Dubai-Marathon 2019

Shooting-Star Guye Adola ist Favorit in Dubai

Guye Adola und die kenianische Weltklasseläuferin Ruth Chepngetich führen die Startlisten beim Dubai-Marathon an, der am 25. Januar gestartet wird.

Guye Adola und Ruth Chepngetich sind die Favoriten beim Dubai-Marathon.

Guye Adola und Ruth Chepngetich sind die Favoriten beim Dubai-Marathon.

Bild: Colombo / Standard Chartered Dubai Marathon

Der äthiopische Shooting-Star Guye Adola und die neueste kenianische Weltklasseläuferin Ruth Chepngetich führen die Startlisten beim hochklassigen Standard Chartered Dubai-Marathon an, der am Freitag zum 20. Mal in dem Wüsten-Emirat gestartet wird. Die beiden Star-Läufer weisen mit Bestzeiten von 2:03:46 beziehungsweise 2:18:35 Stunden persönliche Rekorde auf, die schneller sind als die Streckenrekorde in Dubai. Während deutsche Topläufer bei dem Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht am Start sind, läuft der Schweizer Rekordhalter Tadesse Abraham zum ersten Mal in Dubai. Auf der superflachen Strecke will der 36-Jährige zumindest seine nationale Bestzeit von 2:06:40 Stunden angreifen. Das Rennen beginnt am Freitag um 6 Uhr Ortszeit (3 Uhr deutscher Zeit) und wird per Live-Stream weltweit gezeigt unter: www.dubaimarathon.org

Immer wieder gab es in den letzten Jahren in Dubai absolute Weltklassezeiten. 2018 liefen sieben Männer Zeiten von unter 2:05 und vier Frauen blieben unter 2:20 Stunden, was jeweils einmalig ist in der Geschichte des Marathonlaufes. Die äthiopischen Sieger Mosinet Geremew und Roza Dereje brachen dabei mit 2:04:00 beziehungsweise 2:19:17 die Streckenrekorde.

Mit Guye Adola startet in Dubai nun jener Läufer, der so dicht an Weltrekordler und Olympiasieger Eliud Kipchoge herankam wie kein anderer Athlet seit 2015. Beim Berlin-Marathon 2017 lag der Äthiopier bis kurz vor Kilometer 40 sogar in Führung. Doch dann überholte ihn der kenianische Superstar noch und gewann mit einem Vorsprung von 14 Sekunden vor Adola, der damals mit 2:03:46 Stunden das schnellste Marathon-Debüt auf einer rekord-konformen Strecke lief. Auf Anhieb war er dabei 13 Sekunden schneller als sein prominenter Landsmann, der ehemalige Weltrekordler Haile Gebrselassie (2:03:59).

„Meine Berliner Zeit ist natürlich sehr gut. Am Freitag hoffe ich auf eine ähnliche Leistung“, sagte Guye Adola während der Pressekonferenz vor dem Marathon in Dubai. Nach dem Berliner Rennen hatte er gesundheitliche Probleme, so dass er in London 2018 abgeschlagen auf Rang 17 ins Ziel lief. Eine Verletzung verhinderte dann seinen Start beim Mainova Frankfurt-Marathon im Oktober. „Jetzt lief in der Vorbereitung auf Dubai alles gut. Ich werde versuchen, den Streckenrekord zu unterbieten“, sagte Guye Adola, der in Dubai auf sehr starke Konkurrenz trifft. Mit seinen Landsleuten Asefa Mengstu (Bestzeit: 2:04:06), Sisay Lemma (2:04:08) und Lemi Berhanu (2:04:33), der in Dubai bereits 2015 gewonnen hat, sind drei weitere Athleten mit Bestzeiten von unter 2:05 Stunden im Rennen.

Gespannt sein darf man auf Tadesse Abraham. Der aus Eritrea stammende Schweizer, der bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Berlin die Silbermedaille im Marathon gewann, hatte vor drei Jahren in Seoul mit 2:06:40 den aktuellen Schweizer Rekord aufgestellt. Die schnelle Strecke in Dubai könnte ihm nun die vielleicht beste Möglichkeit bieten, diese Bestzeit noch einmal zu unterbieten. Ist Abraham in Topform, kann er eventuell sogar seinem Traumziel nahe kommen: das ist der Europarekord. Diese Marke ist allerdings inzwischen deutlich schwerer zu knacken, denn Mo Farah (Großbritannien) verbesserte die Zeit im vergangenen Jahr auf 2:05:11.

Mit einem sensationellen Streckenrekord von 2:18:35 Stunden hatte Ruth Chepngetich erst im vergangenen November in Istanbul überrascht. Die 24-jährige Kenianerin verbesserte sich damit gleich um knapp vier Minuten. Dass der Zeitabstand von rund zweieinhalb Monaten zwischen zwei Marathonrennen zu kurz sein könnte, glaubt die neueste Weltklasseläuferin aus Kenia nicht: „Ich habe mich ausgeruht und dann 50 Tage trainiert. Ich fühle mich gut“, erklärte Chepngetich. „Mein Ziel ist es, zu gewinnen. Und ich will versuchen, den Streckenrekord zu brechen. Ich werde ganz vorne mitlaufen, egal wie das Tempo ist.“ Ihre schärfste Konkurrentin könnte Worknesh Degefa sein. Die Äthiopierin gewann den Standard Chartered Dubai Marathon vor zwei Jahren in 2:22:36. Im vergangenen Jahr steigerte sie sich bei dem Rennen zwar auf hochklassige 2:19:53, doch das reichte in diesem einmaligen Marathonlauf nur zu Platz vier.

Ausgewählte Favoriten und Bestzeiten beim Dubai Marathon:

Männer
Guye Adola ETH 2:03:46
Asefa Mengstu ETH 2:04:06
Sisay Lemma ETH 2:04:08
Lemi Berhanu ETH 2:04:33
Emmanuel Saina KEN 2:05:21
Kelkile Gezahegn ETH 2:05:56
Seboka Dibaba ETH 2:06:17
Tadesse Abraham SUI 2:06:40
Adugna Takele ETH 2:08:31
Shifera Tamru ETH 2:08:50
Yenew Alamirew ETH 2:08:56
Birhanu Teshome ETH 2:09:03
Getaneh Molla ETH Debüt

Frauen
Ruth Chepngetich KEN 2:18:35
Worknesh Degefa ETH 2:19:53
Sharon Cherop KEN 2:22:28
Sintayehu Lewetegn ETH 2:22:45
Rahma Tusa ETH 2:23:46
Birke Debele ETH 2:25:28
Muluhabt Tsega ETH 2:25:48
Waganesh Mekasha ETH 2:25:57