Boston-Marathon 2019

Titelverteidiger Yuki Kawauchi kein Favorit

Neun ehemalige Sieger kehren zum Boston-Marathon zurück, aber die Favoriten sind andere.

Yuki Kawauchi geht am Montag in Boston als Titelverteidiger an den Start. Zu den großen Favoriten zählen jedoch andere.

Yuki Kawauchi geht am Montag in Boston als Titelverteidiger an den Start. Zu den großen Favoriten zählen jedoch andere.

Bild: photorun.net

Aufgrund seiner einmaligen Historie und den traditionell stark und besonders breit besetzten Elitefeldern gehört der Boston-Marathon zu den prestigeträchtigsten Straßenrennen der Welt. Am traditionellen Montags-Termin wird das Rennen in der nächsten Woche zum 123. Mal stattfinden. Die Strecke ist hügelig und schwer zu laufen, obwohl sie insgesamt etwas abfällt. Da es sich zudem um einen Punkt-zu-Punkt-Kurs handelt - das heißt, Start und Ziel liegen weit auseinander -, können die in Boston erzielten Zeiten nicht als offizielle Rekorde geführt werden.

Die Besonderheiten der Boston-Strecke sorgen allerdings immer wieder für dramatische Rennverläufe. Hinzu kommt das unberechenbare Wetter. Von Hitze bis Eiseskälte und starken Rücken- oder Gegenwinden ist alles möglich. Im vergangenen Jahr sorgte eiskalter Dauerregen dafür, dass das Gros der Favoriten nicht ins Ziel kam. Dafür gab es einen Sensationssieg des Japaners Yuki Kawauchi und einen Triumph der US-Amerikanerin Desiree Linden.

Beide Titelverteidiger sind auch am Montag am Start. Dass sie erneut gewinnen können, ist so gut wie ausgeschlossen. Das Wetter ist zwar voraussichtlich wiederum nicht ideal, jedoch längst nicht so extrem wie 2018. Bei rund 16 Grad Celsius könnte es am Montag Gewitter geben. Neben den beiden Vorjahressiegern gehen im Vorort Hopkinton gleich sieben weitere ehemalige Boston-Sieger ins Rennen.

Bei den Männern sind neben Yuki Kawauchi vier Läufer dabei, die ebenfalls schon den Boston-Marathon, der zu den World Marathon Majors zählt, gewonnen haben: Wesley Korir (Kenia) siegte 2012, Lelisa Desisa gelangen sogar zwei Triumphe in Boston (2013 und 2015), Lemi Berhanu (beide Äthiopien) gewann 2016 und Geoffrey Kirui (Kenia) vor zwei Jahren.

Aktuell aber noch stärker einzuschätzen als die Ex-Champions sind vier andere Athleten: Lawrence Cherono hat zweimal in Folge den Amsterdam-Marathon gewonnen und stellte dort zuletzt, im vergangenen Oktober, mit 2:04:06 Stunden den Streckenrekord auf. Er führt damit die Startliste knapp vor Sisay Lemma (Äthiopien/2:04:08) an. Solomon Deksisa (Äthiopien) lief ebenfalls schon unter 2:05 Stunden (2:04:40), und der Kenianer Kenneth Kipkemoi gewann 2018 den Rotterdam-Marathon mit 2:05:44.

Titelverteidigerin Desiree Linden muss sich unter anderen mit drei kenianischen Läuferinnen auseinandersetzen, die ebenfalls schon in Boston triumphiert haben: Edna Kiplagat, die auch zwei Marathon-WM-Titel gewonnen hat, siegte 2017, Caroline Rotich gewann 2015 und Sharon Cherop 2012.

Auch bei den Frauen spricht einiges dafür, dass die Siegerin keine Läuferin sein wird, die schon einmal in Boston gewonnen hat. Die schnellste Läuferin auf der Startliste ist die Äthiopierin Worknesh Degefa, die sich im Januar beim Dubai-Marathon auf die absolute Weltklassezeit von 2:17:41 verbesserte. Damit nahm sie keiner geringeren als Tirunesh Dibaba den äthiopischen Marathonrekord ab. Mit ihrer Landsfrau Meskerem Assefa ist zudem die aktuelle Frankfurt-Siegerin am Start. Sie gewann im vergangenen Oktober am Main mit der Streckenrekordzeit von 2:20:36. Zu beachten sind außerdem die Kenianerinnen Sally Kipyego und Betsy Saina. Für eine Überraschung sorgen könnte ihre Landsfrau Mary Wacera, die in Boston ihr Debüt laufen wird.

Die Favoriten und ihre Bestzeiten

Männer:
Lawrence Cherono KEN 2:04:06
Sisay Lemma ETH 2:04:08
Lemi Berhanu ETH 2:04:33
Solomon Deksisa ETH 2:04:40
Lelisa Desisa ETH 2:04:45
Kenneth Kipkemoi KEN 2:05:44
Felix Kandie KEN 2:06:03
Geoffrey Kirui KEN 2:06:27
Festus Talam KEN 2:06:13
Wesley Korir KEN 2:06:13
Philemon Rono KEN 2:06:52
Hiroto Inoue JPN 2:06:54
Benson Kipruto KEN 2:07:11
Ghirmay Ghebreslassie ERI 2:07:46
Dathan Ritzenhein USA 2:07:47
Yuki Kawauchi JPN 2:08:14
Zersenay Tadese ERI 2:08:46
Abdi Abdirahman USA 2:08:56
Mohamed Reda El Aaraby MAR 2:09:16
Hayato Sonoda JPN 2:09:34

Frauen:
Worknesh Degefa ETH 2:17:41
Aselefech Mergia ETH 2:19:31
Edna Kiplagat KEN 2:19:50
Mare Dibaba ETH 2:19:52
Meskerem Assefa ETH 2:20:36
Jordan Hasay USA 2:20:57
Belaynesh Oljira ETH 2:21:53
Sharon Cherop KEN 2:22:28
Desiree Linden USA 2:22:38
Marta Megra ETH 2:22:35
Betsy Saina KEN 2:22:56
Caroline Rotich KEN 2:23:22
Sara Hall USA 2:26:20
Eva Vrabcova CZE 2:26:31
Sally Kipyego USA 2:28:01
Krista Duchene CAN 2:28:32
Alyson Dixon GBR 2:29:06
Lindsay Flanagan USA 2:29:25
Mary Wacera KEN Debüt