Leichtathletik-EM in Berlin

Duell Moen gegen Abraham erwartet

Zwei Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden an den Start des EM-Marathons. Der Norweger Sondre Moen und der aus Eritrea stammende Schweizer Tadesse Abraham sind damit die Favoriten.

Europa-Rekordler Sondre Moen, der im vergangenen Dezember den Fukuoka-Marathon gewann, führt die Startliste beim EM-Marathon an.

Europa-Rekordler Sondre Moen, der im vergangenen Dezember den Fukuoka-Marathon gewann, führt die Startliste beim EM-Marathon an.

Bild: Helmut Winter

Meisterschaftsrennen über die Marathondistanz sind immer wieder offen und produzieren regelmäßig Überraschungen. Dass vor vier Jahren in Zürich der Italiener Daniele Meucci mit einer persönlichen Bestzeit die Marathon-Goldmedaille gewann, war vorher nicht zu erwarten. Ohne Tempomacher sind die Rennverläufe meist ganz anders als bei den hochklassigen City-Marathonläufen. Insofern ist auf dem mehrmals zu durchlaufenden Rundkurs durch die Berliner Innenstadt mit einem interessanten Rennen zu rechnen. Bei hohen Temperaturen kann ohnehin viel passieren.

Marathon der Männer
Finale: Sonntag (12.8.), 10 Uhr
Europameister 2014: Daniele Meucci (ITA)
Olympiasieger 2016: Eliud Kipchoge (KEN)
Weltmeister 2017: Geoffrey Kirui (KEN)
Europäische Jahresbestzeit: 2:06:21 Mo Farah (GBR)
Deutsche Starter: Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), Tom Gröschel (TC Fiko Rostock), Sebastian Reinwand (ART Düsseldorf), Marcus Schöfisch (lauftraining.com), Jonas Koller (LG Telis Finanz Regensburg), Philipp Baar (ART Düsseldorf).


Zwei Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden an den Start. Und diese beiden könnten sich ein Duell liefern um den EM-Titel: Sondre Moen ist der europäische Marathon-Aufsteiger des vergangenen Jahres. Er gewann im Dezember 2017 den Fukuoka-Marathon mit einem sensationellen Europa-Rekord von 2:05:48. Moen wollte bei der EM ursprünglich über 10.000 m antreten und dann einen Herbst-Marathon laufen, änderte seine Pläne jedoch kurzfristig. Sein vielleicht stärkster Gegner könnte der aus Eritrea stammende Schweizer Tadesse Abraham sein, der eine Bestzeit von 2:06:40 aufweist und sich langfristig auf den EM-Marathon vorbereitet hat. Weder Titelverteidiger Daniele Meucci noch der britische Langstrecken-Star Mo Farah, der mit 2:06:21 Stunden die europäische Jahresbestenliste anführt, werden in Berlin Marathon laufen.

Neben Moen und Abraham weisen drei weitere Läufer im EM-Feld Bestzeiten von unter 2:09 Stunden auf: Der Pole Henryk Szost (2:07:39), der Spanier Javier Guerra (2:08:36) und der Holländer Abdi Nageeye (2:08:16). Doch insgesamt haben nur sieben Läufer persönliche Rekorde von unter 2:10 Stunden. Damit ist die Breite in der Spitze nicht besonders stark, so dass auch der eine oder andere Läufer mit einer Bestzeit von über 2:10 eine starke Rolle spielen kann - speziell, wenn er gut mit höheren Temperaturen klar kommt.

Mit sechs Läufern ist das deutsche Team beim EM-Marathon am Start. Aufgrund der integrierten Mannschaftswertung dürfen im Marathon maximal ein halbes Dutzend Athleten einer Nation antreten. Der zuletzt mit Abstand stärkste und erfahrenste deutsche Läufer in Berlin ist der Regensburger Philipp Pflieger. Ausgehend von seiner Bestzeit von 2:12:50 Stunden könnte er am Sonntag unter den besten 20 sein. Doch vielleicht ist auch mehr möglich für Philipp Pflieger.


Die Leichtathletik-EM Berlin 2018:

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