Lektion Eins

Luft atmen, nicht Wasser schlucken

Ob als Ausgleichstraining oder als Vorbereitung auf einen Triathlon - Schwimmen ist ein schöner Sport bei dem es allerdings auf saubere Technik ankommt. Das bekam auch Redakteur Martin Grüning zu spüren.

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Das Atmen bereitet vielen Schwimmern am Anfang Schwierigkeiten.

Bild: iStockphoto.com / Christoph Schmid

Zwischen Schwimmen-Können und Schwimm-Können besteht ein gewaltiger Unterschied, und auch zwischen Kraulen-Können und Kraul-Können, stellte ich also an diesem Nachmittag fest. Allein mit den Armen möglichst schnell eine Kraulbewegung auszuführen genügt nicht, um von sich sagen zu können, dass man kraulen kann.

Mein größtes Problem war zunächst die ­Atmung. Nach dem Kollegen stellte auch ich das fest. Der zweite Anlauf misslang ebenfalls. Ich versuchte zwar zu atmen, da aber, wo ich Luft vermutete, war nur Wasser, und so musste ich zwischendurch immer wieder ins Brustschwimmen verfallen, um wenigstens etwas Luft in die Lunge zu pumpen, bevor ich irgend­wann auch mal wieder zu kraulen begann.

Ich gab schließlich klein bei – „Nein, ich kann nicht kraulen“ – und bat den Kollegen, ein erfahrener Triathlet mit Ironman-Erfahrung, mir das doch bitte beizubringen. Da ging ich davon aus, dass es 20, vielleicht 30 Minuten dauern würde, aus mir einen zweiten Albatros zu machen. Doch daraus wurde schließlich das ganze Frühjahr. Aber das machte ja nichts, ich war verletzt – Laufen unmöglich.

Noch am selben Tag legten wir los. Ich schluckte Wasser ohne Ende. Erst. Dann schluckte ich nichts mehr, denn ich hob beim Kraulen den Kopf wie beim Brustschwimmen immer einmal komplett aus dem Wasser, um Luft aus- und einzuatmen.

Als Erstes lernte ich also, dass ein seitliches Drehen des Kopfes sinnvoller ist. Und dass man schon unter Wasser ausatmet, um an der Oberfläche nur noch Luft holen zu müssen. „Gleichmäßig und aktiv ausatmen. Gleichmäßig und aktiv ausatmen …“, wiederholte sich der Kollege verzweifelt. Du mich auch! Das Wasser war nicht mein Element, und jetzt hatte ich auch Probleme, das seitliche Atemholen mit dem Armzug zu koordinieren – von den Beinen ganz zu schweigen.

Doch dann lernte ich, nach jedem zweiten Zug erst mal nur zur linken Seite zu atmen. Und irgendwann hatte ich den Bogen raus. Aber mir war schlecht. Anschließend. Denn irgendwie kam immer noch mit jedem Luftzug ein wenig Wasser mit. Immerhin schaffte ich es, am ersten Tag einmal 200 Meter durchzukraulen, allerdings mit reiner Links­atmung. Als ich dem Becken entstieg, war ich mir sicher, dass dort jetzt ein paar Liter Wasser fehlten, so voll war mein Bauch.

Der perfekte Kraulstil: Darauf müssen Sie achten: 4 Fotos

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