Abenteuer Kenia: Ein Leben im Läuferland

Der erste Lauf in Kenia

Beek ist in Iten angekommen. Nach einer abenteuerlichen Anreise mit Propellerflugzeug und Minibus hat er endlich seinen ersten Lauf und sein erstes Ugali-Abendessen.

Beek und Ezekiel beim Essen

Beek und Ezekiel beim Essen.

Bild: Beek Hadler

Ich bin angekommen. Einfach unglaublich. Nach einer langen, ermüdenden Reise bin ich da, in Iten, dem „Home of Champions“. Nach dem Aufenthalt in Dubai ging es weiter nach Nairobi, wo ich am frühen Nachmittag gelandet bin. Am Flughafen mussten alle Passagiere erst einmal ihr Visum vorzeigen beziehungsweise beantragen, was zu langen Wartezeiten führte. Das war aber gar nicht so schlimm, denn danach konnte ich direkt mein Gepäck in Empfang nehmen und mich auf den Weg aus dem Flughafen machen.

Verrückte Autofahrt durch Nairobi

Vorher besorgte ich mir noch schnell kenianische Schilling und eine SIM Karte. Puhh, mit der Währung muss ich erst einmal zurechtkommen. Die Umrechnung ist zwar nicht so schwer (1.000 Kenia-Schilling entsprechen circa einem Euro), aber man hat immer ein großes Bündel an Scheinen in der Hand. Kaum war ich aus der Ankunftshalle heraus getreten wurde ich auch schon von Taxifahrern umringt, die alle ihre Fahrten anboten. Ich wählte das günstigste Taxi, stieg ein und schon begann das erste Abenteuer in Kenia. Eine Autofahrt in Nairobi ist schon ziemlich verrückt.

Verkehrsregeln werden einfach gar nicht beachtet und es ist unglaublich voll. Unzählige Menschen laufen auf den Autobahnen und jeder fährt wie er will, ohne Rücksicht auf Verluste. Kein Wunder das ich so gut wie kein heiles Auto auf und neben den Straßen erblicken konnte. Auf der 30-minütigen Fahrt zu meinem Hotel, habe ich ziemlich viele Unfälle gesehen und wurde mehr als nur einmal fast selber in einen verwickelt. Ein wenig froh war ich dann schon, als ich unbeschadet in meinem Hotelzimmer angekommen bin.

Weiter mit dem Propellerflugzeug nach Eldoret

Schlafen, das war das einzige woran ich jetzt denken konnte, denn um 4.30 Uhr morgens klingelte schon wieder mein Wecker. Schnell die paar Sachen eingepackt und ab ging es zum Wilson Airport, wo meine nächste Maschine startete. Das alte Propellerflugzeug erweckte keinen vertrauenserweckenden Eindruck, doch es brachte mich sicher zum kleinen Airport in der Nähe von Eldoret. Aus dem kleinen, verschmutzten Fenster konnte ich einige atemberaubende Blicke auf das Rift Valley, den Mount Kenya, einige Vulkane und Seen erhaschen.

Beeks Heim in Kenia für die nächsten Monate – sein Zimmer teilt er mit drei anderen Läufern.

Bild: Beek Hadler

Meine neuen Mitbewohner

Nach zehn Minuten Warten am Ausgang des Flughafens raste ein bunter Minibus mit Adidas-Aufklebern heran. Das mussten sie sein. Heraus sprang Ezekiel, welcher mich mit einem großen Lächeln und sehr gutem Englisch begrüßte. Mit ihm und einem weiteren kenianischen Läufer werde ich zusammenwohnen. Im Minibus fuhren wir in Richtung Eldoret City, wo wir ein paar Einkäufe erledigten, bevor wir weiter nach Iten fuhren.

Dirtroads und Eukalyptuswälder

Entlang der Straße waren immer wieder kleine Shops und Restaurants zu sehen, durchsäumt von roten Dirtroads, die in alle Richtungen abzweigten. Hier werde ich also bald entlang laufen. Unglaublich, denn die Landschaft ist wunderschön. Kleine Eukalyptuswälder wechseln sich mit Hügeln, Maisfeldern, spartanischen Hütten und roten Wegen ab. Kühe, Schafe und Ziegen säumen nicht nur den Wegesrand sondern laufen auch auf der Straße. Apropos Laufen, die ersten Läufer kamen in Sicht. Es konnte also nicht mehr weit sein.

„Welcome to Iten Home of Champions“

Auf einem Hügel tauchte plötzlich der weltbekannte Straßenbogen mit der Aufschrift: „Welcome to Iten Home of Champions“ auf. Ein paar Minuten später waren wir da, an meinem neuen Zuhause für die nächsten sechs Monate. Hinter einem blauen Tor und einer Mauer verborg sich ein mit Rasen bepflanzter Hinterhof, mit zehn Wohnungen.

Meine Unterkunft – sehr simpel

Naja, von Wohnungen kann man eigentlich nicht sprechen, denn es handelt sich bei unserer Unterkunft nur um ein einziges Zimmer, welches wir uns zu dritt teilen. Zwei Betten, ein Tisch und ein paar Nägel in der Wand um unsere Jacken aufzuhängen ist alles was wir haben. Wir haben keine Küche und auch kein fließendes Wasser im Haus, dafür aber eine Steckdose und eine spärliche Deckenbeleuchtung. Simpel, sehr simpel. Die Toiletten befinden sich draußen, sind aber auch nur Löcher im Boden und eine Dusche gibt es nicht.

Beeks erste Mahlzeit in Kenia

Bild: Beek Hadler

Beeks erste richtige Mahlzeit in Kenia schmeckte ihm richtig gut.

Kenianischer Tee und Chapati

Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten, machten wir uns auf den Weg zur nur 150 Meter entfernten Hauptstraße, die von unzähligen kleinen Shops, Obst- und Gemüseständen, Straßenverkäufern und Restaurants umringt ist. In einem der kleinen Läden genossen wir einen typischen kenianischen Tee und ein paar Fladenbrote, welche hier „Chapati“ genannt werden. Vor einem kleinen Nickerchen aßen wir noch in einem anderen Restaurant zu Mittag. Für umgerechnet 1,30 Euro gab es einen riesigen Teller mit Bohnen, Reis, Chapati, Linsen und Gemüse. Extrem lecker und dazu noch super gesund.

Der erste Lauf in Kenia war einer meiner schönsten

Um 16 Uhr ging es endlich los: Laufen. Der erste Lauf in Kenia! Zwar nur ganz lockere zehn Kilometer mit meinem zweiten Mitbewohner Elkana, aber es war einer der schönsten Läufe, den ich je erleben durfte. Die Landschaft schöner, als ich mir sie hätte erträumen können, und die Menschen am Wegesrand so freundlich, wie ich es noch nie erlebt habe. Jeder grüßt dich und die Kinder laufen voller Lebensfreude, lachend und immer fragend: „How are you?“ für ein paar Meter mit.

Ugali zum Abendessen

Wieder zuhause trafen wir uns mit ein paar Freunden, tranken Tee und unterhielten uns, bevor wir unser Abendessen zubereiteten: Ugali, den typisch kenianische Maisbrei, mit Gemüse. Nun liege ich herum, verfasse noch schnell diesen Blogbeitrag und werde gleich todmüde ins Bett fallen.

Kwaheri (Auf Wiedersehen)
Beek

Abenteuer Kenia: Leben im Läuferl:

Ab nach Iten, ins "Home of Champi...