Tipps für Triathlon-Anfänger

Schwimm-Tipps der Raelert-Brüder

Michael und Andreas Raelert legen beim Schwimmtraining viel Wert auf Technik und schätzen das Training in einer Schwimmgruppe.

Andreas Raelert

Beim Ironman Frankfurt 2012 kämpft sich Andreas Raelert auf den vierten Platz.

Bild: Norbert Wilhelmi

Tipp: Schwimmen - das Training in der Gruppe bringt’s

Mit dem Schwimmen kennen sich die Raelert-Brüder aus – und sie spielen die Bedeutung für einen Triathlon-Anfänger gleichzeitig herab. Andreas Raelert: „Viele Läufer haben vorm Schwimmen Beklemmungen. Aber sie haben es auch nie richtig ausprobiert oder trainiert. Wenn man geregeltes Schwimmtraining mitmacht, dann ist der Triathlon ein Kinderspiel. Außerdem macht Schwimmen in der Gemeinschaft richtig Spaß.“ Michael Raelert ergänzt: „Facebook und Twitter sind schwerer zu verstehen als das Kraulschwimmen. Man sollte sich als Anfänger vor dem Schwimmen nicht so fürchten!“

Allerdings weisen die Raelert-Brüder, die beide schon vor ihrer Triathlon-Karriere im Schwimmverein aktiv waren, auf die typischen Fehler der Anfänger hin. Vor allem auf die Alleingänge beim Training: „Ein Fehler, den zu beginn viele machen: sie gehen alleine schwimmen und ziehen Bahn für Bahn, machen dabei jedoch auch viel falsch. Klar, irgendwann wird man selbst auf die Weise besser. Aber mit Trainer und Schwimmgruppe gelingt das einfacher.“

Andreas Raelert: „Der Spaß ist wichtig. Bevor man sich im Schwimmbad oder Freibad alleine durchkämpft, sollte man sich lieber einen Schwimm-Coach suchen, der am Beckenrand steht und genau weiß, wie die Technik funktioniert.“ Für die Praxis rät Andreas, sich für jedes Schwimmtraining einen Plan zu entwickeln. „Am Anfang kommt es gar nicht darauf an, möglichst viele Bahnen schwimmen zu können. Tausend Meter am Stück schwimmen und nachher mit hängenden Armen aus dem Becken steigen – das ist ein typischer Anfängerfehler.“ An die Abläufe beim Schwimmtraining müssen sich Läufer oder Rennradfahrer zunächst gewöhnen. Schwimmen besteht vielmehr aus Belastung und Pause. „Wenn wir für den Ironman trainieren, dann schwimmen wir ja auch nicht immer 3,8 Kilometer am Stück (so lang wie die Wettkampf-Distanz)“, sagt Andreas Raelert. „Das Training besteht oftmals aus Intervallen: Wir schwimmen uns ein und absolvieren im Anschluss ein Programm.“

Tipp: Schwimmen - das Technik-Training steht im Fokus

Michael Raelert warnt vor einem weiteren Fehler: „Was gerade Läufer unterschätzen, weil sie es aus ihren Trainingsabläufen zu wenig gewohnt sind, ist das Techniktraining.“ Beim Schwimmen kommt fast jedes Mal, wenn die Raelert Brothers ins Wasser steigen, ein Technikteil ins Programm: „Wir trainieren den Armzug, die Handhaltung, den Beinschlag, das Atmen, die Körperdrehung oder die Wasserlage – einfach alles.“ Ein gutes Beispiel sei das Schwimmen mit geballter Faust, sagt Michael. Denn damit trainieren Sie den Armzug: Wenn Sie eine Bahn lang die Finger zur Faust ballen und dabei den normalen Kraularmzug durchführen, dann werden Sie auf der nächsten Bahn, wenn Sie die Finger wieder öffnen, erst feststellen, wie viel Kraft Sie mit den Händen auf das Wasser ausüben.

Und wie steht es mit dem Beinschlag? Früher hieß es mal, dass die Triathleten beim Schwimmen ihre Beine fast gar nicht bewegen, um sie für die nächsten beiden Disziplinen zu schonen. Aber das ist bei dem Tempo, das Spitzen-Triathleten mittlerweile schwimmen, nicht mehr möglich. Auch Anfänger sollten ihren Beinschlag nicht komplett vernachlässigen, empfiehlt Andreas – auch wenn der nicht sehr viel Vortrieb bringt. Aber er stabilisiert die Wasserlage, der Körper liegt ruhiger im Wasser.

Background: Welcher Sportler ist im Vorteil?

Welche Sportart ist die beste Ausgangssportart für einen Triathlon? Wer bringt die besten Voraussetzungen für den Triathlon mit: Schwimmer, Radfahrer oder Läufer? Andreas relativiert die Unterschiede. „Klar, als Schwimmer fällt einem die erste Disziplin natürlich leichter. Und das ist ein riesiger Vorteil, weil die technische Disziplin schon mal abgehakt ist. Aber ich glaube, dass es prinzipiell keine Vor- oder Nachteile gibt.“ Michael Raelert: „Ja, man sollte das vor allem am Anfang auch nicht allzu kompliziert sehen. Gerade wenn man sportlich aktiv ist, beherrschen die meisten Menschen doch schon die Technik: Schwimmen lernt man in der Schule. Laufen kann man sowieso. Und Radfahren, das hat man doch auch schon gemacht. Also, wo ist das Problem?“ Der Reiz liege ja vor allen Dingen in den unterschiedlichen Voraussetzungen, erklärt Michael – denn jeder Sportler bringt von Haus aus Stärken und Schwächen mit, aber die gleichen sich durch den Wechsel der Disziplinen halt wieder aus.

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