London-Marathon 2019

Kipchoge und Kosgei siegen in London

Titelverteidiger Eliud Kipchoge und seine kenianische Landsfrau Brigid Kosgei haben den London-Marathon mit absoluten Weltklassezeiten gewonnen.

Eliud Kipchoge gewann den London-Marathon 2019

Eliud Kipchoge verteidigte seinen Vorjahressieg.

Bild: Virgin Money London Marathon

Weltrekordler Kipchoge, der in Berlin im vergangenen Jahr die globale Bestmarke auf 2:01:39 Stunden gesteigert hatte, siegte in 2:02:37 Stunden und erzielte damit - abgesehen von einem irregulären Rennen in Monza - die zweitschnellste je gelaufene Zeit, einen Streckenrekord und eine Jahresweltbestzeit. Der 34-jährige kenianische Olympiasieger hat nunmehr zwölf seiner 13 Marathonrennen gewonnen und seine Vormachtstellung einmal mehr eindrucksvoll bewiesen.

Mosinet Geremew und Mule Wasihun zeigen ein Spitzenrennen

Zum zweitschnellsten Marathonläufer aller Zeiten wurde in London Mosinet Geremew. Der Äthiopier lief in 2:02:55 als Zweiter ins Ziel. Rang drei belegte sein Landsmann Mule Wasihun in 2:03:16. Er wurde damit zum achtschnellsten Marathonläufer aller Zeiten. Als Vierter kam Shura Kitata (Äthiopien) nach 2:05:01 ins Ziel. Mo Farah (Großbritannien) hatte keine Chance, am Ende ganz vorne dabei zu sein und wurde Fünfter in 2:05:39. Er verpasste zwar seinen Europarekord von 2:05:11, lief aber trotzdem eine hochklassige Zeit.

Brigid Kosgei läuft zur persönlichen Bestzeit und zum Sieg

Mit der Weltklasse-Siegzeit von 2:18:20 Stunden erzielte Brigid Kosgei in London die neuntschnellste je gelaufene Zeit und verbesserte sich um 15 Sekunden. In der Jahresweltbestenliste belegt die 25-Jährige damit trotz der absoluten Topzeit jedoch nur Platz drei, denn in Dubai waren im Januar Ruth Chepngetich (Kenia) und Worknesh Degefa (Äthiopien) mit 2:17:08 beziehungsweise 2:17:41 noch deutlich schneller.

Hinter Brigid Kosgei belegte ihre Landsfrau Vivian Cheruiyot mit deutlichem Abstand Platz zwei. Die Vorjahressiegerin lief mit 2:20:14 Stunden jedoch trotzdem noch eine sehr schnelle Zeit. Als Dritte folgte Roza Dereje (Äthiopien) in 2:20:51 mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Gladys Cherono (Kenia). Kenias Afrika-Rekordhalterin Mary Keitany musste sich mit Platz fünf in 2:20:58 zufrieden geben .

Londoner Veranstalter rechneten mit einem Finisher-Rekord

Die Londoner Veranstalter rechneten mit einem Finisher-Rekord bei der 39. Auflage des Rennens. Denn über 43.000 Läufer hatten in den Tagen vor dem Marathon-Spektakel ihre Startnummer abgeholt. Das waren deutlich mehr als je zuvor. Erwartet wurde, dass über 42.000 Läufer das Ziel am Buckingham Palast erreichen werden. Der bisherige Londoner Finisher-Rekord steht bei 40.273 Läufern aus dem vergangenen Jahr.

Ein einmaliger Rekord wird auch beim „Charity-Running“ in London erwartet. Seit Beginn des Rennens sammelten die Teilnehmer des Rennens Spenden in Höhe von 955 Millionen Pfund (rund 1,1, Milliarden Euro). Die Veranstalter konnten davon ausgehen, dass am Sonntag die Milliarden-Pfund-Grenze überschritten wurde. Keine andere Veranstaltung weltweit generiert derartig hohe Spendensummen wie der London-Marathon, wo das Laufen für den guten Zweck von Beginn an ein fester Bestandteil der Veranstaltungskonzeptes war.

Das Rennen der Männer

Die Briten hatten gehofft, dass es ein großes Duell geben könnte zwischen dem dominierenden Eliud Kipchoge und dem Londoner Mo Farah, der mit seinem Sieg in Chicago im vergangenen Oktober in der Europarekordzeit von 2:05:11 Stunden die erweiterte Weltspitze erreicht hatte. Doch daraus wurde nichts: Nicht nur Eliud Kipchoge sondern auch noch einige andere sind Mo Farah zurzeit noch ein gutes Stück voraus.

„Es überrascht mich immer wieder, wenn mir gesagt wird, ich hätte Geschichte geschrieben“, sagte Eliud Kipchoge, der am Sonntag in London zum Rekordsieger des Rennens wurde. Viermal hat der Kenianer nun schon den hochklassigsten City-Marathonlauf des Jahres gewonnen.

Es war aber nicht ganz so leicht für Eliud Kipchoge, denn ein äthiopisches Trio war ihm lange Zeit auf den Fersen. Nach einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 61:37 Minuten wurde das Tempo an der Spitze der Führungsgruppe schneller. Dadurch fiel Mo Farah zurück und kam in der Folge auch nicht wieder heran. Die drei Äthiopier Mosinet Geremew - er hatte 2018 den Dubai-Marathon in 2:04:00 Stunden gewonnen -, Mule Wasihun und Shura Kitata, der vor einem Jahr bereits hinter Kipchoge in London Platz zwei belegt hatte, liefen hinter dem kenianischen Weltrekordler. Kipchoge signalisierte mehrmals, dass sie sich an der Führungsarbeit beteiligen sollten. Doch dies konnten und wollten sie nicht. Erst fiel dann nach gut 35 km Kitata und anschließend Wasihun zurück. Doch Geremew war noch an der 40-km-Marke nur zwei Sekunden hinter Kipchoge. Dann aber konnte auch der 27-Jährige nicht mehr Schritt halten.

Gleich acht Läufer erzielten in London Zeiten von deutlich unter 2:08 Stunden. Darunter war auch ein belgischer Rekord: Der siebtplatzierte Bashir Abdi verbesserte die Marke auf 2:07:03.

Bild: Virgin Money London Marathon

Das Rennen der Frauen

Das Rennen der Frauen nahm mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften einen kuriosen Verlauf. Die Tempomacherinnen liefen lange Zeit deutlich vor der ersten Gruppe, da die Favoritinnen das Tempo nicht annahmen. Sinead Diver (Australien) machte sich dann an die Verfolgung. Und dadurch lag sie an der Halbmarathonmarke mit 71:22 Minuten in Führung. Die Favoritinnen Kosgei, Keitany, Cheruiyot und die Berlin-Siegerin Cherono sowie Roza Dereje (Äthiopien) brauchten bis hier 71:38.

Nach 25 km lagen in 1:24:08 Stunden dann sieben Frauen zusammen, die nun schnell zu den zwei verbliebenen Tempomacherinnen aufschlossen, die bald darauf ihre Dienste quittierten. Das Rennen wurde nun mit Km-Abschnitten um 3:05 Minuten sichtbar schneller, und Vivian Cheruiyot setzte sich zusammen mit Kosgei im Schlepptau von dem Trio Keitany, Cherono und Dereje ab.

Nach 30 km in 1:39:44 Stunden hatte sich Kosgei knapp vor Cheriuyot setzten können, das Verfolgertrio lag etwa eine halbe Minute zurück. Dieser Rückstand wuchs bis 35 km auf eine volle Minute an, und nachdem Cheruiyot noch einmal kurz zu Kosgei aufschließen konnte, griff diese erneut rennentscheidend an. Der Vorsprung der jungen Kenianerin, die zuletzt bei einem Nacht-Halbmarathon in 1:05:28 die aktuelle Jahres-Weltbestleistung lief, wuchs schnell an und bei 40 km hatte sie in 2:11:19 bereits über eine Minute zwischen sich und Cheruiyot gelegt. Das Verfolgertrio lag gut zwei Minuten dahinter immer noch zusammen.

Das Verpassen einer Trinkflasche erklärte Kosgei später auf der Pressekonferenz: „Ich hatte leichte Magenprobleme und mich deshalb entschlossen, keine weiteren Getränke mehr zu mir zu nehmen.“ Kosgei konnte im Finale nochmals zulegen und lief das Schlussstück von der 40-km-Marke bis ins Ziel in 7:01 Minuten. Die beachtliche Siegerzeit von 2:18:20 kam nur durch eine sehr schnelle zweite Hälfte zustande. Nach 71:38 für den ersten Part legte die Siegerin den zweiten Teil in großartigen 66:42 zurück. Nach aktuellen Unterlagen dürfte Kosgei die schnellste Hälfte in der Geschichte des Marathons gelaufen sein. Selbst Paula Radcliffe schaffte auf der gleichen Strecke bei ihrem Weltkord den zweiten Teil „nur“ in 67:23.

Ergebnisse der Männer

1. Eliud Kipchoge KEN 2:02:37
2. Mosinet Geremew ETH 2:02:55
3. Mule Wasihun ETH 2:03:16
4. Shura Kitata ETH 2:05:01
5. Mo Farah GBR 2:05:39
6. Tamirat Tola ETH 2:06:57
7. Bashir Abdi BEL 2:07:03
8. Leul Gebresilasie ETH 2:07:15
9. Yassine Rachik ITA 2:08:05
10. Callum Hawkins GBR 2:08:14
11. Daniel Wanjiru KEN 2:08:40
12. Wilson Kipsang KEN 2:09:18

Ergebnisse der Frauen

1. Brigid Kosgei KEN 2:18:20
2. Vivian Cheruiyot KEN 2:20:14
3. Roza Dereje ETH 2:20:51
4. Gladys Cherono KEN 2:20:52
5. Mary Keitany KEN 2:20:58
6. Emily Sisson USA 2:23:08
7. Sinead Diver AUS 2:24:11
8. Carla Rocha POR 2:24:47
9. Birhane Dibaba ETH 2:25:04
10. Charlotte Purdue GBR 2:25:38

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