Ironman Hawaii

Van Lierde gewinnt, Kienle Dritter in Hawaii

Frederik van Lierde aus Belgien hat den Ironman Hawaii gewonnen. Bester Deutscher auf Rang drei wurde Sebastian Kienle.

Sebastian Kienle bei der Challenge Kraichgau: Hier hatte er gegenüber Andreas Raelert noch das Nachsehen.

Bester Deutscher auf Rang drei: Sebastian Kienle.

Bild: Thomas Wenning

Am Sonntag ging die 35. Auflage des Ironman Hawaii mit der Erkenntnis zu Ende, dass die Platzierungen mittlerweile so unvorhersehbar sind wie die Winde in Kailua-Kona. Zugegeben, den Belgier Frederik van Lierde hätte man auf der Rechnung haben können, schon wegen seines zweiten Rangs im letzten Jahr. Bei allen Prognosen fielen trotzdem die immer selben Namen: Pete Jacobs, Eneke Llanos, Andreas Raelert, Sebastian Kienle, Craig Alexander. Aber von denen schaffte es lediglich einer in die Top 10, nämlich Sebastian Kienle, der sich bei den Ironman-Weltmeisterschaften Platz drei sicherte.

Für den 29-jährigen Kienle zeichnete sich bei der Auftaktdisziplin ein gewohntes Bild: Rückstand beim Schwimmen. Erfreulicherweise hielt sich der Abstand zur Spitze mit etwa drei Minuten dieses Mal in Grenzen. Die Spitzengruppe stieg nach rund 51 Minuten aus dem Wasser, allen voran Vojahressieger Pete Jacobs. Überraschenderweise schaffte der Eberbacher Timo Bracht den Sprung in die erste Schwimmgruppe.

In der stieg auch der US-Amerikaner Andrew Starykowicz aus dem Wasser, der sogleich das Tempo auf dem Rad forcierte. Auch Sebastian Kienle, der vielleicht radstärkste Triathlet derzeit, fackelte nicht lange und nahm die Verfolgungsjagd auf. Andreas Raelert, der die erste Schwimmgruppe verpasste, und vergleichsweise spät nach 54 Minuten zum Radfahren wechselte, kämpfte von da an mit Problemen. Die 180 Radkilometer durch die Lavawüste von Big Island brachte der Rostocker zwar hinter sich, beendete aber danach das Rennen. Er habe sich einen Nerv beim Radfahren eingeklemmt, der ihn zur Rennaufgabe zwang, sagte er 37-Jährige im Anschluss ans Rennen.

Timo Bracht bei seinem Zieleinlauf.

Bild: POWER HORSE Triathlon Team

Indes entbrannte an der Spitze ein Dreikampf zwischen Sebastian Kienle, der mit Luke McKenzie zu Andrew Starykowicz aufgeschlossen hatte. Dem gegenseitigen Abtasten folgte gegen Ende der 180 Kilometer eine Tempoverschärfung Starykowicz', mit der er seine beiden Kontrahenten abschütteln konnte. Die fuhren dann nacheinander in die zweite Wechselzone ein. Diese Reihenfolge sollte sich bis Rennende nicht mehr verändern, mit Ausnahme Starykowicz', der seiner Radhatz Tribut zollen musste und bis auf Platz 23 durchgereicht wurde. Auf Platz vier wechselte Frederik van Lierde zum Laufen und machte danach Platz um Platz gut. Bei der Halbmarathonmarke schloss der Belgier dann zu Sebastian Kienle auf, fünf Kilometer später stellte er Luke McKenzie aus Australien. Danach war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen. Sebastian Kienle rettete sich völlig erschöpft auf Rang drei ins Ziel. Zwei weitere Deutsche, Timo Bracht und Faris Al-Sultan, schafften den Sprung in die Top 10 mit Platz neun und zehn.

Wie hoch die Leistung von Siegerin Mirinda Carfrae zu bewerten ist, zeigt der Blick auf den Laufsplit: Bei 2:50:38 Stunden stoppte die Uhr der Australierin im Ziel. Das war derart schnell, dass nur zwei Profimänner schneller unterwegs waren - und selbst Hawaii-Champion Frederik van Lierde absolvierte die 42,195 Kilometer langsamer. Gegen diese Laufstärke war kein Kraut gewachsen. Zwar hatte die spätere Zweitplatzierte, Rachel Joyce aus Großbritannien, nach dem Schwimmen und Radfahren noch rund sieben Minuten Vorsprung auf Carfrae, der war aber binnen weniger Laufkilometer geschmolzen. Fünf Minuten Vorsprung hatte Carfrae im Ziel - das bedeutete nicht nur ein komfortables Zeitpolster, sondern auch ein neuer Streckenrekord; den Alten hielt ihre Landsfrau Chrissi Wellington mit 8:54:02 Stunden. Das gute britische Ergebnis komplettierte Liz Blatchford auf Rang drei. Für die deutschen Frauen war keine Top-10-Plazierung drin, aber Kristin Möller schaffte es immerhin auf Rang 15.

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