Ziele 2008

Neues Jahr, neues Leben

In der Ausgabe 01/08 der RUNNER'S WORLD stellen wir Ihnen Ziele vor, die Läufer sich für 2008 setzen können.

Ziele 2008 Berlin

Einen richtig großen Marathon – wie hier den Berlin-Marathon – muss jeder Läufer mal erleben.

Bild: Norbert Wilhelmi

Erlegen Sie einen Monster-Marathon
Zuschauermassen, perfekte Organisation, schnelle Strecken gepaart mit grandiosem Sightseeing. Einen dieser Marathons muss man mal erlebt haben:
Paris-Marathon, 6. April
London-Marathon, 13. April
Stockholm-Marathon, 31. Mai
Berlin-Marathon, 28. September
Chicago-Marathon, 12. Oktober
New York-Marathon, 2. November

Wandeln Sie auf den Spuren der Lauflegenden
Starten Sie beim München-Marathon mit Zieleinlauf in dem Stadtion, in dem einst Frank Shorter seine Goldmedaille gewann.

Laufen Sie die 25 km von Berlin mit Einlauf in das Berliner Olypiastadion, wo der schwarze US-Sprinters Jesse Owens 1936 in Berlin vier Olympiasiege feierte – unter den Augen Adolf Hitlers, in Nazideutschland.

Trainieren Sie auf der legendären Laufbahn in London im Stadion der Oxford Universität an der Iffley Road, auf der der Brite Roger Bannister am 6. Mai 1954 als erster Mensch die damals legendäre Meilendistanz (1609 m) in unter 4:00 Minuten lief (täglich von 8.30 bis 19.30 Uhr geöffnet). Schauen Sie sich das Rennen auf der Webseite der BBC an und lassen sich von diesem Moment inspirieren.

Machen Sie es ein Jahr lang jeden Tag
Laufen Sie ein Jahr lang jeden Tag und werden Sie ein Streak-Läufer. So dürfen Sie sich nach Definition der Vereinigung der amerikanischen Streakrunner nur die Läufer nennen, die ein Jahr lang täglich mindestens eine Meile (1,609 km) gelaufen sind. Unter streakrunner.de gibt es ein Forum mit allen Informationen zum Streak-Laufen in Deutschland.

Springen Sie aufs Empire State Building
Der Klassiker unter den Hausläufen ist der Empire State Building Run-up. Grandios auch die Rennen auf Chicago’s Hancock Tower oder den Menara Tower in Kuala Lumpur (towerrunning.com).

Im deutschsprachigen Raum gibt es den Sky Run in Berlin im Park Inn am Alexanderplatz mit 770 Stufen oder den Donauturm Treppenlauf in Wien (779 Stufen).

Genießen Sie legendäre Streckenabschnitte
Erleben Sie den Stimmungskulminationspunkt „Wilder Eber“ des Berlin-Marathons, wo die Zuschauer in Dreier-Reihen stehen und eine Samba-Band mit Cheerleadern den Läufern richtig einheizt.

Der legendärste Streckenabschnitt der (Marathon-)Welt ist allerdings der Heartbreak Hill in Boston, der im Rahmen des noch legendäreren Boston-Marathons aufgrund seiner späten Steigung schon so manches „Herz gebrochen“ hat.

Erlaufen Sie fremde Länder und Städte
Nehmen Sie sich vor, wenigstens einmal im Leben eine Weltstadt zu erlaufen. Mit einem Laufwochenende in Paris oder London kann es ja beginnen. In den größeren Städten Westeuropas und der USA gibt es inzwischen sogar geführte Lauftouren (Sightjogging).

Suchen Sie die Extreme und zeigen Sie Courage
Was Extremläufe ausmacht, ist in der Regel das einzigartige Gefühl, alleine mit sich und der gewaltigen Natur bzw. den Naturgewalten zu sein – und diese bezwungen zu haben. Wie wär’s zum Beispiel mit einem Marathon in der Antarktis in der Nähe des Südpols, dem so genannten Ice-Marathon. Noch kälter wird’s beim Nordpol-Marathon.

Ein Ziel kann auch die Bewältigung des Badwater-Ultramarathons sein – es muss ja noch nicht unbedingt 2008 erfüllt werden.

Ganz spezielle Herausforderungen für ganz spezielle Läufer sind Kombinationen aus extremen Witterungsbedingungen, extremen Streckenprofilen und extremen Streckenlängen. Wie zum Beispiel beim 150-Meilen-Rennen durch die Wüste Gobi (ca. 240 km) oder beim Badwater-Ultramarathon über 215 km vom tiefsten Punkt der westlichen Hemisphäre im kalifornischen Death Valley bei 50 Grad Hitze auf den 2548 m hohen Mount Whitney.

Brechen Sie aus dem Alleine-Treter-Trott aus
Suchen Sie sich ein paar Gleichgesinnte und machen Sie aus dem Individual- sport Laufen auch mal einen Mannschaftssport. Was halten Sie zum Beispiel vom Pulheimer Staffel-Marathon (13. Januar, 6 Teilnehmer), der Berliner Team-Staffel (4./5. Juni, 5x5 km) oder dem Weezer 5x5-km-Staffellauf (September).

Eine ganz eigene Erfahrung sind dann noch so genannte Staffetten-Läufe. Diese werden in der Regel selbst organisiert (von Partnerstadt zu Partnerstadt zum Beispiel), aber es gibt auch da alljährliche Events: Wie wär’s mit einem Nonstop-Lauf von Prag nach Nürnberg? Der „Hammer“ in dieser Beziehung ist allerdings die Hood to Coast-Relay in Oregon, von der Spitze des Mount Hood an die Pazifik-Küste bei Seaside, 197 Meilen (ca. 315 km), 36 Etappen, aufgeteilt auf 12 Team-Mitglieder, die sich Tag und Nacht laufend abwechseln.

Stellen Sie sich in den Mittelpunkt

Ziele 2008 Verkleidung
Egal wie schnell Sie laufen – die Aufmerksamkeit der Zuschauer ist Ihnen sicher, wenn Sie sich verkleiden.

Es ist definitiv eine Erfahrung, die Sie einmal gemacht haben sollten: kostümiert laufen. Ja, laufen Sie einen Marathon statt in Trikot und kurzer Hose in Lederhose und Trachtenhemd (einigermaßen originell), in Clowns-Kostüm (originell), als Nashorn (sehr originell), nackt (geht ohne Verhaftung nur beim Bay to Breakers Run, als Cowboy, Indianer...

Wollen Sie unbedingt einmal ganz im Mittelpunkt stehen, dann verkleiden Sie sich bei einem der Wald- und Wiesen-Marathons, da ist dies eher selten üblich und tut dies außer Ihnen kaum einer. Wollen Sie nicht ganz einsam in Ihrer Kostümierung sein, dann wählen Sie den Medoc-Marathon in Frankreich, wo etwa 50 Prozent der Teilnehmer verkleidet sind (und außerdem an den Verpflegungs- stellen guter Wein ausgeschenkt wird!), den London-Marathon (Verkleidungsquote ca. 10 Prozent) oder den Köln-Marathon (Quote ca. 5 Prozent). Übrigens: Anregungen zu Kostümen und Veranstaltungen gibt es bei Chris Davis

Trainieren Sie wie die erfolgreichen Kenianer
Wer dem Erfolgsgeheimnis der Kenianer auf die Spur kommen will, der sollte eigentlich irgendwann einmal dort gewesen sein. Der Journalist und Kenia- Experte Robert Hartmann bietet zum Beispiel in der Nähe der Stadt Eldoret, also mitten im Gebiet des Läufer-Stamms der Kalenjin, Kenya Camps an: Während der Trockenzeit von September bis Mitte April werden fünfeckige, ebenerdige, in Buntsandstein gehaltene Häuser auf dem Gelände der Kazi-Mingi-Farm vermietet. Ein Zimmer mit zwei Betten kostet pro Nacht 50 Euro.

Nehmen Sie es mal richtig locker
Laufen macht Spaß. Biertrinken macht Spaß. Bringen Sie das zusammen und Sie haben noch mehr Spaß. So sehen es wenigstens die Hash House Harriers, eine international organisierte Gruppe von Läufern, die mehr oder weniger regelmäßig einen so genannten „Hash“ veranstalten. Dabei folgen Sie einem von einem „Hare“ (Hasen) ausgelegten „Trail“ (Fährte) und erlaufen sich Meile um Meile den verdienten Lohn: zumeist Bier. Informationen zu deutschen Clubs gibt's unter hamburghash.de.


Marathon-Guide
Das Leben ist kurz, zu kurz! Auf jeden Fall zu kurz, um alle interessanten Marathons dieser Erde einmal gelaufen zu sein. Aber wir können Sie beruhigen: Das ist auch nicht nötig. Denn wenn Sie an den folgenden fünf Marathons einmal teilgenommen haben, sollten Sie eigentlich alle Facetten und Faszinationen eines Marathons kennengelernt haben.

Marathon-Tipp von Martin Grüning
RUNNER'S WORLD-Redakteur
Der Schnellste
Rund um den Baldeneysee, Essen, 12. Oktober

Marathon-Tipp von Bob Wischnia
RUNNER‘S WORLD-Mitarbeiter
Der Entlegenste
Antarktis-Marathon, 5. März

Marathon-Tipp von Urs Weber
RUNNER‘S WORLD-Redakteur
Der Schönste
Big Sur Marathon, 27. April

Marathon-Tipp von Frank Hofmann
RUNNER‘S WORLD-Redakteur
Der Einsamste
Elbtunnel-Marathon, 27. Januar

Marathon-Tipp von Thomas Steffens
RUNNER’S-WORLD-Mitarbeiter
Der Musikalischste
Rock ‘n‘ Roll-Marathon San Diego, 1. Juni