Mein erster Marathon in Hamburg

Berliner Halbmarathon als Testlauf

Die Trainingsvorbereitungen unseres Praktikanten Malte lohnen sich und es geht voran. In seinem Blog berichtet er über seinen Start beim Berliner Halbmarathon.

Berliner Halbmarathon 2018 - Die Fotos
Kohlenhydrate bunkern vorm Berliner Halbmarathon

Gleich zwei mal Nudeln am Tag vor dem Berliner Halbmarathon.

Bild: privat

Es liegen wieder viele spannende Wochen hinter mir. Immer wieder kämpfte ich mit Schmerzen in den Waden und der Achillessehne. Ich absolvierte alle Laufeinheiten so gut es ging, wie sie in meinem Trainingsplan festgelegt waren. Mir fiel mit der Zeit auf, dass gerade die schnellen Tempodauerläufe und die Intervallläufe, die ich in der Vergangenheit nie besonders gezielt betrieb, zwar sehr anstrengend waren, mir dafür aber auch eine ganze Menge brachten. Ich konnte ein immer schnelleres Tempo laufen, ohne mich gleichzeitig total zu verausgaben. Es erstaunte mich immer wieder, wie schnell sich mein Körper an die neuen Belastungen, die anfangs noch ungewohnt waren, anpasste. Meine Sehnen und Gelenke hingegen machten nicht so schnell mit. Ständig kämpfte ich mit typischen Läuferbeschwerden, besonders Schmerzen in der Achillessehne, am Knie oder der Wade traten immer wieder auf. Daher hieß es häufig einfach Zähne zusammenbeißen und die Einheit durchziehen. Von nichts kommt nichts!

Weitermachen trotz Mini-Tief

Einen kleinen Rückschlag erlebte ich am Osterwochenende, wo ich einen langen Dauerlauf über mehr als 30 Kilometer ausfallen lassen musste, da ich einen sehr intensiven Muskelkater in der Wade verspürte. Da ich ungern eine Verletzung kurz vor dem Berliner Halbmarathon riskieren wollte, ließ ich die Einheit schweren Herzens ausfallen und fuhr mit dem Trainingsplan wie gewohnt fort. Mein großes Ziel, neben dem Beenden des Hamburg Haspa Marathons, war es nämlich, den Berliner Halbmarathon am 8.4 in unter zwei Stunden zu finishen.

Gutes Wetter und eine tolle Stimmung führen zu Glücksgefühlen in Berlin.

Bild: privat

Ruhe vor dem Sturm

Es folgte die Regenerationswoche mit einem sehr niedrigen Trainingspensum. Das war aber auch gut, um mich für die erste große Herausforderung ausreichend zu erholen. Am vergangenen Freitag ging es dann endlich mit dem Flixbus nach Berlin. Ich hatte mir dort mit meiner Freundin eine kleine aber feine Wohnung für zwei Nächte über Airbnb gemietet. Freitag und Samstag in Berlin verliefen dann auch sehr ruhig. Meine Freundin, ihre Mitbewohnerin, die auch gemeinsam mit Ihrem Bruder am Halbmarathon teilnahm und ich ruhten uns viel aus, aßen Eis oder machten es uns bei wunderschönem Wetter auf einem der vielen Berliner Grünflächen gemütlich. Samstag, einen Tag vor dem Lauf, war es dann an der Zeit die Muskulatur mit einem kurzen Lauf etwas aufzulockern. Da meine Freundin und ich fit und energiegeladen an den Start gehen wollten, mussten die Glykogenspeicher natürlich vollständig aufgefüllt werden. Für mich gab es daher an diesem Tag gleich zweimal Nudeln. Das erste Mal zum Mittag auf der Marathonmesse des SSC und dann nochmal zum Abendbrot eine große Portion Spaghetti mit Pesto, Kirschtomaten und Ruccola. Dazu ein alkoholfreies Bier und fertig war ein gelungener Abend bei bestem Wetter. Da wir am kommenden Tag dann ja auch wieder recht früh aufstehen mussten, ging es an diesem schönen Abend dann auch recht früh ins Bett.

Kurz vor dem Rennen

Am Tag des Wettkampfes strahlte schon am frühen Morgen die Sonne durch die Fenster. Es sollten im Verlauf des Tages über 20 Grad warm werden, was einen tollen Lauf unter besten Voraussetzungen versprach. Da es gerade durch die warmen Temperaturen vor dem Wettkampf besonders wichtig war viel zu trinken, nahm ich mir dies zu Herzen und trank am frühen Morgen noch einmal ordentlich Wasser. Bevor es dann Richtung Start- und Zielbereich ging, lief ich noch einmal schnell auf die Toilette um die langen Schlangen vor dem Klohäuschen zu vermeiden. Meine Blase machte mir da aber einen Strich durch die Rechnung.

Ich war so aufgeregt, dass ich glatt nach 20 Minuten direkt wieder eine Toilette aufsuchen musste. Also hieß es erst einmal Anstehen vor den Klohäuschen, die vom Veranstalter überall auf dem Gelände aufgebaut wurden. Bei knapp 35.000 Teilnehmern waren das aber gefühlt viel zu Wenige und so musste ich fast 20 Minuten warten, bis ich auf Toilette konnte. Danach ging es dann auch schon durch das dichte Gedränge der vielen Läufer Richtung Startbereich. Ich startete mit meiner Freundin im Startblock E. Gegen halb 11, knapp 20 Minuten nachdem die ersten Läufer die Startlinie überquert hatten, setzte sich dann auch endlich unser Block in Bewegung und wir starteten ins Rennen. Ich machte meine Kopfhörer rein, startete meine Laufapp und los ging es.

Deutlich unter 2:00 Stunden lautete Maltes Ergebnis beim Berliner Halbmarathon 2018

Bild: privat

Stolz und zufrieden, denn diese Zeit kann sich ruhig mal sehen lassen.

So lief das Rennen

Ich lief gemeinsam mit meiner Freundin und dem gemeinsamen Ziel, den Berliner Halbmarathon in unter 2 Stunden zu bewältigen. Wir starteten dann ins Rennen und passierten die ersten 5 Kilometer in einer Durchgangszeit von 5:41. Das würde gerade so reichen um die Zwei-Stunden Marke zu knacken hatte ich vorher ausgerechnet. Das Rennen lief recht locker. Am Streckenrand war eine tolle Stimmung mit vielen Zuschauern so wie man es von Berlin kennt. Auch das ungewohnt warme Wetter ließ keine Wünsche offen. Während der nächsten 5 Kilometer konnten wir unsere Geschwindigkeit etwas steigern und schafften die 10 Kilometer mit einer Durchgangszeit von 05:38 Minuten pro Kilometer. Wir lagen also noch gut in der Zeit. Meine Kondition und meine Atmung gaben mir aber das Gefühl, dass ich sogar noch einen Tick schneller laufen könnte. Während der kommenden Kilometer fiel es meiner Freundin, mit der ich in der Vorbereitung mehrmals zusammenlief, aber zunehmend schwerer die Geschwindigkeit zu halten. Sie hatte Probleme mit der Atmung und wir mussten etwas Tempo rausnehmen. Dadurch bewältigten wir dann die 15 Kilometer Marke mit einer Durchgangszeit von 05.44. Da ich mir jeden Kilometer die durchschnittliche Pace durchsagen ließ, wusste ich dass es knapp werden würde.

Da geht noch was

Knapp hinter Kilometer 15 kam ein Getränkestand und ich entschied, mich von meiner Freundin zu trennen und das Tempo etwas anzuziehen, um die Zwei-Stunden-Marke noch knacken zu können. Von da an lief ich einen knappen 5er Schnitt und kämpfte mich in Richtung Ziel. Als ich schließlich das Ziel passierte, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Meine Laufapp zeigte eine Zielzeit von etwa 01:56 h an. Ich hatte es geschafft. Als ich mir etwas später die Urkunde ausdrucken ließ, war es offiziell. Genau 01:56 h. Ich hatte es geschafft!!! Die erste Etappe war gemeistert. All die bisherige Anstrengung und das viele Training hatten sich bezahlt gemacht. Glücklich und zufrieden dehnten wir uns noch, holten unsere Sachen ab, machten es uns auf einer Grünfläche an der Karl Marx Allee gemütlich und genossen die Sonne. Anschließend war das Abenteuer Berlin dann auch fast schon wieder beendet und wir machten uns auf den Weg zum Berliner ZOB, wo unserer Flixbus am frühen Abend wieder Richtung Hamburg fuhr.

Mein Weg zum Marathon Hamburg 201:

Das regelmäßige Training macht si...