Nacht der Zehner

13 Mal 10.000 m

Auch bei der zweiten Nacht der Zehner in Hamburg drehte sich alles um die faszinierende 10.000-m-Distanz: 25 Runden in magischer Flutlicht-Atmosphäre.

Nacht der Zehner 2018 in Hamburg.

10.000 m und 25 Stadionrunden: die Nacht der Zehner 2018 in Hamburg.

Bild: Heiko Dobrick

Zehn Kilometer sind in der Leichtathletik nicht das gleiche wie 10.000 Meter: Das eine bezeichnet eine Distanz im Straßenlauf, das andere den Wettkampf über 25 Runden auf der 400-Meter-Bahn. Bei der Nacht der Zehner gibt es beides. Erstmals fand die Veranstaltung in diesem Jahr auf der schon 2017 zur Premiere angedachten Jahnkampfbahn im Stadtpark statt. Nach dem bewährten Premierenprogramm waren sechs (statt fünf) Läufe auf der Bahn für verschiedene Leistungsklassen und parallel im Stadtpark ein Wald- und Parklauf über vier Runden zu je 2,5 km im Angebot. Und das Angebot wurde angenommen: 99 Läufer über die 10.000 m auf der Bahn sind wohl eines der größten Hamburger Teilnehmerfelder in dieser (manchmal nicht so populären) Disziplin.

Den Auftakt gab um 17.15 Uhr der Lauf für Teilnehmer mit einer geschätzten Zielzeit zwischen 44 und 48 Minuten – bei bestem Laufwetter: Die Hitzewelle der letzten Wochen hatte rechtzeitig eine Pause eingelegt und Regen zuvor die Luft saubergewaschen. Überraschend deutlich zog von Beginn an Dirk Böttcher (Hamburger Laufladen e.V.) dem Rest des Teilnehmerfeldes davon und gewann deutlich in 41:48,15 mit zwei Minuten Vorsprung. Auch die schnellste Frau kam vom Hamburger Laufladen: Linda Kays gewann in 44:47,94.
Beim zweiten Lauf (Zielzeit: 41–44 Minuten) zeichnete sich ebenfalls vorzeitig ein Ergebnis ab: Frank Kupper (Post SV Buxtehude) hatte zur Halbzeit eine deutliche halbe Runde Vorsprung. Verfolger Jan Krieger (TH Eilbeck) konnte sich zwar im späteren Verlauf wieder sekundenweise an Kupper heranarbeiten. Im Ziel aber hatte Kupper eine Zeit von 39:32,39 Minuten stehen und damit immer noch 20 Sekunden Vorsprung. Schnellste Frau: Stina Mick (TSV Bargteheide) in 42:48,93.

Auch viele Elite-Läuferinnen und -Läufer dabei

Beim Lauf Nr. 3 (Zielzeit 38–41 Minuten) und zunehmend bei den nachfolgenden Elite-Wertungsläufen lagen die Teilnehmerfelder dichter beieinander – bei höherem Tempo kommt mehr Taktik und der Vorteil, im Windschatten einer Gruppe zu laufen, ins Spiel. Christian Ewert („Kenias letzte Reserve“) lief zunächst noch in einer Vierergruppe mit. Erst relativ spät hatte er eine gute halbe Minute Vorsprung herausgelaufen. Seine Zielzeit: 42:48,93. Gerade einmal elf Sekunden trennten die beiden Frauen im Teilnehmerfeld voneinander: Erste wurde Katharina Josenhans in 42:48,93 vor Kim Lassen (beide Hamburg Running e.V.).

„Endlich unter 37 Minuten kommen“, das war der Wunsch von Katharina Nüser (Hamburger Laufladen) bei Lauf 4. Um gerade zwei Sekunden hatte sie diese Marke beim BARMER Alsterlauf 2017 verfehlt. Direkte und in etwa gleich leistungsstarke Konkurrenz – aber anders als Leichtathletin Nüser mit Triathlon-Hintergrund – war Katharina Stark (TuS Blau Weiß Lohne). Beide zogen sich gegenseitig auf der Jagd nach Platz und Bestzeit, noch zur Halbzeit lagen sie gleichauf. Auf der zweiten Hälfte konnte sich Nüser absetzen und dann endlich ihre Bestzeit knacken, und zwar deutlich: 36:44,88. Damit wurde sie zweitschnellste Frau des Abends. Bei den Männern lag zunächst Monier Rauter (TH Eilbeck) in Führung, wurde aber dann von Fridolin Groß (35:33,89) auf Platz zwei verwiesen.

Die Hamburger Jahnkampfbahn in Flutlicht getaucht

Etwas verzögert und schon mit Fluchtlichtatmosphäre startete der fünfte Lauf. Als einzige Frau in einem Männer-Elitefeld: die zweimalige Europameisterschaftsteilnehmerin Agata Strausa (international für Lettland startend, national für das Laufteam Haspa Marathon Hamburg). Zu Flutlicht, Musik und mit steigender Stimmung unter den Zuschauern übernahmen Brhane Gebrebrhan (Eritrea / HNT Hamburg) und Gerrit Kröger (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) die Führung. Beiden wurde aber von Sven Schenk (trimago e.V.) eine halbe Minute abgenommen, er erreichte das Ziel nach 32:26,53. Agatha Strausa wurde in 34:40,99 Gesamtschnellste des Abends.

Mit einer 1:13er Runde startete der letzte Lauf und Höhepunkt des Abends – die "Elite sub 32". Taktik ist Trumpf, das Feld blieb zunächst dicht beieinander. Erst nach der dritten Runde fächerte es sich leicht auf. Nach sieben Runden gab es einen bemerkenswerten Ausreißversuch: Haftom Weldaj (TSV Pattensen), schon bei der Veranstaltungspremiere 2017 dabei und damals dritter und hauchdünn an der 31:00 vorbei, setzte sich frühzeitig ab, vergrößerte seinen Vorsprung Stück für Stück und schien sich sicher, alleine durchhalten zu können. Unbeirrt entlief er den Verfolgern um mehr als eine halbe Runde, (erneut) auf Kurs "sub 31“. Er gewann in 30:47,32 – herausragend inmitten eines starken Teilnehmerfeldes: Alle 13 blieben unter 32 Minuten, darunter waren alleine sechs Hamburger. „Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagte er im Ziel – legte allerdings gleich nach, dass er doch gerne eine 30:30 gehabt hätte.

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