Köln-Marathon 2018

„Ich möchte locker ins Rennen gehen“

Am Sonntag, den 7. Oktober wird Alina Reh als hoch favorisierte Läuferin beim Halbmarathon im Rahmen des Köln-Marathons am Start stehen.

Alina Reh

Alina Reh läuft am Sonntag in Köln über die Halbmarathondistanz.

Bild: Norbert Wilhelmi

Alina Reh ist die einzige international namhafte Athletin, die am Sonntag im Rahmen des Köln-Marathons an den Start geht. Die 21-jährige Läuferin des SSV Ulm, die bei den Europameisterschaften in Berlin Anfang August über 10.000 m einen starken vierten Platz belegte, wird nicht über die klassische Distanz starten sondern den parallel veranstalteten Halbmarathon durch die Domstadt laufen. Quasi konkurrenzlos geht Alina Reh über die 21,0975 km an den Start.

Unter normalen Umständen wäre für Alina Reh wohl schon jetzt eine Zeit von unter 70 Minuten möglich. Allerdings lief es zuletzt nicht wie geplant für die große deutsche Langstrecken-Hoffnung. Denn bei einem 10-km-Rennen in Ulm musste sie aufgrund von Magenproblemen zwei Zwangspausen einlegen und kam schließlich erst nach 34:05 Minuten ins Ziel. Zum Vergleich: ihre Bestzeit über die 10-km-Distanz steht bei starken 31:38. Im Halbmarathon hat sie bisher 71:23 Minuten erreicht und hält damit den deutschen Rekord der unter 23-Jährigen. Nach ihrem Rennen in Ulm veröffentlichte ihr Sponsor Burg-Wächter das folgende Interview mit Alina Reh.

Trauen Sie sich in Köln eine weitere Steigerung über die Halbmarathondistanz zu?

Alina Reh: „Vor dem Rennen in Ulm hätte ich gesagt: Auf jeden Fall! Vielleicht sogar eine Zeit unter 71 Minuten. Nun muss ich erst mal sehen, wie ich die kleine Niederlage wegstecke. Ich möchte mir keinen Druck machen, sondern locker ins Rennen gehen.“

Was hat den Ausschlag für Ihren Start in Köln gegeben?

Alina Reh: „Hendrik Pfeiffer ist 2015 in Köln deutschen Rekord in der Altersklasse der unter 23-Jährigen gelaufen. Das zeigt: Die Strecke ist schnell. Außerdem soll die Stimmung in Köln klasse sein, darauf freue ich mich. Klar hätte ich auch die Chance gehabt, bei international stark besetzten Rennen zu starten. Doch für mich geht es zunächst darum, stabiler zu werden. Ist das erreicht, kann ich den nächsten Schritt machen.“

Aufgrund von Verletzungen wurden Sie in dieser Saison ziemlich ausgebremst. Trotzdem sind Sie EM-Vierte über 10.000 m geworden. Denken Sie oft an das Rennen im Berliner Olympiastadion zurück?

Alina Reh: „Ja, sehr oft. Vor allem bei schweren Trainingseinheiten. Da kann ich mir die ganzen Fans und die Stimmung wieder ins Gedächtnis rufen. Die ganze Woche in Berlin war für mich einmalig.“

Erst Bahn, jetzt Straße: Planen Sie auch mit einer Cross-Saison und einem möglichen EM-Start am 9. Dezember in Tilburg?

Alina Reh: „Nein, dieses Jahr werde ich keine Crossrennen bestreiten. Bahn, Straße, Cross war einfach zu viel. Das hat man ja auch 2017 gesehen. Über die lange Saison konnte ich das Niveau nicht halten und wurde im Training unkonzentriert. Das Resultat war ein Bänderriss im Knöchel und eine längere Laufpause. Ich musste mich zwischen Cross und Straße entscheiden und habe den Straßenrennen den Vorzug gegeben.“

Das kommende Jahr ist ein spezielles für die Top-Leichtathleten, da der Saisonhöhepunkt mit der WM in Katar Ende September, Anfang Oktober sehr spät ist. Welchen Plan haben Sie und Ihr Trainer Jürgen Austin-Kerl für das WM-Jahr?

Alina Reh: „Bis ins letzte Detail haben wir natürlich noch nicht geplant. Zunächst geht es für mich im November, Dezember in ein längeres Höhentrainingslager nach Kenia. Dort will ich gute Grundlagen für 2019 legen. Nach Kenia werden wir entscheiden, ob ich eine Hallensaison bestreite oder nicht. Man darf nicht vergessen: Im Sommer ist eigentlich die EM der unter 23-Jährigen im Juli in Schweden mein Saisonhöhepunkt. In der Folge muss man sehen, wie man einen möglichen WM-Start elf Wochen später in Angriff nimmt.“

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