Abenteuer Kenia: Ein Leben im Läuferland

Ab nach Iten, ins "Home of Champions"

Die Reise in das "Home of Champions" beginnt. Beek Hadler, 19 Jahre, zieht aus der Nähe von Eckernförde nach Kenia, um mit den weltbesten Läufern zu trainieren.

In diesem Flugzeug beginnt das Abenteuer Kenia für Beek Hadler

Vogel (Flugzeug) fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.

Bild: Beek Hadler

Eine Lautsprecherdurchsage holt mich aus dem Schlaf. Wo bin ich? Ich schaue aus dem Fenster. Dunkelheit, nichts als Dunkelheit. Etwas schlaftrunken stelle ich fest, dass ich wohl nicht geträumt habe. Ich sitze im Flugzeug, Economy Class Emirates und auch mein Sitznachbar schnarcht so laut, wie es im Land der Träume der Fall war. An weiterschlafen ist nicht zu denken, so müde ich auch bin. Also packe ich meinen Laptop aus und fange an zu schreiben, lasse die letzten Tage Revue passieren und euch in diesem Blog an dem Beginn meiner Reise ins Läuferland teilhaben.

So lange habe ich auf diesen Tag gewartet und endlich geht mein Abenteuer los, genauer gesagt „ging los“, denn ich bin ja schon seit einigen Stunden unterwegs. Vom Airport in Hamburg ging mein Flug um 21:35 Uhr aus in Richtung Dubai, wo ich zwischenlande. Meiner Meinung nach viel zu spät. Den ganzen Tag saß ich wie auf faulen Eiern, wusste nichts mit mir anzufangen. Morgens lief ich noch einmal meine Standardstrecke, ein letztes Mal die altgewohnte Runde durch die Felder und am See entlang. Ehrlich gesagt habe ich jetzt auch die Nase voll von dieser Runde und kann es kaum erwarten endlich über die roten, staubigen Straßen in Kenia zu rennen.

Danach hing ich rum, guckte den Berlin-Marathon im Fernsehen, packte die letzten Sachen in meinen Rucksack und wartete darauf, dass es endlich los ging zum Flughafen. Dann hieß es: „ Sachen ins Auto! Hast du auch nichts vergessen?“ und auf ging es nach Hamburg. Ob ich nichts vergessen habe werde ich sehen, wenn ich angekommen bin, aber mehr hätte auch nicht in meine zwei Gepäckstücke hinein gepasst. 30 Kilogramm waren erlaubt und 30 Kilogramm wogen mein Rucksack und meine Tasche. Punktlandung würde ich sagen. Das wichtigste ist auf jeden Fall dabei: zehn paar Laufschuhe, viele viele Sportklamotten und noch mehr gute Laune und Motivation.

Vor dem Abflug mussten Reisepass, Boardkarten, Visa und viele weitere Dokumente besorgt werden.

Bild: Beek Hadler

Meine Eltern und meine Schwester brachten mich. Die Autobahn war deutlich lerer als erwartet, weswegen wir viel zu früh am Terminal waren. Naja, nicht so schlimm. Lieber zu früh als zu spät, denn ich hatte schon so einige blöde Zwischenfälle am Flughafen, die mich ganz schön in Zeitnot brachten. Einmal wurde ich bei einem Gruppenflug gar nicht erst gebucht und beim anderen Mal haben wir als sechzigköpfige Gruppe fast unseren Flug verpasst. Deswegen war ich sehr froh, dass heute alles glatt verlief. Der Abschied von meiner Familie fiel mir nicht schwer, nur meiner Mutter kamen ein bisschen die Tränen. Ein paar herzliche Umarmungen und ein letztes winken, dann ging es durch den Security Check zum Gate. Ab jetzt war ich alleine, komplett alleine auf dem Weg in ein so fremdes Land und eine noch fremdere Kultur. Schon ein komisches Gefühl, aber ich freue mich riesig darauf.

„Please make sure your seatbelts are closed, we are preparing for landing“. Fertigmachen zur Landung in Dubai, meinem ersten Zwischenstopp auf meiner fast zwei Tage langen Reise bis nach Iten. Hier habe ich einen fünfstündigen Aufenthalt, bevor es weiter nach Nairobi geht. Auch dort wartet ein Aufenthalt von einem halben Tag auf mich, dann kann ich endlich den Flieger nach Eldoret nehmen und von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung bis in das „Home of Champions“.

Beeks zum vorerst letzten Mal auf seiner norddeutschen Hausrunde

Bild: Beek Hadler

Beek am Morgen des Abflugs nach Kenia: Eine letzte Runde auf seiner Standardstrecke, ein letztes Mal die altgewohnte Runde durch die Felder und am See entlang.

In den letzten Wochen hat sich für mich noch einiges ergeben. So habe ich den neuseeländischen Profiläufer Zane Robertson, welcher vor einem Jahrzehnt mit seinem Zwillingsbruder Jake nach Kenia ausgewandert ist, kontaktiert und dieser hat mir völlig unkompliziert eine Unterkunft in Iten besorgt. Ich werde mit einem kenianischen Freund und Trainingspartner von ihm zusammenleben. Besser geht es kaum, wenn man wie die kenianischen Läufer leben möchte. Außerdem konnte ich mit der Bekleidungsmarke DOXA und dem Sportgetränkehersteller Maurten zwei skandinavische Unternehmen als Unterstützer für meine Reise gewinnen, die mich mit ihren Produkten supporten. Dafür bin ich sehr dankbar.

So jetzt muss ich aber meinen Laptop zuklappen, wir sind kurz vor der Landung und die Crew guckt schon kritisch. Ich melde mich wieder sobald ich in Iten angekommen bin und dort die ersten Tage verlebt habe.

Bis dahin und mit sportlichen Grüßen
euer Beek

Abenteuer Kenia: Leben im Läuferl:

Eine Idee, (k)ein Plan und eine R...