Wer zahlt was?

Von Jin Shin Jyutsu bis Shiatsu

Welche der alternativen Heilmethoden von Krankenkassen bezahlt werden und was Sie selbst übernehmen müssen. Dazu Tipps, wie Sie Mediziner in Ihrer Nähe finden.

Jin Shin Jyutsu
In der Japanischen Heilkunst hat Jin Shin Jyutsu eine Jahrtausende alte Tradition. ähnlich wie Therapien aus der TCM geht es bei Jin Shin Jyutsu um freien Energiefluss und die Auflösung von Energiestaus über die Meridiane. Die Technik der Therapeuten wird „Strömen“ genannt. Anders als bei der Akupressur üben die Hände des Praktikers keinen Druck aus, sondern werden nur sanft an jeweils zwei Punkten des Körpers aufgelegt, die in einem der Lehre entsprechenden Zusammenhang stehen und den gestörten Energiefluss wieder herstellen sollen. Die Lehre basiert auf der Annahme, dass 26 im Körper verteilte Sicherheitsenergieschlösser bei der Harmonisierung der Energieströme eine Rolle spielen. Durch das Strömen werden die Schlösser aktiviert und der energetische Kreislauf in Einklang gebracht. Auch die Selbstheilungskräfte sollen durch die Behandlung gestärkt werden. Jin Shin Jyutsu ist durch Studien bisher kaum untersucht. Die Iserlohner Ultraläuferin und Jin-Shin-Jyutsu-Praktikerin, Angela Wallussek, wendet die Technik zum Beispiel bei Läufern mit Überlastungsbeschwerden sowie akuten Verletzungen der Bänder erfolgreich an, wobei die Behandlung in der Regel zu einem beschleunigten Abschwellen des verletzten Bereiches führt.

Um chronische Beschwerden zu lindern werden zumeist mehrere Sitzungen benötigt, die jeweils eine Stunde dauern und mit etwa 50 Euro veranschlagt werden. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist nicht möglich.


Osteopathie und Chiropraktik
Struktur und Funktion von Knochen, Muskeln, Sehnen und Organen sind aus Sicht der Osteopathie untrennbar voneinander abhängige Aspekte unseres Bewegungsapparates. Demnach macht die Funktion die Struktur. Bedeutet: Je höher die Funktionalität eines Knochens, Muskels oder einer Sehne, umso stärker seine Struktur und umgekehrt. Der Osteopath kann beispielsweise über die Funktionalität eines Hüftgelenks feststellen, welche Strukturen beeinträchtigt sind. Durch manuelle Techniken ist er im Anschluss dann in der Lage, knöcherne Strukturen, etwa durch Drücken und Schieben in den betroffenen Gelenkbereichen, so zu bearbeiten, dass die Funktionalität wieder hergestellt wird. In der Regel ist auch der Patient gefordert, mit vorgegebenen Übungen, die Funktionalität des betroffenen Bereichs weiter zu verbessern. Die Heilwirkung der Osteopathie ist in einigen Teilbereichen gut belegt, zum Beispiel bei Kopf- und Rückenschmerzen.

Bei Läufern mit Atemproblemen konnten Osteopathen in einigen Fällen dadurch helfen, dass sie eine Blockade in der Brustwirbelsäule oder ein eingeklemmtes Zwerchfell lösten. Während Osteopathie in den USA ein ärztlicher Ausbildungsberuf ist, fällt sie in Deutschland unter das Heilpraktikergesetz und darf von Ärzten und anerkannten Heilpraktikern ausgeübt werden.

Die Chiropraktik ist der Osteopathie eng verwandt und kann auch als Teil von ihr verstanden werden. Während die Osteopathie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, handelt es sich bei der Chiropraktik um eine reine manuelle Behandlungstechnik. Durch spezielle Griffe können eingeklemmte Nerven befreit, Gelenkspiel verbessert und Schmerzwahrnehmung vermindert werden.

Die Kosten für verordnete Chiropraktik werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, bei der Osteopathie in der Regel nicht. Gegebenenfalls sollten Betroffene bei ihrer Krankenkasse nachfragen.


Reiki
Auf den ersten Blick sind bei dieser etwa hundert Jahre jungen Heilpraktik aus Japan Bezüge zum Jin Shin Jyutsu zu erkennen. Es geht bei Reiki um Energiearbeit, speziell um Schwingungen und auch eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte wird angestrebt. Handauflegen spielt in der Anwendung ebenfalls eine wichtige Rolle. Allerdings pflegt die Reiki-Lehre eine besondere spirituelle Komponente, die auch mit der Einhaltung von Lebensregeln seines Begründers, Mikao Usui, verknüpft ist: Ärgere dich nicht. Sorge dich nicht. Sei dankbar. Arbeite hart. Sei freundlich zu den Menschen.

Das traditionelle Reiki ist auch als Selbstbehandlungskonzept angelegt, das in drei Ausbildungsstufen bis zur Erlangung des Meistergrades vermittelt wird. So soll der Reiki-Schüler in die Lage gebracht werden, Reiki fließen zu lassen und sich bei Erkrankungen oder Verletzungen Heilung und Schmerzlinderung zu verschaffen.

Relevante Studien, welche die Wirksamkeit von Reiki belegen könnten, gibt es bisher nicht. Anwender berichten gerne von der entspannenden und erholsamen Wirkung des Reiki.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Seminarkosten zur Erlangung des Ersten Reikigrades.


Shiatsu
Wie zahlreiche andere asiatische Körpertherapien setzt das aus Japan stammende Shiatsu auf eine Behandlungsweise, die den Energiefluss im Körper über die Meridiane harmonisieren und Blockaden aufheben soll. Auch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte spielt eine Rolle. Obwohl das heutige Shiatsu durch eine Vereinigung verschiedener Therapieformen erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist, gehen die Ursprünge bereits 2500 Jahre zurück. Sie enthalten Gesundheitsübungen des chinesischen Tao-yin, einer Selbstbehandlungsmethode, die Massage und Druckpunktbehandlung sowie Entgiftungstechniken beinhaltet.

Ideeller Überbau des Shiatsu ist die daoistische Lehre von den fünf Elementen, die das Werden und Vergehen in der Natur anhand der Elemente Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall beschreibt. In der therapeutischen Anwendung werden vom Praktiker Finger, Handballen, Knie und Ellenbogen zur Behandlung eingesetzt. Läufer können bei Verspannungsschmerzen und Gelenksteifigkeit von Shiatsu profitieren.

Wie bei den meisten fernöstlichen Heilmethoden wird von westlicher Seite kritisiert, dass auch Shiatsu den hiesigen Standards zur tatsächlichen Wirkungsweise nicht standhält. In Japan dagegen ist Shiatsu offiziell anerkannte Heilmethode. Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern gaben im Rahmen einer Untersuchung der University of Leeds mehrheitlich an, ihre Beschwerdesymptome, insbesondere bei Muskel- und Gelenkerkrankungen sowie Verspannungen, seien durch Shiatsu zurückgegangen.

Während einige Privatkassen die Kosten für eine Shiatsu-Behandlung zahlen, ist die Kostenübernahme durch gesetzliche Kassen nur in wenigen Einzelfällen bekannt. Auch hier lohnt Nachfragen, für den Fall, dass der Hausarzt eine entsprechende Behandlung befürwortet.


Wie finde ich Ärzte und Therapeuten in meiner Umgebung?

Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.: Der Verbund pflegt ein Patientenportal mit Möglichkeiten zur differenzierten Arztsuche mit Zusatzqualifikation im Bereich der TCM.

Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin: Bundesweites Verzeichnis von Ärzten und Heilpraktiker.

Reiki-Verband-Deutschland: Mitgliederverzeichnis und Forum.

Jin Shin Jyutsu: Verzeichnis von Selbsthilfelehrern und Praktikern.

Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland: Verzeichnis anerkannter Praktiker sowie Infos zu Kursangeboten.

Verband der Osteopathen Deutschland e.V.: bundesweite Therapeutensuche.

Weiterlesen

Seite 2 von 2
Zurück zur ersten Seite:
Alternative Liste


Natürlich geheilt

Akupunktur

Wie Nadelstiche heilen können. mehr

Natürlich geheilt

Sportmassage

Mit gezielten Griffen zur schnelleren Regenerationmehr

Natürlich geheilt

Imagination

Wie positive Gedanken den Heilungsprozess verbessern.mehr

Natürlich geheilt

Heilkräuter-Therapie

Wie natürliche Pflanzenwirkstoffe die Selbstheilungskräfte des Körpers... mehr

Natürlich geheilt

Chiropraktische Behandlung

Wie ein gesunder Rücken Ihre Leistungsfähigkeit verbessern wird.mehr