Ironman Hamburg 2017

Stimmungsvolle Ironman-Premiere in der Hansestadt

Die erste Austragung des Ironman Hamburg war ein voller Erfolg. Mit James Cunnama und Daniela Sämmler konnte sich ein südafrikanisch-deutsches Duo als Premieren-Sieger feiern lassen.

Ironman Hamburg 2017 - Die Bilder
Ironman Hamburg 2017 Sieger James Cunnama

James Cunnama durchlief als Erster überhaupt die Ziellinie des Ironman Hamburg.

Bild: Thomas Sobczak

Rund ein Jahr fieberten 2.500 Triathlon-Verrückte dem 13. August entgegen. Nach dem Ironman Frankfurt als zweites Langdistanz-Rennen der Ironman-Serie und nach der Challenge Roth als dritte große Langdistanz in Deutschland sollte sich der Ironman Hamburg etablieren. Dass die Hamburger ihren Sport feiern können und Ausrichter toller Großveranstaltungen sind, haben sie schon oft bewiesen. Der Marathon im April, der Triathlon im Juli und das Cyclassics im August sind nur drei der größten ausdauersportlichen Aushänge-Schilder Hamburgs. Der Ironman Hamburg ergänzt nun diese Events um ein weiteres und wird auch 2018 wieder ausgetragen werden.

Für runnersworld.de waren die Fotografen Thomas Sobczak und Thomas Panzau beim Ironman Hamburg 2017 vor Ort. Ihre schönsten Bilder von der großen Premiere finden Sie in den Bildergalerien ober- und unterhalb sowie inmitten dieses Artikel.

Nachdem schon die vor wenigen Wochen in Frankfurt und Roth ausgetragenen Rennen keine allzu schweren Hitzeschlachten wurden, zeigte sich auch der Hamburger Sommer von seiner graueren Seite. Heiter und bedeckt bei rund 20 Grad bot das Wetter zwar kein Bilderbuch-Rahmen, aber sportlich gesehen kam es vor allem für den abschließenden Marathon den Teilnehmern durchaus entgegen.

2.500 Eisen-Männer und -Frauen springen erstmals in die Alster

Schon am Donnerstag eröffnete die SportExpo auf dem Rathausmarkt das lange Triathlon-Wochenende in der sportbegeisterten Hansestadt. Am Sonntagmorgen um 6:40 Uhr sollte der Ironman Hamburg dann so richtig starten. Mit den Profi-Männern sprangen die ersten Triathleten für das 3,8 Kilometer lange Schwimmen vom Jungfernstieg in die Binnenalster. Bis weit in die Außenalster hinein schwammen die 2.500 gemeldeten Athleten, um nach 2,6 Kilometern für einen kurzen Landgang wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Die abschließende Strecke wurde in einer zweiten Schleife in der Binnenalster geschwommen, ehe der Wechsel auf das Rad anstand. Die zwei 91-km-Runden Richtung Süden bis in die Nordheide waren mit jeweils 500 Höhenmetern gespickt. Eines der Highlights, wenn nicht sogar das Highlight, stellte die Überquerung der ansonsten für Radfahrer gesperrten Köhlbrandbrücke dar. Viel Hafenflair und viel Wind ließen definitiv keine Langeweile aufkommen.

Südafrikanischer Premieren-Sieg auf dem Rathausmarkt durch James Cunnama

Nachdem der Spanier Carlos Lopez Diaz nach 47:38 Minuten knapp eineinhalb Minuten Vorsprung aus der Alster mitnahm, bildete sich schnell eine kleine Spitzengruppe auf dem Rad. Neben dem Südafrikaner James Cunnama, waren gleich drei Deutsche mit Horst Reichel, Markus Fachbach und Alexander Schilling vertreten. Auch von seinem letzten Verfolger Fachbach konnte sich Cunnama zu Beginn der zweiten Radrunde lösen. Mit einem Radsplit von 4:24:32 Stunden bog er schon mit über zwölf Minuten Vorsprung auf den Ballindamm Richtung Marathon ein. Vier Runden um die Binnen- und entlang der Außenalster lagen nun noch zwischen ihm und dem Ziel. Nicht nur beim Durchlauf auf dem Rathausmarkt zeigte das Hamburger Publikum Sportbegeisterung. Die vielen Zuschauer sorgten für eine enthusiastische Stimmung entlang der Laufstrecke, die ohnehin mit ihrem flachen Profil schon für schnelle Zeiten gut war.

Ironman Hamburg 2017 - Weitere Bilder

In einer Demonstration seiner Stärke legte James Cunnama die 42,195 Kilometer in 2:40:58 Stunden zurück und konnte sich nach 8:00:36 Stunden als souveräner Premieren-Sieger unter dem lautstarken Jubel der Zuschauer feiern lassen. "Der Ironman Hamburg hat das Zeug zu einem der ikonischsten Rennen der Welt. Der Kurs birgt Herausforderungen, aber ist durchaus machbar - und die Stimmung war sensationell, es gab nicht einen ruhigen Platz auf der gesamten Laufstrecke“, freute sich der Sieger hinter der Ziellinie. Mit einem ebenfalls starken Marathon schob sich Horst Reichel noch auf den zweiten Platz nach vorne. Nach 8:22:27 Stunden lag er am Ende gut drei Minuten vor Markus Fachbach, der nach 8:25:36 Stunden Dritter des ersten Ironman Hamburg wurde.

Daniela Sämmler dominiert Ironman Hamburg 2017 über 226 Kilometer

Ein recht einsames Rennen hatte Daniela Sämmler. Lediglich die erste knappe Stunde hatte sie mit der Niederländerin Sandra Wassink-Hitzert eine Begleiterin an ihrer Seite. Schon nachdem das Rennen erst zwei Stunden alt war, betrug ihr Vorsprung fünf Minuten. Mit ordentlich Dampf auf dem Rad dominierte sie das Geschehen von der Spitze weg. Hinter ihr setzte sich schon früh die Österreicherin Eva Wutti nur sechs Wochen nach ihrem Sieg beim Ironman Klagenfurt an die zweite Position. Bis in die zweite Wechselzone schien der Sieg allerdings schon fast vergeben. Fast 20 Minuten hatte Sämmler alleine auf dem Rad mit einer Zeit von 4:55:24 Stunden auf Wutti gutgemacht und stieg mit über 22 Minuten Vorsprung in die Laufschuhe.

Natürlich ging das harte Radfahren nicht spurlos an ihr vorbei, doch mit einem soliden Marathon von 3:08:53 Stunden war der Sieg nach 9:07:49 Stunden in trockenen Tüchern. Hinter ihr deutete sich ein enges Rennen um die Plätze zwei bis sechs an. Während Wutti nach 9:23:35 Stunden ihren zweiten Platz nach Hause brachte, sorgte Kristin Möller für eine kleine Sensation. Ganze 17 Minuten lag sie zu Beginn des Marathons als Sechste hinter dem Bronze-Rang und schaffte mit der schnellsten Laufzeit von 2:58:10 Stunden dennoch den Sprung auf das Podest. Nach 9:39:43 Stunden überquerte sie die Ziellinie deutlich vor Sandra Wassink-Hitzert (9:48:37 Stunden) und der dritten Deutschen, Verena Walter (9:52:03 Stunden).

Grandiose Stimmung auch ohne Bilderbuch-Wetter beim ersten Ironman Hamburg 2017

Die erste Auflage des Ironman Hamburg konnte von allen Seiten als Erfolg abgestempelt werden. Weltklasse-Zeiten waren aufgrund des Fehlens der ganz großen Stars nicht zu erwarten, dennoch boten die Schnellsten starke und spannende Rennen. Auch die rund 2.500 Agegroup-Athleten kämpften um rund 40 Slots für die Ironman WM auf Hawaii zwei Monate später. Die Stimmung rund um das Event, besonders an der Laufstrecke, sorgte für eine Atmosphäre, wie sie besser nicht hätte sein können. Daher ist auch schon die nächste Auflage für den 29. Juli 2018 terminiert, wo der Startschuss zum Ironman Hamburg zum zweiten Mal fallen wird.

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