• Auf dem Nürburgring

    Fisherman’s Friend StrongmanRun 2011

    8.890 Sportler stellten sich dem StrongmanRun 2011. 14 Hindernisse auf 19,6 Kilometern mussten bewältigt werden. Die spektakulären Fotos.



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    Foto: Norbert Wilhelmi / Text: Urs Weber

    Ganz ehrlich: Eigentlich finde ich AC/DC etwas abgeschmackt. Jedenfalls als Rennauftakt. Bei jedem Dorfrennen tönt Hell’s Bells aus den Lautsprechern. Aber hier, beim Fisherman’s Friend Strongmanrun, hier passt es.

    Wir stehen auf der Start-Zielgeraden am Nürburgring. Besser gesagt am Start auf der Südschleife, dem Formel-1-Rennkurs. Hier herrscht schon seit einer halben Stunde Rennatmosphäre. Im Fahrerlager werden letzte Vorbereitungen getroffen, Schnürsenkel festgezurrt, Perücken zurechtgezupft, Verkleidungen überprüft. So etwas hat der Nürburgring noch nicht gesehen. Das Gelände auf und um die Formel-1 Rennstrecke auf der Südschleife verwandelt sich zum großen Abenteuerspielplatz für Läufer. Die knapp 20 Kilometer bieten ein für die Eifel typisches Wellenprofil, dadurch kommen 650 Höhenmeter zusammen. Eine Herausforderung für Bergläufer, ein Waterloo für Flachländer – und für viele aus Fußballvereinen oder von der Freiwillligen Feuerwehr, die einfach mal nur so, zum Spaß, mitmachen wollen.

    Aber die Streckenlänge mit ihren Höhenmetern ist noch nicht alles, es kommt noch die Kirsche auf die Sahne: Insgesamt 28 Hindernisse, 14 auf jeder Runde, die unterwegs erklettert, durchwatet oder bezwungen werden wollen, vom Strohballen bis zur Schlammgrube.

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  • Auf dem Nürburgring

    Fisherman’s Friend StrongmanRun 2011

    8.890 Sportler stellten sich dem StrongmanRun 2011. 14 Hindernisse auf 19,6 Kilometern mussten bewältigt werden. Die spektakulären Fotos.



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    Foto: Norbert Wilhelmi / Text: Urs Weber

    8.890 Läufer stehen unsauber aufgereiht vor der Boxengasse am Start. Zehn Sekunden vor Rennbeginn springt die Rote Ampel an. Die Stimmung ist super, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Adrenalin statt Benzin. So viele nervöse Läuferbeine sind hier noch nie getrippelt; der ehrwürdige Nürburgring-Lauf auf der Nordschleife durch die Grüne Hölle über gut 22 Kilometer sei mal außen vor. Der Puls geht hoch. Und dann springt die Ampel von Rot auf Grün. Gleichzeitig böllert der Startschuss.

    Und wie eine des Korkens entledigte Sektflasche sprudeln die Läufer aus der engen Startgasse auf die Formel-1-Strecke, von null auf Vier-Minuten-Tempo in drei Sekunden. Die erste 90°-Rechtskurve wird in vollem Tempo angegangen. Viele holpern über die Curbs. Ein Läufer läuft volle Kanne von hinten auf mich auf, hat sich wohl verbremst. Ein anderer schneidet von außen in die Kurve, ich verteidige die Innenbahn. Ellenbogen an Ellenbogen driften wir durch das Castrol-S, eine der gefährlichsten Kurvenkombinationen der Formel-1, wo es immer wieder Startkollisionen gab. Aber heute geht alles glatt. Läufer können das halt besser. Wir beschleunigen aus der Kurve, es geht bergab. Und der erste Kilometer wird auf dem griffigen Asphalt im Höllentempo angegangen; jedenfalls bei den ersten tausend Startern. Das hintere Feld kommt eher zähflüssig in Gang – und kommt auch später vor den Hindernissen immer wieder mal ins Stocken.

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  • Auf dem Nürburgring

    Fisherman’s Friend StrongmanRun 2011

    8.890 Sportler stellten sich dem StrongmanRun 2011. 14 Hindernisse auf 19,6 Kilometern mussten bewältigt werden. Die spektakulären Fotos.



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    Foto: Norbert Wilhelmi / Text: Urs Weber

    Viele Läufer, das bedeutet aber auch viele helfende Hände. Ohne die lassen sich einige Hindernisse sonst gar nicht bewältigen, Und das sorgt für eine einzigartige Kamaraderie zwischen den Läufern: Jeder hilft jedem. Ob aus dem Matschfeld beim Dirty Dancing oder über die 2,5-Meter hoch gestapelten Strohballen bei der Eifeler Nordwand. Da wird von unten geschoben und von oben gezogen. Da werden Räuberleitern gestellt und Hände gereicht. Wie bereits beim ersten Hindernis, Double-Trouble: Gestapelte Autoreifen und Strohballen müssen überwunden werden. Das zwingt zum ersten Bremsmanöver.

    Aber viel mehr bremst dann der erste Ausritt ins Kiesbett: Eingangs der Ford-Kurve verlässt die Strecke den Formel-1 Asphalt. Und wo Rennautos bis zum Stillstand abgebremst werden, läuft es sich wie auf Treibsand. Meine Schuhe rutschen bei jedem Schritt weg. Das rhythmische Knirschen der kleinen Steinchen unter den Laufschuhsohlen wird kurz danach durch schlammiges Schmatzen abgelöst. Im Devil‘s Playground geht es steil über einen zerfurchten Mountainbike-Parcours, Pfützen inklusive.

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