Ironman 70.3 Kraichgau

Teufelskerl Kienle siegt über 1.000 Hügel

Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle legte beim Ironman 70.3 Kraichgau einen Heimsieg hin und kam nach 3:51:56 Stunden vor Andreas Böcherer ins Ziel.

Ironman 70.3 Kraichgau - Fotos
Sebastian Kienle gewinnt Ironman 70.3 Kraichgau 2015

Teufelskerl Sebastian Kienle applaudiert beim Zieleinlauf den Zuschauern.

Bild: Ingo Kutsche

Seit dem 7. Juni hat der Triathlon-Teufel ein Gesicht: Am Vorabend des Ironman 70.3 Kraichgau hatte Andreas Böcherer noch verkündet, er würde fahren, als wäre der Teufel hinter ihm her. Dass der Teufel ihn dann aber überholen sollte stand nicht auf seinem Plan. Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle holte sich im hügligen Kraichgau mit 3:51:56 Stunden den Heimsieg und erneuerte ganz nebenbei seinen deutschen Meistertitel von 2014 über die Mitteldistanz.

Bei den Frauen siegte die Dänin Camilla Pedersen in einer Zeit von 4:24:56 Stunden und ließ Vorjahressiegerin Julia Gajer, die 4:27:16 Stunden brauchte hinter sich. Für Gajer war es dennoch ein Erfolg: Auch sie konnte den deutschen Meistertitel über die Mitteldistanz aus dem Vorjahr wieder für sich bestimmen.

Für runnersworld.de war Ingo Kutsche beim Ironman 70.3 Kraichgau vor Ort. Seine Fotos vom spektakulären Ironman finden Sie in der Bildergalerie oberhalb dieses Artikels. In der Mitte dieses Artikels finden Sie weitere Fotos von der Triathlon Bundesliga, die am 6. Juni ebenfalls in Kraichgau stattfand.

Beim Ironman 70.3 Kraichgau ohne Neo in den Hardtsee

Das Wetter spielte am 7. Juni mit und erwärmte den Hardtsee auf 23° Grad. Die Triathleten traten deswegen ohne Neoprenanzug die 1,9 km lange Schwimmstrecke an. Das Schwimmerfeld führte Jens Roth, Triathlet, Crosstriathlet und deutscher Meister im Schwimmen über 800 m und 1.000 m an. Er kam mit einer Zeit von 24:05 Minuten in die erste Wechselzone.

Triathlon-Bundesliga Kraichgau 2015 - Fotos

Die Siegerinnen Pedersen, Gajer und Bazlen nach dem Rennen.

Bild: Ingo Kutsche

Dort löste ihn jedoch Andreas Böcherer ab. Sebastian Kienle, zu dessen stärksten Disziplinen das Schwimmen eigentlich nicht zählt, kam nur 20 Sekunden nach Roth in die Zone und platzierte sich am Ende bei den Schwimmzeiten auf Platz 13.

Die Frauen traten beim Schwimmen als Vierergespann auf. Camilla Pedersen, Svenja Bazlen, Anja Beranek und Julia Gajer erreichten nach 27:29 Minuten das Ufer und wechselten aufs Rad.

Nach anfänglichen Problemen beim Wechsel in den Zeitfahranzug holte Kienle das Radfahrerfeld mit Böcherer an der Spitze noch vor dem ersten kleinen Anstieg in Östringen ein. Die beiden Deutschen leisteten sich mit einem erheblichen Tempoanzug einen Kampf um die Führungsposition und ließen das Feld um den Franzosen Anthony Costes hinter sich zurück. Kienle legte jedoch etwa 20 km vor der zweiten Wechselzone in Bad Schönborn nochmal an Geschwindigkeit zu und sicherte sich am Ende der 90 km Radstrecke einen 90 Sekunden Vorsprung vor Böcherer.

Unterdessen lösten sich bei den Frauen Anja Beranek und Camilla Pedersen schnell aus der Vierergruppe und lieferten sich einen Zweikampf um die Spitzenposition, den die Dänin vorerst gewann. Tietelverteidigerin Julia Gajer belegte zunächst den dritten Rang.

Ironman 70.3 Kraichgau-Heimsieg auf Laufstrecke gefestigt

Bei der letzten Disziplin, der 21,1 km langen Laufstrecke lagen bei Kilometer acht bereits vier Minuten zwischen den beiden männlichen Favoriten. Am Ende kam Kienle etwa sechs Minuten vor Böcherer, der 3:58:06 Stunden benötigte, durch das Ziel und holte sich den Heimsieg. Platz drei sicherte sich der Brite David McNamee mit einer Zeit von 4:00:25 Stunden.

Bei den Frauen vollzog sich beim Lauf ein Positionswechsel: Auch wenn die Dänin Pedersen den ersten Platz nicht mehr hergab legte Gajer noch an Geschwindigkeit zu und überholte Beranek. Am Ende kam Pedersen mit einer Gesamtzeit von 4:24:56 Stunden durch das Ziel, Gajer mit 4:27:15 Stunden knapp zwei Minuten später. Den dritten Platz belegte Svenja Bazlen mit 4:29:14 Stunden.

Andrea Hewitt 1. Triathlon-Bundesliga Kraichgau 2015

Bild: Ingo Kutsche

Im September 2014 wurde Hewitt in China Dritte bei der Weltmeisterschaft auf der Triathlon-Langdistanz.

Triathlon Bundesliga in Kraichgau

Im Rahmen des Ironman 70.3 Kraichgau fand am 6. Juni die zweite Station der Triathlon-Bundesliga statt. Dabei konnte sich in der Team- und Einzelwertung der Frauen wie auch der Männer das EJOT Team TV Buschhütten durchsetzen. Der Wettkampf setzte sich aus 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen zusammen.

Während die Männer des EJOT Team TV Buschhütten den Sieg früh für sich entscheiden konnten, mussten die Frauen des Vereins noch um den Sieg kämpfen. Die Neuseeländerin Andrea Hewitt, die 2012 Olympia-Fünfte wurde, 2011 und 2014 Vize-Weltmeisterin und auch 2015 Platz drei der WM belegte, war als einzige aus dem TV Buschhütten im Top-Feld der Schwimmerinnen dabei. Auf der Radstrecke konnte die Führung auf zum Ende hin 45 Sekunden ausgebaut werden. Auf der Laufstrecke setzte sich Hewitt bereits früh ab und kam nach einer Gesamtzeit von 56:33 Minuten durch das Ziel. Den zweiten Platz der Teamwertung machte das Komet Team TV Lemgo vor dem Stadtwerke Team Witten.

Bei den anschließenden Wettkämpfen der Männer bot sich beim zweiten Wechsel von den Rädern in den Lauf ein ungewöhnliches Bild. Gab es zuvor noch ein führendes Feld von 20 Triathleten beim Schwimmen, wurde dieses während des Radrennens von 25 Mitstreitern eingeholt. In die zweiten Wechselzone fuhren nun nicht weniger als 45 Sportler zeitgleich ein. Richard Murray setzte sich bereits nach 1,25 km ab und gewann mit einer Gesamtzeit von exakt 51:00 Minuten. Gefolgt wurde er von seinen Teamkollegen Sven Riederer (51:06 Minuten) und David Hauss (51:10 Minuten).

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