Leichtathletik-EM Berlin 2018

Youngster siegt über 1.500 Meter

Der 17-jährige Jakob Ingebrigtsen gewann als Sieger des 1.500-m-Laufes in 3:38,10 Minuten die zweite Goldmedaille für Norwegen.

Das norwegische Lauf-Trio Ingebrigtsen.

Henrik, Jakob und Filip Ingebrigtsen (von rechts nach links) nach dem Berliner 1.500-m-Finale. Alle drei haben nun diesen EM-Titel einmal gewonnen.

Bild: Berlin 2018 - Getty Images

Der norwegische Youngster Jakob Ingebrigtsen ist der neue Europameister über 1.500 m. Der 17-Jährige gewann das Rennen in 3:38,10 Minuten knapp vor dem Polen Marcin Lewandowski (3:38,14) und dem Briten Jake Wightman (3:38,25). Während Jakob Ingebrigtsens Brüder Henrik und Filip in 3:38,50 beziehungsweise 3:41,66 die Ränge vier und zwölf belegten, haben nun alle drei eine Europameisterschafts-Goldmedaille über 1.500 Meter gewonnen - ein Novum in der EM-Geschichte. 2012 hatte Henrik Ingebrigtsen den Titel gewonnen, 2016 triumphierte Filip. Nun folgte Jakob Ingebrigtsen gut einen Monat vor seinem 18. Geburtstag.

Nachdem sich das Ingebrigtsen-Trio zunächst am Ende des Feldes einsortiert hatte, stürmten sie zwei Runden vor Schluss an die Spitze. Jakob Ingebrigtsen gewann das Rennen dann von der Spitze weg, wobei Marcin Lewandowski am Ende noch stark aufkam und den Norweger fast noch abgefangen hätte.

Deutsche Hoffnungen auf eine sehr gute Platzierung oder vielleicht sogar eine Medaille erfüllten sich am Freitagabend im Berliner Olympiastadion nicht. Hinter dem Briten Charlie Da’Vall Grice (3:38,65) und dem Litauer Simas Bertasius (3:39,04) belegte Timo Benitz (LG Farbtex Nordschwarzwald) mit 3:39,28 Platz sieben. Nachdem er 400 m vor dem Ziel noch recht aussichtsreich auf dem sechsten Rang gelegen hatte, gab sich Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) rund 200 Meter vor dem Ziel geschlagen. Er sah offenbar, dass er an diesem Abend nichts reißen kann und trottete schließlich als Letzter auf Platz 13 mit deutlichem Rückstand in 3:47,83 Minuten ins Ziel. Homiyu Tesfaye wird nun sicherlich entscheiden müssen, ob er sich künftig mit vollem Einsatz auf die Langstrecken konzentriert und in welcher Trainings-Konstellation dies erfolgversprechend sein könnte.

„Ich bin froh, dass der Wettkampf hinter mir liegt und ich nicht mehr diese Angst haben muss, dass mir die Achillessehnen irgendwann um die Ohren fliegen. Ich habe mich seit März durch gequält“, erklärte Timo Benitz, während Homiyu Tesfaye meinte: „Ich bin nicht enttäuscht, ich bin sehr glücklich. Meine Frau ist schwanger und ich konnte nicht ins Trainingslager gehen und gut trainieren. Ich hatte eigentlich mit 5.000 und 10.000 Metern geplant. Ich bin froh, dass ich überhaupt die Norm geschafft habe, um hier zu starten.“

Das 800-m-Finale der Frauen endet mit einem Sieg der Titelverteidigerin

Wie schon vor zwei Jahren in Amsterdam heißt die Europameisterin Nataliya Pryshchepa. Die 23-Jährige aus der Ukraine hatte das beste Spurtvermögen und gewann in 2:00,38 vor der Französin Renelle Lamote (2:00,62). Auch die Bronzemedaille ging an eine Läuferin aus der Ukraine: Olha Lyakhova war in 2:00,79 knapp vor der Britin Adelle Tracey (2:00,86) im Ziel.

Gesa Krause sichert sich ein Finalticket für den 3.000 m Hindernislauf

Währenddessen qualifizierte sich Titelverteidigerin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) als Dritte ihres Vorlaufes über 3.000 m Hindernis mit 9:33,51 für das Finale am Sonntag. Etwas schneller waren am Ende die Schweizerin Fabienne Schlumpf (9:32,32) und Luiza Gega (Albanien/9:33,11). „Ich habe versucht, gelassen zu bleiben und ein kontrolliertes Rennen zu laufen. Am Sonntag möchte ich gerne zeigen, was in mir steckt“, sagte Gesa Krause, die erst am Tag vor ihrem Vorlauf aus dem Höhentraining in der Schweiz nach Berlin gereist war.

Der neunte Platz von Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) mit einer Zeit von 9:41,18 reichte nicht, um das Finale zu erreichen. Allerdings steht mit Elena Burkhard (LG Farbtex Nordschwarzwald) eine zweite deutsche Läuferin im Endlauf. Sie belegte in ihrem Vorlauf Platz vier mit 9:34,63. Ausgeschieden ist dagegen die Europameisterin von 2014, Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus). Eine Erkältung hatte sie derart geschwächt, dass sie nicht über Platz 14 in 9:52,79 hinaus kam.

Pech für die deutschen Läuferinnen über 1.500 Meter

In den 1.500-m-Qualifikationsläufen der Frauen sind die beiden deutschen Starterinnen ausgeschieden, so dass das Finale am Sonntag ohne deutsche Beteiligung stattfindet. Während die schottische Gold-Favoritin Laura Muir ihren Lauf in 4:09,12 Minuten gewann, wurde Diana Sujew (Eintracht Frankfurt) in diesem Rennen lediglich Zehnte in 4:12,08. Im zweiten Qualifizierungslauf setzte sich die Polin Sofia Ennaoui in 4:08,60 durch. Als Neunte hatte auch Caterina Granz (LG Nord Berlin) mit einer Zeit von 4:11,64 keine Chance auf das Erreichen des Finales. Hanna Klein (SG Schorndorf) hatte auf ihren Start verzichtet, um sich voll auf das 5.000-m-Rennen zu konzentrieren.

Die Leichtathletik-EM Berlin 2018:

Zweites Lauf-Gold für Frankreich