Venedig-Marathon 2017

Spitzengruppe in falsche Richtung geleitet

Die siebenköpfige Spitzengruppe hatte die Halbmarathonmarke nach 65:30 Minuten passiert, als sie in die falsche Richtung geleitet wurde. Die Gruppe wurde gestoppt und lief zurück.

Venedig-Marathon

Umdrehen musste die Spitzengruppe beim Venedig-Marathon, nachdem sie in die falsche Richtung geleitet wurde.

Bild: photorun.net

Es ist der Alptraum eines jeden ambitionierten Läufers: In Führung liegend, leitet einen das Führungsfahrzeug in die falsche Richtung! Passiert ist dies am 22. Oktober beim Venedig-Marathon, einem Rennen mit gutem internationalen Format, das sogar den Bronze-Label des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) führt.

Eine siebenköpfige Spitzengruppe mit kenianischen Athleten hatte die Halbmarathonmarke nach 65:30 Minuten passiert. An diesem Punkt hatte die Gruppe bereits einen Vorsprung von knapp einer Minute auf die Verfolger. Doch kurz danach fuhr das Führungs-Motorrad den falschen Weg. Möglicherweise irritiert durch unglücklich positionierte Streckenposten, bogen die Führungsfahrzeuge alle von der Strecke ab. Die Gruppe lief dann einige hundert Meter in die falsche Richtung. Erst auf einer stärker befahrenen, mehrspurigen Auffahrt zu einer Schnellstraße wurden die Läufer gestoppt und drehten um. Doch in der Zwischenzeit hatte die Verfolgergruppe einen Vorsprung von rund einer Minute.

Keiner der falsch geleiteten Läufer erreichte einen Platz auf dem Podium. Statt dessen gab es erstmals seit 1995 wieder einen italienischen Sieger beim Venedig-Marathon: Eyob Gebrehiwet, der aus Eritrea stammt, gewann in 2:12:16 Stunden. Schnellste Frau war die Äthiopierin Gedo Sule Utura, die ohne Umwege nach 2:29:04 im Ziel war.

Ein Novum war die Fehlleitung der führenden Läufer in Venedig leider nicht. Beim Kassel-Marathon wurde erst vor wenigen Wochen ebenfalls die Spitzengruppe in die falsche Richtung geführt. Hier musste die Läufergruppe aus dem Rennen genommen werden, da sie in der Folge unverschuldet eine Abkürzung gelaufen war. Den Bericht davon finden Sie hier.

Beim Little Swan Wuxi-Marathon in China verpassten im Frühjahr die beiden führenden Läufer das Ziel. Sie sprinteten um den Sieg, übersahen jedoch die letzte Abbiegung. Stattdessen rannten sie geradeaus in das Ziel eines parallel ausgerichteten Wettbewerbs. Offizielle schickten die beiden Afrikaner umgehend zurück auf die Strecke, doch inzwischen war der drittplatzierte Läufer richtig abgebogen und gewann das Rennen. Von diesem Zieleinlauf gibt es ein Video, das wir nachfolgend dokumentieren.

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