Yukon Arctic Ultra

Nur die Hälfte erreichte das Ziel

Beim 10. Yukon Arctic Ultra, dem kältesten Ultra-Rennen der Welt, starteten 80 Ultraläufer, aber nur die 40 Härtesten erreichten das Ziel.

Yukon Arctic Ultra 2013 - Die Fotos
040320130 Yukion Arctic Ultra

Unterwegs beim Yukon Arctic Ultra.

Bild: Martin Hartley

Der Yukon Arctic Ultra gilt als das kälteste und eines der härtesten Ultrarennen der Welt. Seit 2003 treffen sich jedes Jahr Mountainbiker, Skilangläufer und Läufer aus der ganzen Welt, um im Winter einen Marathon, 100, 300 oder 430 Meilen durch die kanadische Wildnis zurückzulegen. Das Reglement schreibt vor, dass die Teilnehmer ohne fremde Hilfe und mit der gesamten Ausrüstung unterwegs sind. Der Trail des Yukon Arctic Ultra folgt der Strecke des Yukon Quest, des härtesten Hundeschlittenrennens der Welt im Yukon Territory, Kanada.

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Der Start fand im nordkanadischen Whitehorse, Yukon Territory, statt. Mit 80 Startern wagten sich so viele Teilnehmer wie noch nie in die eisigen Weiten zwischen Whitehorse und Dawson. Aber nur 40 erreichten ihr Ziel. Dabei hatten vor allem verhältnismäßig hohe Temperaturen im Vorfeld den Teilnehmern das Leben schwer gemacht. Der Untergrund weichte auf, was vor allem den Radfahrern und Skilangläufern Probleme bereitete.

Auf der Marathon-Distanz schlug Mike Smith, Kanada, nach 4:40 im Ziel an, knapp gefolgt von Ryan Leef (4:47), einem besonders fitten Mitglied des kanadischen Parlaments. Stefano Gregoretti und Davide Ugolini aus Italien scheiterten auf der 100-Meilen-Strecke mit ihrer Zeit von 24:35 Stunden nur knapp am alten Rekord. Beide hatten auf der weichen Piste zu viel Kraft gelassen. Die einzige Fahrradfahrererin Pat Cooke-Rogers benötigte mit 42:10 Stunden übrigens fast doppelt so lang. Die höchste Ausfallrate gab es bei den 300-Meilen. Hier erreichten nur der Schweizer Otmar Flepp (146:22) und die Deutsche Nicole Dörr (175:40) das Ziel in Pelly Crossing. Die 44-jährige aus Huben im Chiemgau ist damit die erste Deutsche und insgesamt die vierte Frau überhaupt, die seit Bestehen des YAU das 300 Meilen-Ziel erreichte.

Kalt war es!

Bild: Martin Hartley

Auf der längsten Distanz von 430 Meilen von Whitehorse nach Dawson City siegte ein „Rookie“, ein Anfänger. So schnell wie Casper Wakefield aus Dänemark war noch keiner in der Goldgräberstadt angekommen. Er benötigte nur 186:50 Stunden für die gut 770 Kilometer. Zu Fuß wohlgemerkt, nicht mit dem Schneemobil. Dabei nahm er dem Zweitplatzierten Mark Hines (232:20), England, fast 50 Stunden bis ins Ziel ab. Aber auch Hines gebührt höchste Anerkennung: er überquerte die Ziellinie auf der Lang-Distanz nun schon zum dritten Mal.

Zwei weitere Italiener erregten Aufsehen. Enrico Ghidoni (225:10) durchquerte die Weiten des Yukon auf Langlaufski und erreichte als Erster in der Geschichte des YAU die legendäre Stadt des Klondike-Goldrauschs mit diesem Mittel der Fortbewegung. Aldo Mazzocchi tat es ihm mit dem Mountainbike gleich und raste nach 180 Stunden unter dem Zielbanner hindurch. „Trotz extremen Witterungsschwankungen ist alles gut ausgegangen“, zog Robert Pollhammer, Initiator und Veranstalter des YAU, erleichtert Bilanz. „Ich ziehe vor allen Teilnehmern meinen Hut“, so Pollhammer.