Die neuen Uhren von Polar: Vantage V und M

Erste Pulsuhr mit Wattmessung beim Laufen

Die neuen Polar Vantage V und M punkten mit verbesserter optischer Pulsmessung, langer Akkulaufzeit und Top-Design. Die Vantage V misst erstmals die Leistung beim Laufen.

Polar Vantage V und M im Detail : 16 Fotos
Polar Vantage V und Polar Vantage M

Links die Polar Vantage V im ersten Test, rechts die Polar Vantage M.

Bild: Henning Lenertz

Kurz vor dem Berlin-Marathon 2018 macht Polar wieder von sich reden: Am 13. September stellen die Herzfrequenz-Spezialisten aus Finnland zwei komplett neue Puls- und GPS-Uhren vor. Neues Topmodell ist die Polar Vantage V, eine hochwertige und stylishe Smartwatch mit verbesserter optischer Pulsmessung am Handgelenk, GPS-Messung und – ganz neu – Leistungsmessung beim Laufen. Dazu dient unter anderem eine barometrische Höhenmessung. Der verbesserte Akku soll ganze 40 Stunden Trainingszeit halten, bei GPS- und optischer Herzfrequenzmessung. Hierauf wurde bei der Entwicklung neben der Verbesserung der optischen Pulsmessung höchste Priorität gelegt, wie Sanna Meriö, Segment Manager für Running und Multisport bei Polar feststellt: "Die wichtigste Funktion bei GPS-Uhren ist die Akkulaufzeit." Das Farbdisplay der Polar Vantage V liegt gut geschützt hinter Gorillaglas und verfügt über eine Touch-Funkion.

Kleine Schwester: Polar Vantage M

Auch bei der kleinen Schwester, der Polar Vantage M, ist die verbesserte optische Pulsmessung mit zwei LED-Farben (grün und rot) und neuem Algorithmus eingebaut. Leistungsmessung und barometrische Höhenmessung gibt es hier nicht, ebenso wenig ein Touchdisplay. Ansonsten ist der Funktionsumfang ähnlich umfangreich wie bei der Vantage V, lediglich bei der Erholungsauswertung wurde etwas abgespeckt. Auch ihre 30 Stunden Akkulaufzeit bei GPS-Nutzung und optischer Pulsmessung reichen locker für Langdistanzen und Ultra-Abenteuer. Beim Tragegefühl ist die Kleine gerade bei dünnen Armen im Vorteil: Ihr etwas flacherer Aufbau und vor allem das mit 45 g niedrige Gewicht im Vergleich zur 66 g schweren Vantage V machen sich positiv bemerkbar.

Vorstellung zum Berlin-Marathon, Verkaufstart zum Frankfurt-Marathon

Beide Neuheiten, die Polar Vantage V und die Vantage M, werden jetzt im Rahmen des Berlin-Marathons vorgestellt. Erhältlich sind beide ab Ende Oktober, pünktlich zur Messe beim Frankfurt-Marathon (28.10.) und natürlich zum Weihnachtsgeschäft. 499 Euro wird die Vantage V kosten, inklusive des Brustgurtes zur EKG-genauen Messung 549 Euro. Die Vantage V gibt es in schwarz, weiß und orange. Die Polar Vantage M kostet mit 279 Euro nur etwas mehr als die Hälfte, sie wird mit zwei verschieden großen Armbändern und in schwarz, weiß und rot erhältlich sein. Wir konnten die beiden Uhren bereits einige Tage ausprobieren, unseren ersten Eindruck lesen Sie hier. (Hinweis: Einige Funktionen sind noch in der Beta-Version.) Einen ausführlichen Test beider Modelle werden wir pünktlich vorm Verkaufsstart hier auf runnersworld.de veröffentlichen.

Das Herzstück: Die optische Pulsmessung

Für Polar, Pionier in der Herzfrequenz-Messung, steht die exakte Bestimmung der Herzfrequenz naturgemäß im Vordergrund. Erste Wahl bleibt dabei weiterhin, daran lässt Sanna Meriö keinen Zweifel, die EKG-genaue Messung der Herzfrequenz über Brustgurt mit Sensor. Der aktuelle Polar-Sensor H10 mit Bluetooth verfügt über so einen bequemen Brustgurt mit flacher simpler Schließe, dass er sich bei den meisten Gelegenheiten problemlos tragen lässt. Doch manchmal stört es nun doch, sodass viele Läufer oder andere Sportler gern auf die optische Messung der Herzfrequenz mittels LED zurückgreifen. Diese Messung möglichst nah an die exakten Werte anzunähern, war Aufgabe vor allem der Software-Techniker von Polar.

Wie wurde die optische Messung verbessert?

Die optische Messung der Herzfrequenz am Handgelenk erfolgt dadurch, dass Licht von einigen LED in die Haut eindringt und man aus dem zurückgeworfenen Licht ermittelt, ob gerade ein Pulsschlag erfolgt oder nicht. Üblicherweise werden LEDs einer Farbe verwendet, meistens rot oder grün. Polar hat nun beide LED-Farben kombiniert, um eine größere Datenbasis zu haben, außerdem wurden mehr LEDs als früher verbaut, nämlich neun. Das Licht der vier roten LEDs dringt dabei tiefer in die Haut ein, während das grüne Licht weniger Energie verbraucht. Die roten LEDs kommen aus Energiespargründen daher nur dann zum Einsatz, wenn die Informationen, die mit den grünen LEDs ermittelt werden, nicht ausreichen. In ersten Prototypen waren zusätzlich noch gelbe LED eingebaut, was aber nicht zu einer weiteren Verbesserung der Messwerte geführt hatte.

Die Kunst bei der optischen Herzfrequenz-Messung besteht allerdings nicht in der Messung der Lichtinformationen, sondern in ihrer Interpretation. Aus dem wilden Muster der Messwerte inklusive aller Fehler muss ein Algorithmus schließlich einen klaren Herzfrequenzverlauf herausfiltern. Dazu haben die Software-Techniker von Polar die optische Pulsmessung mit einer neuen Hautkontaktmessung kombiniert. Auf der Rückseite des Gehäuses finden sich vier Elektroden, die zum Laden der Uhr und zur Synchronisierung der Daten dienen. Mit genau den gleichen Elektroden lässt sich aber auch feststellen, wie gut der Hautkontakt gerade ist. Diese Information fließt in den Algorithmus ein, so dass Fehler aus dem Ursprungsmuster besser herausgefiltert werden können.

Herzfrequenz-Verlauf während sechs Tempoläufen, die ersten drei mit Brustsensor, die letzten drei mit optischer Pulsmessung am Handgelenk.

Bild: Screenshot

Praxistest: Funktioniert die optische Messung wirklich so gut wie die Messung mit Pulsgurt?

Unseren ersten Tests zufolge ist die Verbesserung der optischen Messqualität ziemlich gut gelungen. Auf Bild 2 (über das Plus unten rechts lässt es sich vergrößern) sehen Sie die Pulswerte während sechs 400-m-Intervallen. Das Tempo wurde möglichst konstant gelaufen (1:35, 1:34, 1:33, 1:31, 1:34, 1:34), allerdings lag die Runde unter hohen Bäumen, sodass die GPS-Messung nicht hundertprozentig genau war. Die ersten drei Tempoläufe wurden mit Herzfrequenz-Sensor und Brustgurt absolviert, bei den letzten drei Tempoläufen erfolgte die Messung optisch am Handgelenk (während des Wechsels sieht man einen kleinen Ausreißer nach unten). Man erkennt, dass der Kurvenverlauf der ersten drei und der letzten drei Tempoläufe sich nur minimal unterscheidet – für das tägliche, auch ambitionierte Training, scheint das völlig ausreichend.

Strammes Tragen der Uhr wichtig

Wesentlich für die exakte Pulsmessung ist aber der stramme Sitz der Uhr: die Rückseite muss satt auf der Haut aufliegen, was sich nach dem Training gut an den Abdrücken der Elektroden auf dem Unterarm ablesen lässt. Dazu soll die Vantage oberhalb des kleinen Höckers am Handgelenk getragen werden, erklärt Sanna Meriö. So ist ein durchgehender Hautkontakt auch bei schnellen Läufen mit abrupten Bewegungen sichergestellt. In einem ersten Testlauf mit direkt am Handgelenk (zwischen Höcker der Elle und Handfläche) getragener Uhr waren die angezeigten Pulswerte deutlich niedriger als zu erwarten gewesen wäre.

Verzögerter Pulsanstieg bei Beschleunigung

Was man in der Grafik ebenfalls gut erkennen kann, ist der etwas verzögerte Anstieg der Herzfrequenz beim Start der Tempoläufe, bei der optischen Messung noch etwas stärker als bei der Messung mit Brustgurt. Aus diesem Grund werden Intervalltrainings in der Regel nach Zeit- bzw. Tempovorgaben gelaufen, das Training nach Herzfrequenz beschränkt sich üblicherweise auf gleichmäßigere Belastungen wie langsame Dauerläufe oder Tempodauerläufe. An diesem Punkt kommt die große Neuerung der Polar Vantage V ins Spiel:

Die Leistungsmessung beim Laufen

Eine Leistungsmessung kennen Ausdauersportler vor allem vom Radtraining. Polar bringt mit der Vantage V nun erstmals eine Uhr auf den Markt, die auch beim Laufen die Leistung in Watt messen kann. Zur Berechnung werden die Werte Tempo, Beschleunigung und Anstieg herangezogen, die Höhenmessung erfolgt dabei barometrisch und damit genauer als würden hierzu lediglich GPS-Daten herangezogen werden. Anzeigen lassen kann man sich den absoluten Wert in Watt oder den relativen Wert in Watt/kg. Wenn Sie noch einmal einen Blick auf die Grafik in Bild 2 werfen, erkennen Sie, dass die Tempo-Kurve (blauer Bereich) quasi analog zur Leistungskurve (gelb) verläuft, es gibt keinen zeitlichen Versatz wie bei der Herzfrequenz. Auf einer flachen Strecke wie der in diesem Testlauf erschließt sich der Vorteil der Leistungsmessung noch nicht, auf einem hügeligen Kurs kann durch sie die tatsächliche Belastung exakt und ohne Zeitversatz angezeigt werden. Nicht berücksichtigt werden dabei allerdings äußere Einflüsse außer des Streckenprofils, also beispielsweise Wind oder Hitze. Da ist dann wieder die Herzfrequenz gefragt.

Polar Vantage V und M im Detail : 16 Fotos

Und sonst? Weitere Funktionen der Polar Vantage V und der Vantage M

Einen weiteren Schwerpunkt hat Polar auf die Funktionen zur Überwachung von Trainingsbelastung und Erholung gelegt. Dazu werden die aktuelle Trainingsbelastung aus den letzten sieben Tagen mit der üblichen Belastung aus den letzten 28 Tagen verglichen und daraus Empfehlungen abgeleitet, um zum Beispiel die Verletzungsanfälligkeit zu senken. Wo sich auch ordentlich was getan hat, im Vergleich zu den früheren Modellen von Polar, ist beim Design. In stylisch schicken runden Gehäuse lässt sie sich nicht nur beim Sport gut tragen, sondern auch in der Stadt oder im Büro. An der guten Bedienbarkeit ändert das dank der hochwertigen Knöpfe mit angenehmen Druckpunkt aber nichts.

Die Polar Vantage V im Überblick

• Präzise Pulsmessung am Handgelenk (optinal: Bluetooth-Herzfrequenzsensor Polar H10 mit Brustgurt)
• GPS
• Höhenmessung mit Barometer
• Farb-Touch-Display
40 Stunden Akkulaufzeit (bei GPS-Nutzung und optischer Pulsmessung)
integrierte Leistungsmessung
• Training Load Pro (Bestimmung der Trainingsbelastung zur Vermeidung von Übertraining)
Recovery Pro (Bestimmung des Erholungszustands)
• mehr als 130 Sportarten
• Running Program (Trainingsplanung)
• Running Index (Vergleichswert für die aktuelle Leistungsfähigkeit)
• Sleep Plus (Messung der Schlafzeit und -qualität und Feedback zur Verbesserung)
• Aktivitätsmessung
• Polar Flow for Coach (Coaches können Trainings für Athleten planen und verfolgen)
• Gewicht: 66 Gramm
• Durchmesser 46 mm, Dicke 13 mm
• Material: Rostfreier Stahl und Gorilla-Glas
• Preis: 499 Euro, inklusive Herzfrequenzsensor H10 mit Brustgurt 549 Euro
• Farben: schwarz, weiß, orange
• Armband in Größe S zusätzlich erhältlich für 9,90 Euro

Die Polar Vantage M im Überblick

• Präzise Pulsmessung am Handgelenk (optinal: Bluetooth-Herzfrequenzsensor Polar H10 mit Brustgurt)
• GPS
• Höhenmessung über GPS
• Farb-Display
30 Stunden Akkulaufzeit (bei GPS-Nutzung und optischer Pulsmessung)
• Training Load Pro (Bestimmung der Trainingsbelastung zur Vermeidung von Übertraining)
• mehr als 130 Sportarten
• Running Program (Trainingsplanung)
• Running Index (Vergleichswert für die aktuelle Leistungsfähigkeit)
• Sleep Plus (Messung der Schlafzeit und -qualität und Feedback zur Verbesserung)
• Aktivitätsmessung
• Polar Flow for Coach (Coaches können Trainings für Athleten planen und verfolgen)
• Gewicht: 45 Gramm
• Durchmesser 46 mm, Dicke 12,4 mm
• Material: Kunststoff mit Metall-Lünette
• Preis: 279 Euro
• Farben: schwarz, weiß, rot
• erhältlich mit Armbändern in zwei Größen
• optionale Wechselarmbänder erhältlich