Die Neuheiten von New Balance

Die neue FuelCell-Produktlinie

In New York wurde die neu konzipierte FuelCell-Produktplattform von New Balance erstmals gezeigt. Eine komplett neues Sohlendesign unterstützt Athleten beim schnellen Laufen.

FuellCell 5280

Benannt nach den 5280 Fuß in einer Meile – der FuelCell 5280.

Bild: Magdalena Krosch

Das erste Modell der Produktlinie, der FuelCell Rebel wird am 5. Juni 2019 gelauncht, dem globalen Lauftag. RUNNER’S WORLD hatte bereits einige Tage vor dem Launch die Möglichkeit den neuen Laufschuh zu testen. New Balance ist ein amerikanischer Sportartikelhersteller, der sich aus einer kleinen orthopädischen Werkstatt in Boston zu einem Weltkonzern etabliert hat.

Die jetzt vorgestellte Produktplattform namens FuelCell wurde mithilfe von Biomachanik-Daten der Athleten von New Balance konzipiert, unter anderem der US-Olympionikin Jenny Simpson. Sie gewann das Rennen "New Balance 5th Avenue Mile" insgesamt sieben Mal – davon sechs Mal in Folge. Als Simpson beim diesjährigen Rennen die Ziellinie überquerte, trug sie den FuelCell 5280 – das Ergebnis eines zweijährigen Entwicklungsprozesses. Allein über neun Monate lang nahm das Team Anpassungen vor, bis Simpson im FuelCell 5280 laufen konnte, ohne den Schuh zu spüren.

Für die Entwicklung des Schuhs wurde die Biomechanik der New-Balance-Athleten genauestens analysiert und für das Design des FuelCell 5280 angewendet. Die Zahl 5280 steht dabei für die 5280 Fuß einer Meile. Denn dafür ist der Schuh konzipiert: Maximale Schnelligkeit auf kurzen Distanzen.

Der FuelCell 5280 wurde immer wieder an die Biomechanik der Athleten angepasst.

Bild: Magdalena Krosch

Entwicklung durch biomechanische Daten

Danny Orr, Innovationsmanager bei New Balance, erklärt, dass sich die Gestaltung eines Renn-Schuhs für die Meile völlig von anderen Schuhen der Serie unterscheidet: "Wenn man sich die Marathon-Distanz ansieht, liegt der Fokus auf der Verbesserung der Leistungsfähigkeit eines Athleten. Bei einer einzigen Meile hingegen ist die Effizienzsteigerung das Schlüsselelement, was die Schnelligkeit und die Kraft eines Athleten verbessert." Während am Ende eines Marathons jede Sekunde zählt, seien bei einem Meilen-Rennen sogar die Bruchteile einer Sekunde entscheidend.

Mithilfe der Daten ihrer New Balance-Athleten hat das Innovationsteam die Form der Zwischensohle gegenüber ihren anderen Rennschuh-Modellen, wie dem Hanzo, stark verändert. Heraus kam eine an der Ferse stark abgerundete Form – ähnlich der echten Ferse – und eine breite recht stabile Fläche, die schräg sich von der Außenseite zum Vorfuß zieht. An der Außenseite ragt sie gar ein gutes Stück über die Fußaußenseite hinaus, es sieht aus, als habe die Sohle eine kleine Beule nach außen. Diese Form unterstützt den optimalen Abrollvorgang von der Außenkante des Fußes hin zum großen Zeh.

Zudem wurde ein neues leichtes Zwischensohlenmaterial FuelCell eingesetzt, dazu wurde mit TPU- und Carbonplatten experimentiert. Auch der HypoKnit-Stoff für den Oberstoff wurde angepasst. So sei der FuelCell 5280 der minimalste, leichteste und reaktionsschnellste Laufschuh, den New Balance je entwickelt hat.

FuelCell Rebel

Bild: Magdalena Krosch

Der FuelCell Rebel lief sich beim Popular Brooklyn Half sehr gut.

Alternative für Alltagsläufer

Allerdings dürfte die Zielgruppe für ein solches reinrassiges Rennmodell nicht sonderlich groß sein. Deshalb wurden sowohl die Technologie als auch die Erkenntnisse der FuelCell 5280-Entwicklung ebenfalls in drei neuen Trainingsschuhen angewendet, die beim Global Launch in Brooklyn vorgestellt wurden. Dazu gehört der FuelCell Rebel, der FuelCell Propel, der eher ein Standard-Laufschuh für den Alltagsläufer ist und der FuelCell Echo, der für den modebewussten Läufer entwickelt wurde.

Der FuelCell Rebel, den ich auf meinem morgendlichen Lauf sofort getestet habe, richtet sich an die Läufer, die bei hoher Geschwindigkeit auf eine optimale Energierückgabe setzten. Anders als der 5280 ist der Rebel ohne eine Carbonplatte designet. Trotzdem sorgt die FuelCell-Technologie mit der an Mittel- und Vorfußläufer angepassten Außensohle für eine dynamische Abrollphase. Wie beim 5280 sorgt die FuelCell-Zwischensohle für eine gute Reaktivität beim Laufen.

Leicht und schnell

Mein erster Eindruck nach den ersten Kilometern: Ich habe subjektiv den Eindruck, dass ich eine kürzere Bodenkontaktzeit habe. Gleichzeitig laufe ich gefühlt schneller als in einem normalen Trainingsschuh. Auch während des Popular Brooklyn Half Marathon trug ich den FuelCell Rebel. Das ganze Rennen hinweg fühlen sich meine Schritte leichtfüßig an, das Abrollverhalten ist sehr angenehm. Der leichte Schuh verleitet in jedem Fall dazu, den ein oder anderen Mitläufer zu überholen und insgesamt zu schnellerem Laufen. Auch nach den 21,1 Kilometern sitzt der Schuh mit dem Obermaterial aus Jacquard-Mesh und Trace Fiber angenehm am Fuß und ist sehr atmungsaktiv. Der Schuh gibt bei einer neutralen Dämpfung ein relativ direktes Laufgefühl – was ich als sehr positiv empfinde. Von der leicht ungewöhnlichen Optik mit der Ausbuchtung an der Seite sollte man sich also nicht abschrecken lassen.

FuelCell Launch

Der FuelCell Rebel wird am 5. Juni 2019, dem Global Running Day, für 140 Euro auf den Markt kommen. Im Herbst folgen die weiteren Laufschuhe der FuelCell-Produktlinie. Der FuelCell 5280 wird bei 180 Euro liegen, während der Propel und der Echo für 120 bzw. 90 Euro im Handel erhältlich sein werden.