Ironman 70.3 Mont Tremblant 2014

Olympiasieger Jan Frodeno verpasst WM-Titel nur knapp

Bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Mont Tremblant gewinnt Jan Frodeno Silber hinter Javier Gomez. Weltmeister Sebastian Kienle kann Erwartungen nicht erfüllen.

Podium Mont Tremblant

Die Erstplatzierten beim Ironman 70.3 Mont Tremblant 2014 (von links): Jan Frodeno, Javier Gomez und Tim Don.

Bild: Nils Nilsen/IRONMAN

Beim Ironman 70.3 in Mont Tremblant wurde am 7. September die Triathlon-Weltmeisterschaft nach Version der Ironman Corporation über die Mittelstrecke, also die halbe Distanz des klassischen Ironmans, ausgetragen. Der Veranstaltungsname 70.3 bezieht sich auf die Summe der im Rennen zurückgelegten Meilen. Die Athleten schwimmen dabei zunächst 1,9 Kilometer. Danach legen sie 90 Kilometer auf dem Rennrad zurück und laufen zum Abschluss einen Halbmarathon. Weltmeister 2014 wurde der Spanier Javier Gomez. Nach 3:41:30 Stunden überquerte er das Ziel vor seinen Konkurrenten Jan Frodeno (3:42:11 h) und Tim Don aus Großbritannien (3:44:38 h). Der deutsche Titelverteidiger Sebastian Kienle landete mit 3:53:59 h abgeschlagen auf Rang 18.

Das Schwimmen beendeten Frodeno und Gomez in einer Gruppe mit acht anderen Triathleten nach 22:09 Minuten. Beim anschließenden Radfahren drückte der Saarbrücker Frodeno mächtig aufs Tempo. Er und eine Handvoll anderer Athleten erreichte die Wechselzone mit einem kleinen Vorsprung auf Javier Gomez. Doch auf der Laufstrecke präsentierte sich der mehrfache Weltmeister über die olympische Distanz in Topform. Nach ungefähr drei Kilometern hatte Gomez zu Frodeno, der sich in der Zwischenzeit von seinen übrigen Verfolgern absetzen konnte, aufgeschlossen. Schließlich verschärfte Gomez das Tempo sogar noch. Frodeno konnte Gomez´ Tempo nicht mehr halten und so sicherte sich der Spanier nach dem Sieg über die Kurzdistanz nach Version der ITU seinen zweiten WM-Titel binnen einer Woche. Für die 21,1 Kilometer benötigte Gomez gerade einmal 1:09:27 h (Frodeno: 1:10:36 h). Jan Frodeno war nach dem Rennen zufrieden mit seiner Leistung, jedoch nicht mit der Platzierung: „Platz zwei ist immer scheiße“, sagte der 33-Jährige augenzwinkernd. Er hatte zwar ein perfektes Rennen abgeliefert, doch der Olympiasieger von Peking musste anerkennen, dass Gomez an diesem Tag einfach einen Tick stärker war.

Kurzstreckler trumpfen in Mont Tremblant auf

Erstaunlich ist, dass die alte Regel, nach welcher Kurzstreckentriathleten keine gute Figur auf den längeren Distanzen abgeben, überholt scheint. Bei den Männern gingen die Podiumsplätze an Athleten, die früher ausschließlich auf der olympischen Distanz für Furore sorgten. Der zweifache Mittelstrecken-Weltmeister Sebastian Kienle (Rang 18 in 3:53:59 h) hatte dabei ebenso das Nachsehen wie Nils Frommhold (Platz 5 in 3:46:25 h), der in diesem Jahr in Roth auf Rang zwei landete. Für Jan Frodeno, der im letzten Jahr zum Langstreckentriathlon wechselte, ist die Saison im Übrigen noch nicht vorbei. Der Olympiasieger von 2008 will am 11. Oktober beim legendären Ironman auf Hawaii für eine Überraschung sorgen. Auch für Sebastian Kienle wird das Rennen in Kailua-Kona der Saisonhöhepunkt.

Bei den Damen gewann wie erwartet die Schweizerin Daniela Ryf nach 4:09:19 h. Auf den weiteren Podiumsplätzen landeten die Britin Jodie Swallow (4:11:43 h) und die Kanadierin Heather Wurtele (4:14:55 h). Die Deutschen Svenja Bazlen (4:18:48 h) und Astrid Ganzow (4:31:33 h) wurden Achte beziehungsweise Zwanzigste. Auch Daniela Ryf hatte wie Gomez erst vor einer Woche die ITU-Weltmeisterschaft auf der olympischen Distanz gewonnen. Die Schweizerin scheint in dieser Saison unschlagbar zu sein. Bei ihren neun Rennen fuhr sie neun Siege ein und gilt jetzt sogar als große Favoritin beim Ironman auf Hawaii.