Berlin Marathon 2017

Eliud Kipchoge plant nächsten Weltrekordversuch wieder in Berlin

"Auf jeden Fall möchte ich nach Berlin zurückkommen, um den Weltrekord erneut anzugreifen", versicherte Eliud Kipchoge nach seinem Sieg beim Berlin-Marathon 2017.

Eliud Kipchoge

Eliud Kipchoge hat neun seiner zehn Marathonrennen gewonnen.

Bild: photorun.net

„Wenn man einen Marathonlauf plant, ist es wie sonst im Leben: Alles kann passieren. Du kannst heute noch schnell laufen und morgen bist du langsam“, sagte Eliud Kipchoge nach seinem Sieg beim BMW Berlin-Marathon. Er gewann das Rennen am Sonntag in der Jahresweltbestzeit von 2:03:32 und blieb damit im Marathon seit vier Jahren ungeschlagen. Neun seiner zehn Rennen über die 42,195 km hat der 32-Jährige gewonnen.

Das Männer-Eliterennen bot in Berlin so gut wie alles - nur nicht das, was man erwartet hatte. Die beiden großen Rivalen von Eliud Kipchoge - der Äthiopier Kenenisa Bekele und der Kenianer Wilson Kipsang - kamen nicht ins Ziel. Olympiasieger Kipchoge wurde noch in der Endphase vom äthiopischen Debütanten Guye Adola überholt, konnte aber seinerseits kontern und gewann. Und der Weltrekordler heißt nach wie vor Dennis Kimetto. Der Kenianer war in Berlin 2014 eine Zeit von 2:02:57 gelaufen. Niemand hätte ein derartiges Rennen vorhersehen können.

Doch was immer passierte während des verregneten Marathons, Eliud Kipchoge ließ sich im Gegensatz zu seinen großen Rivalen nicht aus der Bahn werfen. Der Kenianer zeigte, dass er die Nummer eins im Marathon ist. Siege bei den Olympischen Spielen sowie in Hamburg, Rotterdam, Chicago, London und Berlin, wo er bereits vor zwei Jahren trotz eines Schuhproblems gewann, zeugen von einer außerordentlichen Marathonkarriere.

Die nicht regelkonforme Jagd auf die Zwei-Stunden-Barriere im Mai in Monza, wo er 2:00:25 Stunden lief, hat den Kenianer gestärkt. „Vor allem mental habe ich dort viel gewonnen. Ich lief gegen das Undenkbare“, sagte Eliud Kipchoge. „Ich versuche, in diesem Sport keine Limits zu haben.“ Kipchoge ist überzeugt davon, dass eines Tages die Zwei-Stunden-Barriere fallen wird.

Doch abgesehen von der Traumgrenze des Marathonlaufes ist sich Eliud Kipchoge sicher, dass er den offiziellen Weltrekord von Dennis Kimetto brechen kann. Und ein dritter Weltrekordversuch in Berlin nach 2015 und 2017 ist wahrscheinlich. „Auf jeden Fall möchte ich nach Berlin zurückkommen, um den Weltrekord erneut anzugreifen. Das war mein Ziel am Sonntag, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Eliud Kipchoge, der während des Rennens umschaltete von Rekordjagd auf „Sieg-Modus“.

Da im nächsten Jahr keine großen interkontinentalen Meisterschaften auf dem Programm stehen, könnte es durchaus sein, dass Eliud Kipchoge schon 2018 wieder am Start in Berlin steht. Dann wird der Berlin-Marathon bereits am 16. September stattfinden. Doch unabhängig davon, ob es um Meisterschaftsrennen oder Rekordversuche geht, glaubt Eliud Kipchoge, dass er noch eine Weile auf höchstem Niveau laufen kann: „Ich habe keine Zweifel daran, dass ich noch gute Marathonläufe in den Beinen habe.“