ASICS I MOVE ME

Jan Frodeno im Interview

Im Interview spricht Jan Frodeno über seine Philosophie sich ständig zu verbessern und wirft einen Blick über den "Moment des Ruhms" hinaus.



Jan Frodeno ist zweifacher IRONMAN Weltmeister aus Deutschland. 2017 erlitt er bei der Verteidigung seines IRONMAN-Titels nach nur drei Kilometern eine Verletzung. Trotzdem hielt er durch und schaffte es über die Ziellinie.

Dies war zweifelsohne ein entscheidender Moment in seiner Karriere und spornte ihn an, seine Idee von Grenzen neu zu definieren. Wir sprechen mit Jan über seine Philosophie sich ständig zu verbessern und werfen einen Blick über den „Moment des Ruhms" hinaus.

Warum hast du weitergemacht, als du dich während der IRONMAN World Championships in Kona, Hawaii, verletzt hast? Und wie fühltest du dich in dem Moment?

Der Moment selbst war beinahe instinktiv. Ich habe weder beim Training noch bei einem Lauf kaum je einen solchen Schmerz erlebt. Man muss wissen, dass der Lauf in Kona eine unglaubliche Geschichte hat. Ich glaube, es ist die einzige Weltmeisterschaft in einem Sport, die jedes Jahr am gleichen Ort stattfindet. Es gibt Geschichten von Menschen, die buchstäblich über die Ziellinie gekrochen sind. Das ist etwas, das dem Geist des IRONMAN ganz besonders widerspiegelt: es zu Ende zu bringen, egal, wie.

Man läuft mit den unterschiedlichsten Altersgruppen die gleiche Strecke. Menschen mit ganz normalen Bürojobs, die es trotzdem irgendwie schaffen, 20 Stunden die Woche zu trainieren. Die meisten von ihnen erreichen ihr Traumergebnis nicht, aber sie schlagen sich sehr gut. Hier spielen wir Profis eine wichtige Rolle. Wir sind Vorbilder und halten die anderen bei der Stange. Das war auch für mich ein motivierender Faktor bei der Entscheidung weiterzumachen.

Was motiviert und inspiriert dich in deinem Alltag?

Ich glaube, meine Motivation kommt daher, dass ich gemerkt habe, dass ich für das, was ich tue, Freude und Begeisterung mitbringen muss. Ich hatte Phasen, in denen ich verletzungsbedingt keinen Sport machen konnte. Da habe ich gemerkt, was für ein Glück ich habe, meine größte Leidenschaft in meiner Tätigkeit gefunden zu haben. Deshalb fällt es mir leicht, rauszugehen und zu tun, was ich tue.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du dich immer weiter antreibst?

Dass es die eigenen Grenzen gar nicht gibt, war der wichtigste Erfolgsschlüssel für mich. Die Grenzen des Körpers sind ein Schutzmechanismus, der einen daran hindert, sich zu verletzen. Wenn man zum ersten Mal einen Schmerz verspürt oder zum ersten Mal spürt, dass man an seine Grenzen kommt, ist der wirkliche Gefahrenbereich noch weit weg. Allerdings ist das eine sehr schmale und gefährliche Linie, mit der man da spielt. Als Athlet muss man Verletzungen um jeden Preis vermeiden.

Aber das ist auch etwas, was es so spannend macht, ein Athlet zu sein und genau diesen Spannungspunkt zu finden. Jeder kann aufhören, wenn er einen Schmerz verspürt. Aber mit dem Schmerz zu kommunizieren und zu verhandeln, ist etwas, was ich unglaublich aufregend finde.

Wie wichtig ist das Gleichgewicht zwischen mentaler und physischer Stärke?

Der Begriff des "Gleichgewichts" hat in einem Extremsport wie dem IRONMAN eine etwas andere Bedeutung. Ich denke nicht, dass der IRONMAN allgemein mit Gleichgewicht assoziiert wird. Von mir übrigens auch nicht. Aber selbstverständlich besteht eine Interaktion zwischen der mentalen und der physischen Seite, die von vielen unterschätzt wird. Man muss sich seinen eigenen Fitnessgrad genau ansehen und ihn mit dem vergleichen, was einem ein achtstündiger Wettkampf abverlangt. In einem Jahr 5000 km laufen, 20.000 km Radfahren und 1000 km schwimmen. Das ist natürlich alles extrem körperlich. Und es klingt unglaublich hart. Dennoch finde ich, dass die mentale Herausforderung um einiges größer ist. In einem achtstündigen Wettkampf erlebt man viele Hochs und Tiefs und das beansprucht den Geist extrem. Ich bin der Überzeugung, dass unsere mentalen Fähigkeiten großen Einfluss darauf haben, was wir körperlich leisten können.



Wie wichtig ist die Wahl des richtigen Schuhs für den Schutz vor Verletzungen?

Jeder hat seinen ganz persönlichen Laufstil, der von seinem Körper geprägt wird. Für jemanden wie mich sind Schuhe wichtig, die jeden Tag viele Kilometer mitmachen, gut passen und die Verletzungsgefahr auch auf langen Strecken verringern können. Ich empfehle jedem Läufer, der öfter als einmal pro Woche läuft, zu einem Profi zu gehen, der ihm den richtigen Schuh für den persönlichen Laufstil empfehlen kann. Das erhöht den Spaß am Laufen ungemein.

Es gibt einen guten und einen schlechten Schmerz. Ein guter Schmerz ist der, wenn man außer Atem ist und nicht mehr kann, aber trotzdem weiter läuft. Ein schlechter Schmerz ist, wenn die Knie so sehr schmerzen, dass man stehen bleiben und zurück gehen muss. Schlechter Schmerz ist frustrierend. Nimm dir Zeit. Wähle deine Ausrüstung sorgfältig und vermeide um jeden Preis einen schlechten Schmerz!

Wie lief die Zusammenarbeit mit ASICS?

Das ASICS Team kümmerte sich mit Begeisterung um meine individuellen Bedürfnisse und entwickelte den idealen Triathlon-Schuh für mich. Es wurde ein federleichter Schuh mit dennoch ausreichend Dämpfung, um damit einen Marathon durchzustehen. Ich versuche immer alles zu optimieren. Zum Beispiel möchte ich einen leichten Laufschuh mit Löchern in der Sohle. Wenn ich mir Wasser über den Kopf gieße, fließt es einfach ab, statt in meinen Schuhen zu bleiben. Es sind diese winzigen Details, die über Sieg oder Niederlage in einem Wettkampf entscheiden. ASICS ist ein Vorreiter in der Schuhentwicklung und ich bin sehr froh, von ASICS als professioneller Athlet unterstützt zu werden.




Unsere Sportsfreunde 2018:

ASICS bringt die Welt in Bewegung