Laufen? Nicht ohne Ball!

Wie Lauftraining die Kicker verbessert

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch: Ohne Ausdauer kein Fußball.

Fußball

Um die 10 km legt ein Spieler in 90 Min. Match zurück. Ohne Ausdauer bleibt keine Puste mehr.

Bild: Kurt Michel / pixielio.de

Allerdings sind die Methoden, wie Ausdauer in unterklassigen Vereinen trainiert wird, höchst unterschiedlich und abhängig vom jeweiligen Coach. Der eine bindet das Training in Spielformen mit dem Ball auf großem Raum und eher mäßigem Spieltempo ein, der andere lässt seine Spieler pulsgesteuert im individuellen Tempo Bahnen ziehen. Oft sieht es allerdings so aus, dass ein laufstarker Co-Trainer die Geschwindigkeit vorgibt und alle Spieler versuchen müssen, sein Tempo zu halten. So sieht man dann vor allem im Sommer, wenn bei den Fußballern die Vorbereitung auf die neue Saison läuft, große Gruppen durch die Wälder laufen.

Die ersten fünf der Gruppe schauen gelangweilt aus der Wäsche, weil sie eigentlich schneller laufen möchten, der größte Teil der Spieler leidet still und kämpft verbissen darum, nicht abgehängt zu werden, und am Ende der Gruppe fallen immer wieder einzelne Spieler ab und geben resigniert auf. Dass bei dieser Art von Ausdauertraining nicht wirklich Freude aufkommt, ist wohl jedem Läufer klar. Bei Lauftreffs werden schließlich auch unterschiedliche Gruppen gebildet, in denen jeder sein persönliches Tempo laufen kann.

Umgekehrt befinden sich aber auch viele Läufer auf dem Holzweg, wenn sie der Meinung sind, dass Fußballer konditionsschwach und trainingsfaul wären, nur weil sie nicht regelmäßig die Trainingsumfänge eines Ausdauerläufers ableisten. Ein Fußballspiel hat eben ein ganz anderes Anforderungsprofil als ein Langstreckenlauf. Viele Belastungsspitzen vor allem bei intensiven Trainingsformen in Kleingruppen würden auch Marathonläufer, die in ihrem Training ein hohes Tempo für mehrere Minuten oder gar Stunden durchhalten können, sehr schnell an ihre Grenzen bringen.

Aber natürlich gibt es auch unter den Fußballern solche, die gern die Laufschuhe schnüren und begleitend zum Balltraining extensive Laufeinheiten absolvieren. Oder die wie Marcel Witeczek nach dem Ende ihrer Spielerlaufbahn eine neue Herausforderung beim Laufen finden. Selbst Rudi Völler hat später als Bundestrainer auf die Frage, wie er mit dem öffentlichen Druck umgehe, geantwortet: „Dann gehe ich laufen, um nicht daran denken zu müssen. Das hat mir Franz Beckenbauer geraten. Wenn mir als Spieler einer gesagt hätte, ich würde mal freiwillig durch den Wald rennen! Heute mache ich es sogar gern.“

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