht zu übertreiben.

Check-Up beim Arzt

Trotzdem sollten Sie vor Trainingsbeginn einen Termin bei Ihrem Hausarzt machen. In einer sportmedizinischen Untersuchung werden Sie nicht nur orthopädisch, sondern auch kardiologisch durchgecheckt. Es wird abgeklärt, ob eventuelle Einschränkungen (Durchblutungsstörungen, Fehlfunktionen oder Erkrankungen) vorliegen und wie belastbar Sie sind. Diese Untersuchung wird allen Sport-Einsteigern ab 35 Jahren empfohlen, ist aber für Personen mit Übergewicht besonders wichtig, da sie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufbeschwerden besitzen.

Das Equipment

Je schwerer der Läufer, desto wichtiger ist der Laufschuh. Lassen Sie sich bei der Auswahl eines Modells unbedingt im Fachgeschäft intensiv beraten und tragen Sie Laufschuhe mit ausgewogener Dämpfung. Zusätzlich können Kompressions-Kleidungsstücke oder die Benutzung von Vaseline oder Hirschtalg das Risiko für Scheuerstellen an Armen oder Oberschenkeln senken.

SO NEHMEN SIE EFFEKTIV AB

Walken ist ein guter Einstieg

Als Vorstufe zum Laufen eignet sich Walken besonders für stark übergewichtige Menschen hervorragend. Es ist schonend für die Gelenke, verbrennt aber ebenfalls Kalorien und gewöhnt den Körper an regelmäßige Ausdauerbelastungen. Im nächsten Schritt können Sie dann Laufphasen ins Walking einbauen, die mit der Zeit immer länger werden. So werden Sie Schritt für Schritt vom Walker zum Läufer bis Sie schließlich 30 Minuten am Stück laufen können.

Qualität vor Quantität

Haben Sie diese Hürde einmal gemeistert und können etwa eine halbe Stunde durchlaufen, empfiehlt es sich, mehr Wert auf schnelle Trainingseinheiten zu legen. In Relation zu langen Läufen sind solche kurzen, knackigen Einheiten weniger belastend für den Bewegungsapparat. Zusätzliches Plus: Beim schnellen Laufen verbrennen Sie mehr Fett, als wenn Sie langsam unterwegs sind. Ein gutes Trainingsprogramm beinhaltet drei Läufe (ab 30 Minuten) in der Woche, bei denen Sie jeweils zwischen langsamen und schnellen Laufpassagen abwechseln.

Kleiner Exkurs in die Sportwissenschaft

Eine Studie der Laval-Universität in Quebec (Kanada), die sich schon in der Vergangenheit weltweite Anerkennung auf dem Spezialgebiet "Fettstoffwechsel" erworben hat, untersuchte die Fettverbrennung bei unterschiedliche intensiven Belastungen. 14 Frauen und 13 Männer absolvierten dabei 20 Wochen lang zwei unterschiedliche Übungsvarianten auf dem Fahrradergometer. Zum einen galt es, fünfmal pro Woche 30 bis 45 Minuten lang mit einem moderaten Puls von 60 bis 85 Prozent der HFmax in die Pedale zu treten. (Zum Vergleich: 65 - 70 Prozent der HFmax entsprechen einem lockeren Joggen, 90 Prozent der HFmax etwa dem 10-km-Wettkampftempo.) Das zweite Programm bestand aus einem allmählich aufgestockten, hochintensiven Intervalltraining, wobei die Probanden gegen Ende des Untersuchungszeitraums vier bis fünf 90-Sekunden-Läufe mit 95 Prozent der HFmax (scharfes 5-km-Wettkampftempo) hinlegen mussten.

Die Wissenschaftler waren selber überrascht, dass bei dem intensiven Programm zwischen drei- und viermal soviel Körperfett verbrannt wurde wie bei der weniger intensiven Belastung, während der Kalorienverbrauch weniger als die Hälfte betrug. Daher ist es empfehlenswert, ab und zu Gas zu geben, wenn man mit Laufen abnehmen möchte. Grundsätzlich gilt aber: Um Tempoeinheiten ins Training einzustreuen, muss bereits eine gute Ausdauer-Grundlage bestehen!

Laufen alleine reicht nicht

Eine nachhaltige Gewichtsreduktion tritt nur ein, wenn zusätzlich zum Lauftraining die Ernährung umgestellt wird. Als Faustregel gilt: Die Zufuhr an Kalorien sollte in der Abnehmphase geringer sein als deren Verbrauch. Hierzu ist in aller Regel eine kalorienreduzierte Kost notwendig. Diese kann auf Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Haferflocken und Obst basieren. Viele Rezeptideen mit diesen Zutaten, die speziell für Läufer konzipiert sind, finden Sie auf unserer Rezeptseite.

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