Interview

Ein Lauf mit Margit Auer

Kinderbuchautorin Margit Auer läuft sich den Kopf für kreative Ideen frei. Mit neuem Elan kehrt sie danach an den Schreibtisch zurück.

Ein Lauf mit Margit Auer

Im Altmühltal findet Margit Auer tolle Laufstrecken.

Bild: Robert Larsen

Trainingstagebuch
Strecke: Eichstett zum hohen Kreuz
Wetter: sonnig, 20 Grad
Distanz: 5,5 Kilometer, 200 m Höhenunterschied
Zeit: 43 Minuten
Tempo: 7:53 Min./km

Das sind ja tolle Trails hier direkt vor Ihrer Haustür! Ist das Ihre Hausrunde?

Ja, hier laufe ich zwei bis drei Mal pro Woche. Es sei denn, ich bereite mich gerade auf meinen jährlichen Halbmarathon vor. Dann mache ich mein Training hin und wieder mal im Flachen unten am Fluss Altmühl, wo ich mir Strecken für Tempoläufe und lange Läufe ausmessen kann.

Sie laufen also einmal im Jahr einen Halbmarathon?

Richtig. Hier in der Nähe findet immer im Frühling der Ingolstädter Halbmarathon statt, an dem ich nun schon seit Jahren teilnehme. Für mich ist das ein wunderbarer Grund, um spätestens im Februar die Zügel wieder intensiver aufzunehmen, damit ich stets auf das Niveau komme, welches ich benötige, um die 21 Kilometer zu schaffen. Wenn der Wettkampf dann hinter mir liegt, zehre ich noch lange von der Ausdauer, die ich mir damit erarbeitet habe. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, bei so einem Lauf das Ziel zu erreichen.

Als Autorin können Sie sich Ihre Zeit frei einteilen. Wo platzieren Sie den Sport?

Oft gehe ich schon morgens laufen, aber manchmal schreibe ich auch erst einen halben Tag und schnüre mir anschließend die Laufschuhe. Es kommt auch vor, dass ich beim Schreiben nicht so richtig weiterkomme. Dann hilft mir eine halbe Stunde Dauerlauf, um den Kopf frei zu kriegen, vielleicht sogar neue Ideen zu spinnen, um schließlich mit neuem Elan an den Schreibtisch zurück zu kehren.

Laufen Sie mit Begleitung?

Meistens drehe ich meine Runden alleine und genieße das sehr. Aber hin und wieder laufe ich mit meinem Mann zusammen, der übrigens Krimibuchautor ist. Wir haben drei Söhne und am sportlichsten ist unser Mittlerer. Er hat mir zum Muttertag einen Gutschein für drei Laufeinheiten geschenkt, wovon wir aber erst eine Stunde abgearbeitet haben. Es stehen also noch Mutter-Sohn-Trainings aus. Es kommt auch schon vor, dass ich mich auf Lesereisen spontan Läufern anschließe, die mir dann ihre Gegend zeigen. Neulich lernte ich auf diese Weise wunderbare Strecken rund um Freiburg kennen.

Also sind die Laufschuhe auch unterwegs im Gepäck?

Ja, ich liebe es zu laufen, wenn ich zur Buchmesse, zu Lesungen oder anderen Terminen reise. So eine Lesung verlangt mir viel ab, denn dann brauche ich Kraft, Kondition und Konzentration. Das Laufen fungiert da als mein „Perpetuum mobile“: Was ich an Energie reinstecke, bekomme ich vielfach zurück.

Sind die Figuren in Ihren Kinderbüchern auch sportlich?

Tatsächlich gibt es in der „Schule der magischen Tiere“ den Jungen Benni, der eines Tages von seiner magischen Schildkröte Henrietta motiviert wird, mehr Sport zu treiben. Gemeinsam machen sie Liegestützen und Benni gewinnt durch den Sport an Selbstbewusstsein. Mir ist immer wichtig, dass die Figuren eine Entwicklung durchmachen, und bei Benni ist der Sport wirklich ein wichtiger Bestandteil seiner Entwicklung.

Hilft das Laufen beim kreativen Prozess des Schreibens?

Im Grunde genommen dauert der kreative Part eines Buches gar nicht so lange, aber er ist für mich auf jeden Fall besonders schön und spannend. Ja, dann kommen mir schon mal im Wald manche Ideen für die Figuren und deren Geschichten oder für den roten Faden, den ich spinnen möchte. Aber viel länger dauert dann das Ausarbeiten des Buches, das tatsächliche Schreiben. Hier hilft mir das Laufen eher dabei, mich zu entspannen und mir meine Auszeit zu gönnen.

Sie scheinen auf jeden Fall den Dreh raus zu haben, denn Ihre Bücher sind sehr erfolgreich.

„Die Schule der magischen Tiere“ ist in der Tat eine Bestsellerreihe und schafft es aktuell mit jedem neuen Band in die Listen von Spiegel oder Thalia. Das freut mich natürlich sehr und das Feedback, dass ich von den Kindern sowohl bei Lesungen, wie auch in Zuschriften erhalte, ist großartig. Wenn bei Lesungen 200 Kinder vor mir sitzen, dann machen wir übrigens zwischendurch immer mal ein paar Turnübungen, was den Kleinen jedes Mal sehr viel Spaß macht. Sport und Bücher passen also gut zusammen.

Das gefällt mir! Machen Sie weiter so und haben Sie lieben Dank für den tollen Lauf und das schöne Interview.

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