Jerusalem-Marathon 2019

Laufen durch Jerusalems antike Gassen

40.000 Starter erklommen beim neunten Jerusalem Marathon die Hügel und verwinkelten Gassen der „goldenen Stadt“: Rekord! Hier gibt es den Bericht und alle Bilder.

Jerusalem Marathon 2019 – Die Bilder
Jerusalem Marathon 2019

Der Jerusalem Marathon ist bekannt für seine Berge, seine Panoramen – und sein internationales Läuferfeld.

Bild: Ingo Kutsche

Das antike Kopfsteinpflaster im armenischen Viertel der Altstadt von Jerusalem hat schon die Stiefel der Kreuzritter gesehen, Römer durch die schmalen Gassen geführt und Osmanen kommen und gehen sehen. Nun bot es erneut den Untergrund für einen der speziellsten und anstrengendsten Stadtmarathons der Welt: 40.000 Läufer wagten sich an den Start des traditionell am Freitag stattfindenden Jerusalem Marathons.

In Jerusalem unterwegs war auch unser Fotograf Ingo Kutsche. Seine Bilder finden Sie in der umfangreichen Galerie über und unter diesem Artikel.

Die „goldene Stadt“ wird Jerusalem, die umstrittene Hauptstadt Israels, auch genannt. Der Name kommt daher, dass bei Sonnenaufgang und -untergang der weiße Stein aus dem die gesamte Stadt gebaut ist, in goldenem Licht erstrahlt. Am Freitagmorgen war davon allerdings wenig zu sehen, zu wolkenverhangen zeigte sich der Himmel.



„Bergexpedition“ auf die Jerusalemer Hügel

Trotzdem konnten die Läufer, die sich im Morgengrauen zum Start am Sacher Park versammelt hatten, die Magie der Stadt zu spüren. Denn wo sich sonst Stoßstange an Stoßstange und begleitet von ausdauerndem Hupen die Autos zwängen, herrschte am Marathontag Ruhe und freie Bahn für die Läufer. An der Knesset, dem israelischen Parlament, vorbei bis zu den alten Stadtmauern führte die Strecke durch das armenische Viertel der Altstadt und schließlich in den östlichen Teil bis zur hebräischen Universität und zurück in den Sacher Park: Und dabei immer bergauf und bergab.

Nicht umsonst gilt der Jerusalemer Marathon als einer der herausforderndsten Stadtmarathons der Welt. Gute 800 Höhenmeter und Siegerzeiten in diesem Jahr von 2:18:47 (Ronald Kimeli Kurgat, Kenia) und 02:44:50 (Nancy Kimaiyo Chepngetich, Kenia) sprechen für sich. Belohnt wird man dafür mit traumhaften Aussichten über die pittoresk bebauten Täler und die prachtvollen Tempel und Zitadellen.

Neuen Teilnehmerrekord aufgestellt

Rund um das Rennen wird sich alle Mühe gegeben, Läufer und Besucher nichts von den Spannungen zu spüren lassen, die in Israel vor allem angesichts der nahenden Wahlen herrschen. Klar, die Militärs mit den Maschinenpistolen um die Hüften sind allgegenwärtig, aber das ist man aus Israel mittlerweile ja gewohnt. Stattdessen wird mit Livebands, verkleideten Tänzern und einem umfangreichen Rahmenprogramm eine buntes, touristisches Event geschaffen.

Touristisch ist der Lauf: Aus 80 Ländern kommen die Starter, und das so zahlreich wie noch nie. Die 40.000 Teilnehmer von Marathon, Halbmarathon, 10- und 5-Kilometerlauf bedeuten einen neuen Teilnehmerrekord, den auch Bürgermeister Moshe Lion begrüßte.

Auch in diesem Jahr punktet der Jerusalem Marathon durch seine attraktive Streckenführung mit zahlreichen kulturellen Highlights. Ein Lauf für jeden, der sich für israelische Geschichte interessiert – und kein Problem mit Bergen hat.

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