Athen-Marathon 2018

Streckenrekordjagd und Charity-Running

Rennen über kürzere Distanzen hinzugerechnet, werden beim „Athens Marathon. The Authentic“ rund 55.000 Läufer erwartet. Erstmals steht bei dem Traditionslauf auch eine Spendenaktion im Mittelpunkt.

Drei Favoriten aus Kenia in Athen: Bernard Chepkwony, Rebby Koech und Felix Keny (rechts).

Drei Favoriten aus Kenia in Athen: Bernard Chepkwony, Rebby Koech und Felix Keny (rechts).

Bild: photorun.net

Eine Streckenrekordjagd soll das spitzensportliche Highlight beim Athen-Marathon bilden, doch erstmals steht bei dem Traditionslauf auch eine Spendenaktion im Mittelpunkt. Der „Athens Marathon. The Authentic“ führt am Sonntag mitten durch den Ort Mati, wo im Sommer bei der Feuer-Katastrophe rund 100 Menschen ums Leben kamen. Der griechische Leichtathletik-Verband SEGAS, der das Rennen veranstaltet, hat mit dem „Runners’ Forest“ (Läufer-Wald) ein Projekt gestartet, das den Wiederaufbau der Region unterstützt. Dabei werden Spenden gesammelt, um auf dem vom Feuer vernichteten, gut vier Kilometer langen Abschnitt zwischen Kilometer 12 und 16 der Strecke Bäume zu pflanzen. Informationen und eine Kontoverbindung für Spenden gib es hier.

Das Rennen wird am Sonntag mit der Rekord-Meldezahl von 18.750 Athleten gestartet. Gelaufen wird dabei auf der Original-Marathonstrecke der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896. Von der Kleinstadt Marathon geht es auf einem sehr hügeligen Kurs über 42,195 km in das alte Athener Olympiastadion Panathinaikon. Rennen über kürzere Distanzen hinzugerechnet, werden beim „Athens Marathon. The Authentic“ rund 55.000 Läufer erwartet.

Im Rennen der Männer soll am Sonntag der Streckenrekord angegriffen werden. „Wir haben starke Läufer aus Kenia, Äthiopien und Uganda am Start. Sie sind bereit, den Kursrekord zu brechen. Eine Zeit von 2:09 Stunden ist das Ziel“, erklärte ein sehr optimistischer Rachid Ben Meziane, der beim Athen-Marathon für die Eliteläufer zuständig ist. Bisher hat noch kein Läufer die schwere Strecke in einer Zeit von unter 2:10 Stunden zurückgelegt. Den Streckenrekord von 2:10:37 stellte der Kenianer Felix Kandie vor vier Jahren auf.

Auch der schnellste Läufer auf der Startliste kommt aus Kenia: Felix Keny gewann 2013 den Valencia-Marathon mit seiner nach wie vor aktuellen Bestzeit von 2:07:14. Zuletzt erreichte er aber keine Ergebnisse mehr von unter 2:10 Stunden. Sein Landsmann Bernard Chepkwony (Bestzeit: 2:10:42), der Äthiopier Alebachew Wale (2:09:40) und Alex Chesakit (Uganda), der bisher 2:11:01 erreicht hat und beim Commonwealth Games-Marathon im April an der australischen Gold Coast Rang sieben belegt hatte, gehören ebenso zu den Favoriten.

Bei den Frauen könnte es zu einem Duell zweier Kenianerinnen kommen: Shelmith Muriuki lief ihre Bestzeit von 2:38:18 Stunden in der leistungsmindernden Höhenluft von Nairobi. Im Frühjahr war sie beim Commonwealth Games-Marathon Zehnte. Rebby Koech erreichte bisher 2:33:48. Angesprochen auf die schwierige Strecke in Athen, sagte sie: „Ich lebe und trainiere in Iten. Da gibt es mehr Hügel als in Athen. Ich bin bereit für das Rennen.“ Die schnellste persönliche Bestzeit hat Jemila Wortesa Shure mit 2:32:00. Allerdings lief die Äthiopierin erst vor gut einem Monat in Kosice als Dritte 2:32:32, so dass abzuwarten bleibt, was nach einer so kurzen Pause möglich ist.