Abenteuer Kenia: Ein Leben im Läuferland

Ärger ums Geld und eine neue Wohnung

Der Stress in seiner kenianischen Läufer-WG spitzte sich weiter zu. Inzwischen hat Beek eine neue Bleibe gefunden, und dem Fuß geht's auch schon besser.

Nach der Wanderung zum Wasserfall am Ziel

Beek hat noch Laufpause. Dafür war er mit seinem neuen Nachbarn Thomas wandern. Dieses Ziel hat sich jedenfalls gelohnt.

Bild: Beek Hadler

Wie jeden Tag sitze ich im kleinen Restaurant meines Kumpels Martin und stopfe ein paar Chapati, sowie einen Tee in mich hinein. Das Essen geht hier in der "Chips Corner" für mich auf das Haus und seit den letzten Tagen weiß ich auch, dass auf Martin immer Verlass ist.

Krach mit den Mitbewohnern

Nachdem es mir mit meinen beiden Mitbewohnern einfach zu viel wurde, sie immer mehr Geld wollten und es nicht für gut befanden, dass ich mich mit Freunden treffe oder in der Gegend umschaue, wusste ich, dass ich umziehen muss. Ich brauchte meine eigene Unterkunft, in der ich tun und lassen kann was ich möchte, meine Ruhe habe und mich voll und ganz auf das Laufen konzentrieren kann. Gerade wenn das harte Training beginnt, kann Stress den Todesstoß für den Leistungszuwachs bedeuten.

Österreich-neuseeländische Umzugshilfe

Vor ein paar Tagen traf ich Thomas, einen österreichischen Läufer, der mir anbot, zu ihm in den Compound zu ziehen. Mit Thomas bin ich auch zu dem Wasserfall gewandert, der auf dem Foto zu sehen ist. Mit der Hilfe von Zane Robertson (der Neuseeländer lebt und trainiert mit seinem Bruder schon seit Jahren in Iten) und seinen Kumpels bereiteten wir den Umzug vor, organisierten einen Pickup und Fahrer, um meine Sachen zum neuen Zuhause zu transportieren.

Viel Geld verloren

Dann, als alles bereit stand, kam es zur Eskalation. Ezekiel verlangte das Bett zurück, welches ich bezahlt habe und wollte zusätzlich, dass ich für jeden Tag, den ich in seinem Haus verbracht habe (es handelt sich um ein gemietetes Zimmer) so viel wie in einem anderen Gästehaus zahle. Das Ganze sah ich natürlich überhaupt nicht ein, da ich schon sehr viel Geld springen lassen musste, und die beiden sich so gut wie gar nicht an den Ausgaben beteiligten.

So entstand eine riesen Diskussion. Als Ezekiel langsam aggresiv wurde, wusste ich mir nicht anders zu helfen als ihm das Geld zu geben. Mein schon auf den Pickup verladenes Bett nahm ich mit. Komplett verwirrt und traurig ging es dann zu meinem neuen Haus, wo ich erst einmal ein paar Minuten brauchte, um den ganzen Vorfall zu verarbeiten. In nur einer Woche habe ich eine für mich ziemlich hohe Summe an Geld verloren, doch im Nachhinein wurde mir klar, dass Geld auch nur Papier und nicht das Wichtigste im Leben ist.

In diesem kleinen Haus wohnt Beek nun und will sich nach dem holprigen Start bald wieder aufs Laufen konzentrieren.

Bild: Beek Hadler

Man muss vorsichtig sein

Genau das fällt mir als "Mzungo" (nicht von hier stammender Mensch mit anderer Hautfarbe) besonders auf. Am Anfang sind viele Kenianer sehr nett und aufgeschlossen, doch im Laufe des Gesprächs möchten sie dann oft etwas von dir, wie Alkohol, Uhren oder Geld.

Das gilt natürlich nicht für alle hier Lebenden, doch man muss vorsichtig sein und darf nicht auf die teilweise gespielte Freundlichkeit hereinfallen. Doch auf Martin ist Verlass. Er hat mir gerade in den letzen Tagen sehr viel geholfen, tröstende Worte zugesprochen und bot mir an immer umsonst bei ihm im Restaurant Tee und Chapati zu genießen. Auch bin ich immer herzlich in seinem Haus willkommen. Wir schauen zusammen Fernsehen, gehen in den Ort, reden einfach nur über dies und das oder essen gemeinsam.

Die erste eigene Wohnung

Ein kleines bisschen stolz bin ich schon, denn meine erste eigene Wohnung ist klasse. Zwei Zimmer, eine kleine Küche und eine Toilette stehen mir nun ganz allein zur Verfügung. Ich habe bisher zwar nur ein Bett und muss noch ein wenig Einrichtung kaufen, doch ich liebe sie schon jetzt. Zudem ist die Lage super zum Trainieren und Regenerieren.

Perfekte Laufstrecken direkt vor der Haustür, sind es nur wenige Gehminuten nach Iten. Hundert Meter neben unserem Grundstück bekommt man Brot, Milch, Gemüse und andere Kleinigkeiten. Es ist ruhig, die Landschaft schön und ich persönlich kann es mir kaum besser vorstellen. Ab jetzt kann es nur besser werden!

Verletzung fast verheilt

Meinem Fuß geht es auch wieder viel besser und ich verspüre keine Schmerzen mehr. Trotzdem werde ich den Rest der Woche auf das Laufen verzichten, um dann kerngesund und mit voller Motivation mein Training zu starten.

Mit sportlichen Grüßen aus dem " Home of Champions"
Beek

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Die ersten Probleme im Paradies