Tokio-Marathon

Dickson Chumba und Birhane Dibaba gewinnen

Der Kenianer Chumba gewann das erste World Marathon Majors-Rennen des Jahres in guten 2:05:30 Stunden vor dem Japaner Yuta Shitara (2:06:11 Stunden).

Shitara Yuta Berlin-Marathon 2017

Yuta Shitara lief in Tokio einen Asienrekord.

Bild: www.photorun.net

Dickson Chumba und Birhane Dibaba sind die Sieger des Tokio-Marathons 2018. Der Kenianer Chumba setzte sich dabei gegen den Japaner Yuta Shitara durch, der mit 2:06:11 Stunden einen Asien-Rekord aufstellte und sich damit eine exorbitante Prämie von umgerechnet rund 750.000 Euro verdiente. Die Äthiopierin Dibaba war nach hochklassigen 2:19:51 im Ziel. Der kenianische Topfavorit und Titelverteidiger Wilson Kipsang ging ebenso vorzeitig aus dem Rennen wie Anna Hahner, die verletzungsbedingt bereits frühzeitig aufgab.

Wilson Kipsang steigt früh aus dem Rennen aus

Bei kühlen Temperaturen von sechs Grad Celsius, bedecktem Himmel und leichtem Wind lag das Tempo der Männer-Spitzengruppe nie im geplanten Weltrekordbereich (2:02:57 Stunden). Als eine 15-köpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 62:43 Minuten passierte, war Wilson Kipsang schon nicht mehr dabei. Nach 15 km gab der frühere Weltrekordler auf. „Ich wollte heute schnell laufen, aber während der vergangenen zwei Tage litt ich an einer Magenverstimmung. Daher fehlte mir die Kraft für ein ordentliches Rennen. Ich bin enttäuscht, denn ich war bereit“, erklärte Wilson Kipsang.

Birhane Dibaba siegte zum zweiten Mal in Tokio.

Bild: www.photorun.net

Die Entscheidung fiel dann nach gut 35 km, als sich Dickson Chumba von seinen Landsleuten Amos Kipruto und Gideon Kipketer absetzen konnte und zu seinem zweiten Tokio-Sieg nach 2014 lief. Der Kenianer hatte am Ende einen deutlichen Vorsprung vor dem Japaner Yuta Shitara, der in der Schlussphase noch mehrere Plätze aufholte und mit 2:06:11 Stunden einen Asien-Rekord aufstellte. Die bisherige Bestmarke hatte sein Landsmann Toshinari Takaoka gehalten, der 2002 in Chicago 2:06:16 gelaufen war. Dritter wurde Amos Kipruto (Kenia) in 2:06:33. Mit 14 Läufern, die Zeiten von unter 2:10 Stunden erzielten, hatte der Tokio-Marathon eine außergewöhnliche Breite in der Spitze. Darunter waren gleich neun Japaner. So stark waren die japanischen Männer noch nie, was sicher auch damit zu tun hat, dass die Olympischen Spiele 2020 in Tokio stattfinden.

Amerikanerin Amy Cragg erzielt als Dritte hochklassige 2:21:42

Auch Birhane Dibaba gelang ein zweiter Triumph in Tokio: Die Äthiopierin, die das Rennen bereits 2015 gewonnen und vor einem Jahr dort ebenso wie 2014 Platz zwei belegt hatte, blieb mit 2:19:51 noch unter der 2:20-Stunden-Marke. Dass sie damit in der Jahresweltbestenliste trotz des frühen Saisonzeitpunktes nur an vierter Stelle liegt, hängt mit den außergewöhnlich starken Resultaten beim Dubai-Marathon vor einem Monat zusammen. Birhane Dibaba hatte sich nach gut 35 km von ihrer Landsfrau Ruti Aga gelöst, die in 2:21:19 Zweite wurde. Einen starken dritten Rang belegte die US-Amerikanerin Amy Cragg mit 2:21:42. Auch die viertplatzierte Shure Demise (Äthiopien) erzielte mit 2:22:07 noch eine Topzeit.

Anna Hahner Berlin-Marathon 2015

Bild: www.photorun.net

Für Anna Hahner war das Rennen in Tokio nach wenigen Kilometern schon beendet.

Für Anna Hahner (Run2Sky/Gengenbach) war der Tokio-Marathon dagegen bereits nach einer Kurzdistanz beendet. Die 28-Jährige gab das Rennen, auf das sie sich seit Dezember in Neuseeland vorbereitet hatte, noch vor der 5-km-Marke auf. Wie sie auf ihrer Webseite berichtet hatte, hatte sie sich rund zweieinhalb Wochen vor dem Start offenbar eine Entzündung im rechten Oberschenkel zugezogen. Obwohl sie dann zeitweilig gar nicht mehr laufen konnte, versuchte sie es am Sonntag in Tokio trotzdem. Doch nach kurzer Zeit gab Anna Hahner erstmals in ihrer Karriere einen Marathon auf.

„Ich bin enttäuscht und sehr traurig. Der Tokio-Marathon war für mich vorbei, bevor er wirklich angefangen hat. Die Schmerzen im Oberschenkel waren zu stark“, erklärte Anna Hahner auf ihrer Webseite.

EM-Ticket für Anna Hahner zunächst nicht in Gefahr

Für die Qualifikation für die Europameisterschaften im Sommer in Berlin hat ihre Aufgabe in Tokio zunächst keine Auswirkungen. Denn Anna Hahner hatte im vergangenen September beim Berlin-Marathon mit einer Zeit von 2:28:32 Stunden die EM-Norm klar unterboten. Sie braucht in diesem Frühjahr keinen Marathon mehr zu laufen. Allerdings muss sie dann bis zum 20. Mai einen Leistungsnachweis über die Halbmarathondistanz erbringen. Hier ist eine Zeit von zumindest 1:14:30 Stunden gefragt. Normalerweise sollte ein solches Ergebnis kein Problem sein, wenn Anna Hahner ihre Verletzung auskuriert hat.

Ergebnisse, Männer
1. Dickson Chumba KEN 2:05:30
2. Yuta Shitara JPN 2:06:11
3. Amos Kipruto KEN 2:06:33
4. Gideon Kipketer KEN 2:06:47
5. Hiroto Inoue JPN 2:06:54
6. Feyisa Lilesa ETH 2:07:30
7. Ryo Kiname JPN 2:08:08
8. Chihiro Miyawaki JPN 2:08:45
9. Kenji Yamamoto JPN 2:08:48
10. Yuki Sato JPN 2:08:58

Frauen
1. Birhane Dibaba ETH 2:19:51
2. Ruti Aga ETH 2:21:19
3. Amy Cragg USA 2:21:42
4. Shure Demise ETH 2:22:07
5. Helah Kiprop KEN 2:28:58
6. Hiroko Yoshitomi JPN 2:30:16
7. Madoka Nakano JPN 2:31:41
8. Marie Imada JPN 2:32:00

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