Leserreporter Arno Renn

Schönstes Lauferlebnis beim Nightrun in Innsbruck

Arno Renn suchte eine Laufveranstaltung passend zum runden Geburtstag -
und beschenkte sich in Innsbruck selbst mit einer neuen Halbmarathon-Bestzeit.

Arno Renn beim Nightrun Innsbruck

Leserreporter Arno Renn mit seiner Finisher-Medaille des Nightrun Innsbruck.

Bild: privat

Seit Oktober 2015 nehme ich an kleineren Laufveranstaltungen in Oberbayern und Tirol teil und beschloss, mein Training für 2017 auf die Halbmarathondistanz auszulegen und dabei möglichst unter zwei Stunden zu bleiben. Beim Stadtlauf in München und beim Ganghofertrail in Weidach/Leutasch erreichte ich mit jeweils 1:53er-Zeiten doch recht locker meine persönliche Zeitvorgabe und suchte nun nach einer besonderen Laufveranstaltung über die Halbmarathondistanz. Dieser Lauf sollte an meinem runden Geburtstag, dem 1. Oktober, stattfinden, denn somit – ich muss es zugeben – wollte ich dem „Feiertrubel“ aus dem Weg gehen und stattdessen das tun, was mir am meisten Spaß macht, also laufen. Ich entdeckte im Internet auf der Website „Innsbruck läuft“ ein passendes Rennen: Es handelte sich um den Nightrun Innsbruck, der am 30.09.2017 stattfand.
Bei dieser Veranstaltung werden auf gleicher Strecke jeweils ein Halbmarathon, ein Volkslauf und ein Fitnesslauf angeboten, die auf einem Rundkurs von 4,22 km absolviert werden. Die Halbmarathondistanz geht also über fünf Runden, der Volkslauf mit 8,44 km über zwei und der Fitnesslauf über eine Runde. Die Veranstaltung sollte dem Breitensport dienen, war aber gleichzeitig auch die Halbmarathonmeisterschaft Tirols.

Samba-Gruppen und tolle Atmosphäre beim Nightrun Innsbruck

Bereits weit vor dem Start um 19:00 Uhr abends begann bei mir das „Kribbeln“, als ich sah, wie die Strecke von den vielen Helfern abgesperrt wurde. Ich meldete mich mit Zahlung der Startgebühr (für den Marathon 20,00€ + 5,00 € Nachmeldegebühr) an und die Vorfreude und Aufregung auf das Rennen nahm noch einmal zu. Das „Startsackerl“ war zwar mit dem üblichen Riegel, Getränk, Nudeln und Zeitschrift nicht sehr üppig gefüllt, aber ich denke dennoch, dass der Preis für diesen Event mehr als in Ordnung war. Die Zeit zum Start verging sehr schnell und in der Startaufstellung gab es, aufgrund der leicht veränderten Streckenführung zum Vorjahr, ein wenig Verwirrung, auf welcher der beiden Laufseiten gestartet werden sollte, mit dem Ergebnis, dass ich (und das war mir ein wenig peinlich) ziemlich weit vorne stand. Es sollte sich aber nicht als Problem herausstellen, denn die Strecke war so breit ausgelegt, dass während des gesamten Laufs keine Probleme beim Überholen und überholt werden auftraten. Mir hat auch gefallen, dass alle Teilnehmer fast zeitgleich auf die Strecke gegangen sind, somit war immer etwas los. Insgesamt war der Lauf der schönste den ich bis dato erlebt habe. Die Atmosphäre beim Durchlaufen der Altstadt am „Goldenen Dachl“ vorbei war einfach traumhaft. Aufgrund des lauen Wetters waren sämtliche Lokale gefüllt und viele Besucher sowie einige Samba-Gruppen feuerten die Läufer an. Danach führte die Strecke über die Brücke am Inn entlang, wo es zwar ruhiger, aber dafür „heimelig“ wurde. Bei eintretender Dunkelheit war das Bergpanorama traumhaft schön.

Persönliche Bestzeit um mehr als sieben Minuten verbessert

Schnell merkte ich auch, dass es bei mir an diesem Abend besonders gut laufen sollte. Ich konnte einen, für meine Verhältnisse, recht schnellen und gleichbleibenden Rhythmus laufen, begünstigt auch dadurch, dass die Strecke insgesamt sehr flach war und man sich, aufgrund der einzelnen Runden, alle Abschnitte gut einprägen konnte. Interessant war auch zu sehen, wie mich die schnellsten Läufer überrundeten. Der Sieger Robert Kipkoech Kirui aus Kenia lief den Halbmarathon in 1:06:46 Stunden und die schnellste Frau Silvia Schwaiger aus Österreich erreichte das Ziel nach 1:19:15 Stunden. Laut Veranstalter sind Läufer/innen aus zehn Nationen gestartet. Mit fortschreitender Renndauer lief es bei mir immer besser. Ich hatte den Rat des geschätzten Dieter Baumann befolgt: Kein „Dingens-Dangens“ sondern einfach genießen. Ich schaute nur nach jedem Kilometer kurz zur Kontrolle auf meine Fitnessuhr. Beim letztmaligen Einbiegen in die Altstadt hörte ich die Glocke des Doms dreimal kurz schlagen und konnte nicht glauben, dass ich auf dem letzten Kilometer offensichtlich erst eine Stunde und 45 Minuten unterwegs war. Auch hatte ich auf der letzten 4,22 km Runde zum ersten mal das Gefühl, in den oft gehörten „Runners-High“ geraten zu sein. Mir kam es vor, als würde ich mich selber beim Laufen sehen und ich spürte keinerlei körperliche Anstrengung. Als ich dann die Zielgerade erreichte sah ich meine Familie, die aufgrund meiner defensiven Zeitvorgabe gerade erst eingetroffen war und die Zeitnahme vor mir. Tatsächlich standen erst 1:45 h auf der Uhr und ich lief bei 1:45:55 Stunden über die Ziellinie und hatte meine Halbmarathon-Bestzeit somit um mehr als sieben Minuten verbessert. Überglücklich bekam ich meine Finisher-Medaille überreicht: Ein aus Ton gefertigter Fuß mit Inschrift – eine charmante Alternative zu den sonstigen Modellen. Passend zu dieser sehr schönen Veranstaltung.
Nach einer kurzen Dusche im nahegelegenen Hotel nahm der Abend weiterhin einen gleichbleibend schönen Verlauf. Wir fanden noch ein sehr feines, italienisches Lokal, wo es zu dieser späten Zeit noch warme Küche gab. Mit meiner Frau Monika und den Kindern Yannick und Valentina feierten wir bei Pasta und Wein gemütlich in meinen 50. Geburtstag hinein. Ich möchte mit diesen Zeilen gerne jeden Läufer ermutigen, einmal an einer Laufveranstaltung teilzunehmen, egal über welche Distanz. Persönlich habe ich vor einem Läufer der Spitzenklasse den gleichen Respekt wie vor jedem anderen Finisher.

Von Leser-Reporter Manfred Blieffert

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