Ein Lauf mit Carsten „MICAR“ Michel

"Man bekommt beim Laufen den Kopf herrlich frei!"

MICAR hatte schon Hits in den deutschen Top 30-Charts, aber ist vor allem als DJ erfolgreich. "Man bekommt beim Laufen den Kopf herrlich frei", freute er sich beim Lauf mit Sonja von Opel.

Carsten „MICAR“ Michel

Carsten „MICAR“ Michel

Bild: Sabine Jakobs

Trainingstagebuch
Strecke: Westufer Ammersee
Wetter: Bedeckt, 14 Grad
Distanz: 6 KILOMETER
Zeit: 40 MIN.
Tempo: 6:30 MIN./KM

Haben Sie die Laufschuhe jetzt nur für diesen Termin geschnürt oder laufen Sie wirklich regelmäßig?

(lacht) Ich laufe tatsächlich sehr gerne. Der große Marathonläufer bin ich nicht, aber ich laufe regelmäßig zwei bis drei Mal pro Woche sechs bis acht Kilometer. Ich mache da gar keinen Zwang draus, sondern bewege mich so, wie es mir Spaß macht.

Was ist die Hauptmotivation? Schlank bleiben, fit werden, Kopf frei kriegen?

Tatsächlich es ein bisschen was von allem. Vor einiger Zeit lief ich bewusst, um an meinem Gewicht zu arbeiten. Der schöne Nebeneffekt war, dass ich immer fitter wurde und gemerkt habe, dass ich im Alltag viel beschwingter bin. Und ja, man bekommt den Kopf herrlich frei! Daher laufe ich auch meist alleine und lasse die Gedanken sausen.

Sie arbeiten als Musikproduzent und als DJ. Geht es da manchmal vom Club direkt in die Laufschuhe?

Ich nehme super gerne meine Laufschuhe überall mit hin, so wie neulich in Berlin, als ich am Morgen nach der Veranstaltung eine tolle Runde durch den Wilhelm-von-Siemens-Park gedreht habe. Das war herrlich, aber ich habe davor schon ein paar Stunden geschlafen. Das Tolle am Laufen ist ja, dass man keine großen Gerätschaften braucht, wie zum Beispiel beim Stand-Up-Paddling.

SUP? Sie sind ja doch eine Sportskanone!

Ach was, ab und zu leihe ich mir hier am Ammersee Equipment aus und dann geht es raus auf den See. Ich übertreibe es mit dem Sport sicher nicht, aber zum Gesundbleiben ist Bewegung einfach das perfekte Tool.

Carsten „MICAR“ Michel und Sonja von Opel.

Bild: Sabine Jakobs

Haben Sie sich auch als Kind schon gerne viel bewegt?

Eigentlich fing alles in der fünften oder sechsten Klasse an, als ein paar Mitschüler anfingen Judo zu machen. Das hat mich gereizt, denn ich wollte lernen, mich selbst zu verteidigen und außerdem war ich etwas moppelig. Durch den Kampfsport habe ich schließlich sehr viel Fett in Muskeln umgewandelt und bin richtig fit geworden.

Kämpfen Sie heute auch noch manchmal gegen überflüssige Pfunde?

Ja, ich muss schon diszipliniert leben. Gerade habe ich in der Fastenzeit bewusst auf Zucker verzichtet und dabei sechs Kilogramm verloren. Das war eine sehr interessante Erfahrung, denn es steckt ja wirklich überall Zucker drin, sogar im Tiefkühlspinat. Nach einer gewissen Umstellungsphase habe ich dann meine Lebensmittel gefunden, die gepasst haben und dadurch tatsächlich ein besseres Lebensgefühl bekommen. Obwohl ich nicht hungern und auch nicht auf Alkohol verzichten musste, sind die Kilos ganz von alleine geflutscht. Deshalb behalte ich das jetzt auch über die Fastenzeit hinaus bei und achte weiterhin darauf, wo wieviel Zucker drinsteckt.

Als kreativer Kopf, der selbst Musik produziert, ist man ja immer auf neue Ideen angewiesen. Kommen die auch beim Laufen?

Das habe ich mir so eigentlich noch nie überlegt, aber ich laufe meistens in der Früh und schöpfe daraus sicherlich Kraft für den Tag. Oft kommt es vor, dass ich – obwohl Musik mein Leben ist – beim Laufen gar keine Kopfhörer im Ohr haben möchte, um mal bewusst den Kopf frei zu bekommen und an nichts zu denken.

Aber wenn Sie mit Musik laufen, dann nicht mit Klassik oder Hard-Rock-Tönen, oder?

Nicht wirklich! Ich bin in der Dance-Musik zu Hause und das höre ich dann auch beim Laufen gerne. Der Bereich 120 bis 128 Beats per Minute passt super zum Laufen und das kann dann auch mal richtig viel Spaß machen. Bei Spotify findet man eine MICAR-Sport-Liste mit perfekter Musik zum Laufen.

Laufen Sie lieber alleine oder in Gesellschaft?

Ehrlich gesagt bin ich lieber alleine unterwegs, um mal für mich zu sein. Und ich muss zugeben, dass ich ein Schönwetterläufer bin. Im Winter gehe ich nur ab und zu mal aufs Laufband, wenn ich unterwegs bin und das Hotel einen Fitness-Bereich hat, aber ansonsten laufe ich hauptsächlich im Sommer.

Und ein sehr stylischer Läufer sind Sie auch!

Ich mag es, wenn Laufklamotten lässig aussehen und trotzdem funktionell sind. Besonders wichtig sind mir gute Schuhe und die kaufe ich mir auch mit viel Sorgfalt. Manchmal tut mir ein bisschen das Knie weh und daher ist es mir wichtig, dass ich professionelles Material am Fuß trage. Mit GPS-Uhr laufe ich zwar nicht, aber ich habe eine App, die mir sagt wie weit und wie schnell ich laufe. So kann ich am Ende des Jahres sehen, was ich sportlich geleistet habe und das motiviert mich zusätzlich.

Und springen Sie auch manchmal in den See, wenn Sie wie wir heute hier laufen?

Na klar! Im Hochsommer gibt es kaum was Schöneres: Nach der Laufrunde ab ins kühle Nass und noch eine Runde schwimmen.

Das glaube ich gerne, aber heute ist es ein bisschen zu kalt dafür. Beim nächsten Mal dann!

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