Vienna City Marathon 2018

Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto startet in Wien

Weltrekordler Dennis Kimetto startet beim Vienna City Marathon am 22. April. Zum ersten Mal in der Geschichte des Traditionsrennens ist damit ein Marathon-Weltrekordler im Elitefeld vertreten.

Weltrekordler Dennis Kimetto

Weltrekordler Dennis Kimetto startet beim Vienna City Marathon am 22. April.

Bild: photorun.net

Weltrekordler Dennis Kimetto wird seinen nächsten Marathon am 22. April in Wien laufen. Diesen Coup gaben die Veranstalter des Vienna City Marathons bekannt. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Traditionsrennens, das 1984 seine Premiere hatte und in diesem Jahr zum 35. Mal stattfinden wird, dass ein Marathon-Weltrekordler im Elitefeld vertreten ist. Der 34-jährige kenianische Laufstar Dennis Kimetto, der in Berlin 2014 mit 2:02:57 Stunden den aktuellen Weltrekord aufstellte, will sich in Wien über die klassische Distanz zurückmelden.

„Wien braucht Weltklasse, damit der Vienna City Marathon als Veranstaltung international wahrgenommen wird. Für unser Motto '35 Jahre Theater der Emotionen' haben wir nun einen Hauptdarsteller, der herausragende Fähigkeiten mitbringt und alle Augen auf sich zieht. Teilnehmer, Fans und Zuschauer können sich auf ein mitreißendes Rennen freuen“, sagte Veranstaltungschef Wolfgang Konrad bei der Pressekonferenz im Erste Bank-Campus in Wien.

Zwar sind in der Vergangenheit auch schon die Superstars Paula Radcliffe (Großbritannien) und Haile Gebrselassie (Äthiopien) in Wien gestartet. Allerdings rannten sie den Halbmarathon, der parallel zum Marathon stattfindet. Dennis Kimetto wird nun der erste Weltrekordler sein, der auch den Marathon in Wien laufen wird.

„Ich konnte längere Zeit ohne Verletzungen trainieren. Ich glaube an meine Fähigkeiten und will in Wien eine starke Vorstellung zeigen. Wenn die Bedingungen stimmen, möchte ich den Streckenrekord brechen. Das Wichtigste ist, dass ich nach enttäuschenden Ergebnissen der letzten Jahre wieder ein gutes Marathonresultat zustande bringe“, erklärte Dennis Kimetto, der in der ersten Jahreshälfte 2012 mit drei sensationellen Siegen in die Weltspitze stürmte: Zunächst gewann er den hochklassig besetzten Halbmarathon in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate), dann siegte er beim Berliner Halbmarathon in seiner nach wie vor aktuellen Bestzeit von 59:14 Minuten und schließlich brach er beim Berliner 25-km-Lauf Anfang Mai den Weltrekord: Seine Zeit von 1:11:18 Stunden ist bis heute unerreicht. Nach einem zweiten Platz beim Berlin-Marathon 2012 in 2:04:16 - zum damaligen Zeitpunkt war dies das schnellste Debüt aller Zeiten auf einer rekordkonformen Strecke - folgten 2013 Siege beim Tokio- und beim Chicago-Marathon. Seit September 2014 hält Dennis Kimetto mit 2:02:57 den Marathon-Weltrekord.

Die bisher einzige offizielle Zeit unter 2:03 Stunden hat mehrere Angriffe von hochkarätigen Läufern überstanden. Kenenisa Bekele mit 2:03:03, Eliud Kipchoge mit 2:03:05 und Wilson Kipsang mit 2:03:13 sind der gültigen Bestzeit sehr nahe gekommen, konnten sie aber nicht unterbieten. Dennis Kimetto konnte zuletzt allerdings keine Leistungen auf diesem Niveau mehr erzielen. Seit 2015 kam er nur zweimal ins Ziel eines Marathons: Sein bestes Resultat war dabei Platz drei in London 2015 mit 2:05:50. Ein Jahr später war er Neunter in London und lief 2:11:44. Um den Streckenrekord des Vienna City Marathons zu brechen, müsste Dennis Kimetto etwas schneller laufen als in London 2015: Die Wiener Bestzeit des Äthiopiers Getu Feleke steht seit 2014 bei 2:05:41 Stunden.

„Dennis will in Wien etwas zeigen. Ich hoffe, dass auch der letzte Teil seiner Vorbereitung gut verläuft. Er ist ein Athlet mit außergewöhnlicher Qualität. Nach dem Weltrekord bekam er Verletzungsprobleme. Ich denke, dieses Rekordrennen hat seinen Körper sehr beansprucht“, erklärte sein holländischer Manager Gerard van de Veen und fügte hinzu: „Ich habe ihm geraten, nach Wien zu gehen, weil wir gute Erfahrungen mit der Veranstaltung gemacht haben und weil man hier eine schnelle Zeit laufen kann.“