Baumanns Lauf der Woche

Im eiskalten Wind beim Citylauf in Dresden

Vor dem eiskalten Gegenwind beim Citylauf in Dresden duckte sich Dieter Baumann hinter dem langen Jens weg. Der Wolf dagegen hat wenig Beschützer.

Citylauf Dresden 2018 - Die Fotos
Dieter und Jens nach dem Citylauf in Dresden.

Dieter und Jens nach dem Citylauf in Dresden.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Sonntag 18.03.2018
Dresden
38:33 Minuten windgeschützter Dauerlauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk aus Baden-Württemberg. Nein ich bin nicht mit ihm gelaufen, gelaufen bin ich mit Jens, aber dazu später mehr. Zunächst eine Pressemeldung. Ja, wieder über den Wolf. Jede Woche geht das so. Diesmal hat der Landwirtschaftsminister Peter Haug aus Baden-Württemberg zu einer Tagung eingeladen. „Weidewirtschaft und Wolf – ein lösbarer Konflikt?“ Für den Landwirtschaftsminister scheinbar ein klares „Ja“. Hauk möchte den den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen. Dann bräuchte man keine Ausnahmegenehmigungen mehr zum Abschuss für den Wolf. Voraussetzung dafür: der Bestand des Wolfes gelte als groß genug. Was „groß genug“ bedeutet, muss definiert werden. Aus Sicht von Haug sind wahrscheinlich schon die fünf Wölfe im Land groß genug. Deshalb Abschuss.

Damit ein Sprung nach Dresden. Genauer ein Lauf. Nein, ich hatte keine Begegnung mit einem Wolf. Sehr wahrscheinlich war es dem am letzten Wochenende zu kalt und blieb in seiner Höhle. Ach so, stimmt, nur Bären leben in einer Höhle. Egal, auch Abschuss, oder etwa nicht Herr Haug? Ich lief in Dresden beim City-Lauf. Es herrschte ein eiskaltem Wind. Ja, ich bin ein Weichei. Aber ich bin nicht erst im Alter ein Weichei geworden. Nein, ich war das schon immer. Winter mag ich nicht. Genauso wie der Bär halte ich deshalb oft einen Winterschlaf. Am Sonntag bin ich zu früh aus meiner Höhle rausgekrabbelt. Gut, dass Haug nicht da war. Nicht auszudenken. Dafür traf ich auf Jens. Für mich waren noch zwei Kilometer zu laufen. Die Elbe lag vor mir. Der eiskalte Gegenwind erzeugte ein Dröhnen, kaum auszuhalten. Von der Kälte und der Müdigkeit möchte ich erst gar nicht anfangen. Da sah ich 20 Meter vor mir Jens laufen. Ein Zwischenspurt. Windstille. Hinter ihm laufend herrschte Stille. Kein Wind, keine Kälte, einfach nur Laufen. Keine Aufregung liebe Freunde der Laufkunst, ich lief nur 500 Meter hinter ihm. Dann bin ich wieder aus dem Windschatten rausgelaufen. Wir hatten Rückenwind.

Leider gibt es für den Wolf zu wenig politischen Rückenwind.

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Der Wolf nahm Reißaus