Hallen-WM Birmingham

Klosterhalfen über 3.000 m auf Platz sieben

Nachdem die 21-jährige Konstanze Klosterhalfen fünf Runden lang das Feld angeführt hatte, fehlte ihr hintenheraus die Kraft. In 8:51,79 Minuten wurde sie Siebte.

Genzebe Dibaba vor Konstanze Klosterhalfen bei der Hallen-WM 2018 in Birmingham über 3000 m

Kurz nach der 2.000-m-Marke ging Genzebe Dibaba an der bis dahin führenden Konstanze Klosterhalfen vorbei, die dann weiter zurückfiel. Dibaba gewann, Klosterhalfen wurde Siebte.

Bild: photorun.net

Genzebe Dibaba hat am ersten Abend der Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Birmingham das 3.000-m-Finale gewonnen. Die Äthiopierin wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und sicherte sich in 8:45,05 Minuten bereits zum dritten Mal in Folge diesen Titel. Es war allerdings recht knapp. Kurz hinter ihr folgten Siffan Hassan (Niederlande/8:45,68) und die Britin Laura Muir (8:45,78). Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen) lief bei ihrem Hallen-WM-Debüt in einem hochklassigen Feld auf einen starken siebenten Platz in 8:51,79 Minuten, war aber einmal mehr bei einem WM-Rennen taktisch schlecht beraten.

Klosterhalfen macht Tempoarbeit

Nach einem langsamen ersten Kilometer war es ausgerechnet Konstanze Klosterhalfen, die sich an die Spitze setzte und das Tempo deutlich anzog. Damit tat sie Titelverteidigerin Genzebe Dibaba aber auch der Schottin Laura Muir, die beide eher ein schnelleres Rennen bevorzugten, einen großen Gefallen. Rund fünf Runden lang führte die 21-jährige Deutsche das Feld an, dann zog Genzebe Dibaba vorbei. Weitere Läuferinnen überholten Konstanze Klosterhalfen, die nicht mehr reagieren konnte, weil sie bei der Führungsarbeit zu viel Kraft verloren hatte. Taktisch ähnlich unglücklich war sie schon bei der WM im vergangenen Sommer in London über 1.500 m im Halbfinale gelaufen. Auch hier hatte sie sich an die Spitze gesetzt und am Ende fehlte die Kraft, um das Erreichen des Finales sicherzustellen.

Starke Leistung, schwache Taktik

Zweifellos zeigte das deutsche Super-Talent in Birmingham einmal mehr eine starke Leistung, doch es wäre wie in London mehr möglich gewesen. Irgendjemand muss ihr noch vor der EM in Berlin beibringen, wie man taktisch bei einer großen Meisterschaft laufen muss. Gegen nationale Konkurrenz funktioniert das Konzept, einfach vorneweg zu rennen. Doch international sieht es anders aus.

Eine Medaille wäre aber auch mit einer defensiveren Taktik in Birmingham nicht möglich gewesen. Zu stark präsentierten sich Dibaba, Hassan und Muir. Die eine oder andere der dahinter platzierten Läuferinnen – Hellen Obiri (Kenia/8:49,66), Shelby Houlihan (USA/8:50,36) und Fantu Worku (Äthiopien/8:50,54) belegten die Ränge vier bis sechs – hätte Konstanze Klosterhalfen aber vielleicht schlagen können.

„Ich würde lieber anders laufen und den siebenten Platz hinten raus herausholen. Da muss ich noch hinkommen. Ich bin im Lauf noch immer etwas zu ungeduldig und will gleich los“, sagte Konstanze Klosterhalfen gegenüber leichtathletik.de.

Genzebe Dibaba ist bereits die dritte Athletin, der bei der Hallen-WM ein Hattrick über die 3.000-m-Distanz gelang. Ihre Landsfrau Meseret Defar gewann dieses Gold sogar viermal in Folge – 2004, 2006, 2008 und 2010 –, die Rumänin Gabriela Szabo siegte 1995, 1997 und 1999. „Ich freue mich sehr über meinen dritten Titel. 2017 war kein gutes Jahr für mich, aber 2018 kommt meine Zeit zurück“, sagte Genzebe Dibaba.