Great North Run 2010

Gebrselassie dominiert in Newcastle

Haile Gebrselassie hat in souveräner Manier den größten Halbmarathon der Welt gewonnen.

Haile Gebrselassie in Newcastle

Haile Gebrselassie lief beim Great North Run alleine vorneweg.

Bild: photorun.net

Der Äthiopier siegte beim englischen Great North Run, der von Newcastle nach South Shields führt, in 59:33 Minuten. Mit der viertschnellsten Zeit des Jahres gelang dem 37-Jährigen bei guten Wetterbedingungen zudem eine erfolgreiche Generalprobe für den New York-Marathon am 7. November. Auch die schnellste Frau kam aus Äthiopien: Berhane Adere gewann das Rennen, für das sich 54.000 Läufer gemeldet hatten, in 68:49 Minuten vor den Portugiesinnen Ana Dulce Felix (69:01) und Marisa Barros (beide Portugal/69:09). Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) hatte ihren Start aufgrund einer Erkältung kurzfristig absagen müssen. Sie reiste gar nicht erst nach Newcastle sondern blieb im Höhentrainingslager in St. Moritz, wo sie sich auf ihren Start beim Chicago-Marathon am 10. Oktober vorbereitet.

„Das Ziel war heute für mich zu gewinnen, es ging nicht um eine Rekordjagd“, erklärte Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere bisher 20 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufstellte. Etwa nach der Hälfte der relativ welligen und nicht ganz einfach zu laufenden Strecke löste sich der zweifache 10.000-m-Olympiasieger und Halbmarathon-Weltmeister von 2001 von seinem schärfsten Konkurrenten. Als Haile Gebrselassie antrat, war Kiplimo Kimutai geschlagen. Der Kenianer wurde schließlich mit deutlichem Rückstand Zweiter in 61:23 Minuten vor dem ehemaligen Marathon-Weltmeister Jaouad Gharib (Marokko/62:00). Rang vier belegte der US-Amerikaner Dathan Ritzenhein mit 62:35.

„Der Great North Run ist das größte Halbmarathonrennen der Welt und deswegen wollte ich, dass mein Name hier in der Siegerliste steht“, erklärte Haile Gebrselassie, der zudem die 30. Jubiläumsausgabe des Laufes gewann. Aus diesem Grund hat er sich nach zuletzt vier Siegen in Folge und zwei Weltrekorden beim Berlin-Marathon auch entschieden, am kommenden Sonntag nicht in der deutschen Hauptstadt sondern in New York Marathon zu laufen. „Eines Tages werden mich die Leute fragen, hast Du den New York-Marathon gewonnen oder den Great North Run. Das zu schaffen, darum geht es mir in diesem Jahr. Ich bin jetzt auf einem guten Weg“, sagte Haile Gebrselassie, der aber auch seine Weltrekordsammlung noch erweitern möchte. „Ich denke, dass ich meinen Marathon-Weltrekord von 2:03:59 Stunden noch unterbieten kann.“

Dass Haile Gebrselassie den Halbmarathon-Weltrekord, den Zersenay Tadese (Eritrea) zwischenzeitlich auf 58:23 Minuten verbesserte, noch einmal zurückerobern kann, ist dagegen eher unwahrscheinlich. „Ich konzentriere mich mehr auf den Marathonrekord“, sagte der Äthiopier, dessen Halbmarathon-Bestzeit bei 58:55 Minuten steht.

Spannender als bei den Männern war der Kampf um den Sieg bei den Frauen. Immer wieder versuchte Berhane Adere sich von Ana Dulce Felix zu lösen. Doch die Portugiesin konnte lange Zeit kontern und ließ sich nicht abschütteln. Erst eine Meile vor dem Ziel, das in South Shields unmittelbar an der Nordseeküste liegt, konnte sich die 37-jährige frühere Halbmarathon-Weltmeisterin von Ana Dulce Felix lösen, die dann kurz vor dem Ziel noch von ihrer Landsfrau Marisa Barros überholt wurde.

„Es war meine Taktik, nach 15 Kilometern das Tempo zu erhöhen. Aber es war kein leichtes Rennen“, sagte Berhane Adere, die den Great North Run bereits vor vier Jahren gewonnen hatte. „Ich freue mich, dass ich zusammen mit Haile für einen äthiopischen Doppelsieg sorgen konnte“, sagte Berhane Adere, die noch nicht entschieden hat, wo sie eventuell einen Herbstmarathon laufen wird.

Erst als beide Sieger nur noch wenige Kilometer vom Ziel entfernt waren, hatten 21,0975 km weiter hinten die letzten Läufer die Startlinie überquert. So groß ist das Feld mit 54.000 gemeldeten Läufern und etwa 38.000 tatsächlichen Startern, dass der Kurs lange Zeit über Schnellstraßen durch Newcastle und Gateshead führt. Auf normalen Straßen würden die Läufer-Massen wohl nie ins Rennen kommen.

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