Crosslauf-WM Aarhus 2019

Cheptegei und Obiri Weltmeister

Als erster Läufer aus Uganda gewann Joshua Cheptegei den Cross-WM-Titel, Hellen Obiri setzte sich als Favoritin durch. Aus deutscher Sicht zeigte Elena Burkard ein starkes Rennen.

Joshua Cheptegei Cross-WM Aarhus/Dänemark 2019

Joshua Cheptegei gewann als erster Läufer aus Uganda die Cross-WM.

Bild: www.photorun.net

Joshua Cheptegei ist der neue Cross-Weltmeister. Der erst 22-jährige Läufer aus Uganda gewann das 10,025-km-Rennen im dänischen Aarhus auf einer sehr schweren Strecke mit steilen Anstiegen, Matsch und Sand in 31:40 Minuten vor seinem noch vier Jahre jüngeren Landsmann Jacob Kiplimo (31:44). Zum ersten Mal in der Geschichte der Cross-WM gewann ein Läufer aus Uganda die Goldmedaille. Rang drei belegte mit 31:55 Minuten der Titelverteidiger Geoffrey Kamworor (Kenia), der damit einen Titel-Hattrick verpasste. Er hatte dieses Meisterschaftsrennen 2015 und 2017 gewonnen.

Favoriten-Sieg der Kenianerin Obiri

Im Rennen der Frauen setzte sich mit Hellen Obiri die Favoritin durch. Die Kenianerin gewann über die 10,025 km in 36:14 Minuten nach einem spannenden Zweikampf mit der Äthiopierin Dera Dida, die mit 36:16 Rang zwei belegte. Dritte wurde Letesenbet Gidey (Äthiopien/36:24). Die 29-jährige Hellen Obiri ist die erste Läuferin in der Leichtathletik-Geschichte, die Einzel-Goldmedaillen bei der WM (2017 über 5.000 m), der Hallen-WM (2012 über 3.000 m) und der Cross-WM gewonnen hat.

Burkard zeigt starkes Rennen

Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) lief einmal mehr ein starkes Crossrennen und belegte in dem hochklassigen Feld einen sehr guten 23. Rang in 38:26 Minuten. Die 27-Jährige - die einzige deutsche Starterin bei der Cross-WM - erreichte die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit 14 Jahren in diesem hochkarätigen Wettbewerb: Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05) hatte 2005 den 22. Platz belegt.

Das Rennen der Männer

Nach einem verhaltenen Start hatte sich in der Mitte des Rennens eine fünfköpfige Gruppe an der Spitze abgesetzt. Neben Titelverteidiger Geoffrey Kamworor, der im vergangenen Jahr bereits zum dritten Mal in Folge Halbmarathon-Weltmeister geworden war, und seinem jungen Landsmann Rhonex Kipruto waren dies die beiden Läufer aus Uganda, Joshua Cheptegei und Jacob Kiplimo, sowie Aron Kifle (Eritrea). Ein paar Meter dahinter lief Äthiopiens Youngster Selemon Barega. Doch er verlor bald darauf den Kontakt, so dass überraschend kein Äthiopier mehr im Kampf um die Medaillen dabei war. In diesem Rennen hatte Uganda die Rolle Äthiopiens als großer Herausforderer der Kenianer übernommen.

Nachdem in der vierten von fünf Runden auch Kipruto und Kifle das Tempo nicht mehr halten konnten, machte in der Schlussrunde Joshua Cheptegei Druck. Vor zwei Jahren hatte er bei der Cross-WM bereits eingangs der letzten Runde geführt, war dann aber noch eingebrochen. Das passierte ihm dieses Mal nicht, so dass zunächst Kamworor und dann auch Kiplimo geschlagen waren. „Es ist ein tolles Gefühl, als erster Läufer für Uganda diesen Titel gewonnen zu haben“, sagte Joshua Cheptegei, während Geoffrey Kamworor erklärte: „Es war eine harte Strecke. Ich bin froh über Bronze, denn ich habe alles gegeben.“ Hinter dem Drittplatzierten folgten Aron Kifle (32:04), Selemon Barega (32:16) und Rhonex Kipruto (32:17) auf den Rängen vier bis sechs. Bester Europäer war der Schwede Robel Fsiha auf Platz 17 mit 33:06. Die Team-Wertung gewann Uganda vor Kenia und Äthiopien.

Das Rennen der Frauen

Hellen Obiri war die verdiente Siegerin des Frauenrennens, das erstmals bei dieser WM genauso lang war wie jenes der Männer. Über die 10,025 km hatte die Kenianerin fast durchweg die Führungsarbeit geleistet. Dabei wurde sie allerdings lange Zeit die beiden Äthiopierinnen Dera Dida und Letesenbet Gidey nicht los. Erst eingangs der letzten Runde verlor Gidey den Kontakt. In der Mitte der Schlussrunde setzte sich Obiri dann ein paar Meter von Dera ab. Die Äthiopierin kam auf dem letzten Anstieg, bei dem die Strecke über das begrünte Schrägdach eines Museums führte, zwar noch einmal bis auf ein paar Meter heran, doch im folgenden Abwärtslaufen war Obiri stärker und zog entscheidend davon.

Hellen Obiri ist die neue Crosslauf-Weltmeisterin.

Bild: www.photorun.net

„Dieser Sieg ist ein besonderer für mich. Es war das härteste Rennen meiner Karriere und vielleicht auch mein letztes Crossrennen - das hat mich besonders motiviert“, sagte Hellen Obiri. Hinter Dera Dida und Letesenbet Gidey zeigten Rachael Chebet (36:47) und Peruth Chemutai (36:49) auf den Rängen vier und fünf, dass auch bei den Frauen die Läuferinnen aus Uganda immer stärker werden. Sechste wurde Tsehay Gemechu (Äthiopien) in 36:56.

Elena Burkard als viertschnellste Europäerin

Eine überzeugende Leistung zeigte die Dänin Anna Möller vor heimischem Publikum: Sie belegte als beste Europäerin Rang 15 in 37:51. Als viertbeste Europäerin lief Elena Burkard auf Platz 23 nach 38:26 ins Ziel. Die Cross-EM-Sechste des vergangenen Jahres lief ein mutiges und recht gleichmäßiges Rennen. Nach drei Runden lag die 3.000-m-Hindernis-Spezialistin auf Rang 20, erst in der Schlussrunde verlor sie noch etwas an Boden. Die letzte deutsche Läuferin, die bei dieser WM einen Rang unter den Top 20 erreichte, war Irina Mikitenko. Sie lief 2000 in Vilamoura (Portugal) auf Platz 19.

Dass Elena Burkhard in Aarhus die einzige deutsche Starterin war, hängt damit zusammen, dass für die meisten deutschen Topläufer das Crosslaufen nach wie vor keine besondere Rolle spielt bei der Saisonplanung. Sie präferieren in dieser Jahreszeit entweder die Vorbereitung auf die Bahnsaison oder gehen bei Straßenläufen an den Start. Für die Bahnläufer allerdings bot sich dieses Jahr mit der späten WM in Doha Ende September eine sehr gute Möglichkeit mittels einer längeren Cross-Saison eine gute Grundlage für den Sommer zu legen. In anderen, im Laufsport erfolgreicheren europäischen Nationen spielt das Crosslaufen eine größere Rolle. So hatten beispielsweise die Briten für diese WM 24 Athleten plus acht Ersatzläufer nominiert.

Harte Disqualifikation für Marokko in der Staffel zurückgenommen

In der gemischten Staffel, in der über insgesamt 8,07 km jeweils zwei Männer und zwei Frauen an den Start gingen, siegte Äthiopien mit 25:49 Minuten klar vor Marokko (26:22), Titelverteidiger Kenia (26:29) und den USA (27:01). Spanien war auf Rang sechs in 27:47 das beste europäische Team.

Marokko war zunächst disqualifiziert worden, weil der letzte Wechsel angeblich außerhalb der Wechselzone stattgefunden haben soll. Zeitlupenbilder deuteten darauf hin, dass, wenn überhaupt, wohl nur ein Fuß des ankommenden Läufers ganz knapp außerhalb der Zone war. Nach einigem Hin und Her wurde dem Gegenprotest Marokkos stattgegeben.

Jakob Ingebrigtsen ohne Medaillen-Chance

Das Junioren-Rennen über 7,57 km gewann der Äthiopier Milkesa Mengesha in 23:52 Minuten vor seinem Landsmann Tadese Worku (23:54) und Oscar Chelimo (Uganda/23:55). Zum ersten Mal seit 1984 gewann Kenia hier keine Medaille. Norwegens Shooting-Star Jakob Ingebrigtsen hatte in diesem Rennen keine Chance auf einen Podestplatz. Als bester Europäer wurde er aber immerhin Zwölfter in 24:39. In der Team-Wertung gewann Äthiopien vor Uganda und Kenia.

Ein Foto-Finish gab es im Rennen der Juniorinnen. Hier setzte sich über 5,74 km die Kenianerin Beatrice Chebet mit 20:50 Minuten haarscharf vor den zeitgleichen Äthiopierinnen Alemitu Tariku und Tsigie Gebreselama durch. Beste Europäerin war die Italienerin Nadia Battocletti auf Rang 23 in 22:24. In der Team-Wertung siegte Äthiopien vor Kenia und Japan.

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