Borneo-Marathon 2019

Ein Laufhighlight am anderen Ende der Welt

Leserreporter Frank Dieter berichtet vom Borneo-Marathon, einem echten Laufhighlight am anderen Ende der Welt.

Borneo-Marathon 2019

Das aktuelle Marathon-T-Shirt.

Bild: Frank Dieter

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen, an außergewöhnlichen Orten einen Marathon zu laufen, kam ich durch meine Recherchen sehr schnell auf die Insel Borneo. Die Geschichte um diesen Marathon hat mich sofort fasziniert, denn der Erlös dieser sehr gut organisierten Veranstaltung kommt ausschließlich "Unicef" zugute, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Das arbeitet hier bereits seit drei Jahren sehr eng mit dem Kinabalu Running Club zusammen.

Im ersten Jahr lief man für die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen, im Jahr 2018 wurde Mobbing thematisiert und dieses Jahr liefen wir, um gesunde Ernährungsgewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Schnell traf ich meine Entscheidung, hier meinen Urlaub zu verbringen und an einem Marathon teilzunehmen, der im Dienste einer guten Sache ausgetragen wird.

Da auf der Insel fast das ganze Jahr über eine Temperatur zwischen 30 und 35 Grad Celsius herrscht und die Luftfeuchtigkeit nahezu 100 % beträgt, erfolgte der Start des Borneo Marathons am Sonntag, den 28.05. bereits um 3:00 in der Nacht. Allerdings war es "gefühlt" nicht wirklich kühler, als am Tag, dennoch ist es in der Dunkelheit erträglicher gewesen, als unter der heißen Sonne zu laufen.

Frank Dieter mit der Marathon-Medaille am Strand von Boreno.

Bild: Privat

Nach dem Startschuss, vor dem Stadion in der Sportanlage "Likas Sport Complex", liefen wir zunächst eine große Runde durch Kota Kinabalu, die Hauptstadt der Region Sabah. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte es mir unmöglich, mit Brille zu laufen, denn die war sozusagen "dauerbeschlagen" und hätte mich nur erahnen lassen, wohin der Weg mich führt, da auch viele Bereiche, außerhalb der Stadt völlig unbeleuchtet waren. Die Stadt verließen wir nach etwa 11 km und hatten nun einen ca. 10 Kilometer langen Teilabschnitt Richtung Norden der Insel zu bewältigen.

Entgegen meinen Erwartungen fühlte ich mich relativ gut und hatte keine größeren Probleme mit den hohen Temperaturen, da auch die sehr gute Verpflegung entlang der Strecke, dazu beitrug, sich immer wieder ausreichend mit Wasser und isotonischen Getränken zu versorgen.

Nach der Halbmarathondistanz, führte uns der Kurs dann in westliche Richtung, bevor es wieder Richtung Kota Kinabalu ging. Leider nicht auf direktem Weg, denn wir mussten bei Kilometer 30 dann noch eine Runde auf dem Gelände der malaysischen Universität Sabah laufen. Hier wurde den Marathonis noch einmal alles abverlangt, denn die ca. 5 km waren geprägt von sehr vielen Höhenmetern, die die meisten Läufer "gehend" bewältigen mussten.

Erschwerend kam hinzu, dass von nun an auch die Halbmarathonis und 10-Kilometer-Starter bis zum Ziel den gleichen Kurs verfolgten, deren Start wegen der kürzeren Distanzen erst um 5 Uhr bzw. 6 Uhr erfolgte. Auf den letzten Kilometern waren nun ca. 11.000 Teilnehmer aller Kategorien in Richtung Zieleinlauf auf der Strecke. Die mittlerweile aufgegangene Sonne, motivierte dann, trotz der stetig steigenden Temperaturen, meine letzten Reserven zu aktivieren.

Nach 4:32:45 bin ich mit Gänsehaut, sehr zufrieden, im Stadion über die Ziellinie gelaufen und war sehr glücklich über Platz 218 von etwa 2.000 Marathonteilnemern aus 52 Nationen und Platz 14 in meiner Altersklasse (M55). Tolle Eindrücke, vorbildliche Organisation und die Tatsache, für die "gute Sache" gelaufen zu sein, macht den Borneo-Marathon zu einer ganz besonderen Veranstaltung, die ich in guter Erinnerung behalten werde und allen Laufenthusiasten wirklich sehr ans Herz legen kann. Ein wahres Laufhighlight am anderen Ende der Welt.