Flötist im NDR Elbphilharmonie Orchester

Ein Lauf mit Daniel Tomann-Eickhoff

Daniel Tomann-Eickhoff, Flötist im NDR Elbphilharmonie Orchester, läuft so oft es geht. Unser Redakteur begleitete ihn.

Daniel Tomann-Eickhoff

Daniel Tomann-Eickhoff hat eine beeindruckende Marathon-Bestzeit von 2:28 Stunden.

Bild: Sebastian Buff

Trainingstagebuch
Strecke: Bayreuth, Grüner Hügel
Wetter: sonnig, 25 Grad
Distanz: 10,7 Kilometer
Zeit: 53:03 Minuten
Tempo: 4:57 Min./km

Sie spielen eigentlich im NDR Elbphilharmonie Orchester. Was machen Sie in Bayreuth?

Seit Jahren verbringe ich zehn Wochen – fünf für die Festspiele, fünf für die Proben – in Bayreuth. Das ist mein Urlaub, aber hier spielen zu dürfen ist eine große Ehre für mich.

Hamburg oder Bayreuth – wo spielen Sie lieber?

In Hamburg. Die Elbphilharmonie ist mein musikalisches Zuhause.

Und wo laufen Sie lieber?

Ich laufe überall gern. In Hamburg vermisse ich als gebürtiger Tiroler allerdings die Berge.

Laufen Sie zu klassischer Musik?

Ich laufe ohne Musik und Handy, höre auch nur noch selten klassische Musik. Ich bin eher auf der Heavy-Metal-Schiene. Aktuell begeistern mich Children of Bodom.

Puh, ein echter Kontrast zur eher ruhigen Orchestermusik!

Ruhig geht es bei uns nicht immer zu. In Bayreuth ist der Orchestergraben unter einem Deckel verborgen, sodass wir manchmal echt Gas geben müssen. Man darf nicht vergessen: Ein Instrument zu spielen ist körperliche Arbeit. Es ist ja nur ein Stück Holz oder Metall. Was man da rausholt, ist der eigene Körper. Wenn das Körper­gefühl nicht stimmt, stimmt’s am Instrument auch nicht. Gerade als Flötist – wir haben keine Saiten, die wir stimmen. Der gesamte Klang kommt aus uns heraus. Dank des Laufens halte ich das aber sehr gut aus.

Also laufen Sie, um fit für den Job zu sein?

Ursprünglich fing ich während des Studiums an, um fit fürs Fußballspielen zu sein. Das wurde dann immer mehr, und 2006 habe ich mit einem Kumpel den Berlin-Marathon geschafft. Danach habe ich angefangen, mit System zu trainieren, und ging auf Bestzeiten-Jagd.

Die wollen wir jetzt aber hören.

Im Marathon steht eine 2:38 Stunden, beim Halbmarathon eine 1:15. Über zehn Kilometer 34 Minuten. Übrigens bin ich im Marathon zweimal Hamburger Betriebssportmeister geworden.

Respekt! Möchten Sie sich da noch steigern?

Dafür müsste ich schon sehr viel investieren. Und ehrlich gesagt ­interessiert mich auch mehr, was andere machen. Ich stecke mitten in der Trainerausbildung und mag diese neue Perspektive. Wobei ich immer noch gern schnell laufe und auch täglich trainiere, wenn die Zeit es zulässt. Doch ­gerade während der Probephasen geht das nur selten. Wenn ich vor einer Neun-Stunden-Probe für „Parsifal“ noch intensiv laufen ­gehen würde, ginge ich am Stock.

Was ist anstrengender: ein ­Marathon oder Wagner?

Ganz klar: sechs Stunden Wagner.

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