Triathlon-Staffel

Knackt Markus die 5 Stunden?

Es wird knapp für Markus' angepeilte 5-Stunden-Radleistung. Er beißt, kurbelt, forciert - wird es reichen?

04032013 Arndt Ziegler, Tochter Lila

Markus Tochter Lila (6) fragt sich wo Papa Markus bleibt. Nach 5:03 Stunden für 180 Kilometer Radfahren rast dieser ins Ziel.

Bild: privat

11.40 Uhr, Markus: Der 100er ist geknackt. Moralisch ist das sehr wichtig, bis zum Ziel sind es jetzt noch 80 Kilometer. Keine Gnade für die Wade!

12.05 Uhr, Markus Eigentlich wollte ich streng nach Plan fahren, nicht überpacen. Nach drei Stunden Tempo­hatz rollt es noch so gut, dass ich beschließe, das Tempo zu erhöhen. Wenn ich weiter exakt nach Herzfrequenz fahre, knacke ich die fünf Stunden nicht.

12.40 Uhr, Britta: Ist das voll im Start­/Zielbereich! Wir suchen einen Platz, um Markus beim Zielsprint anzufeuern. Ich schmiere mich mit Sonnencreme ein, es wird sommerlich.

12.55 Uhr, Markus: Mathe macht echt Laune! Zu den Zahlenspielen um die nächste Energieration kommt nun die Dreisatz­herausforderung, wie schnell ich jetzt fahren muss. Es wird knapp – obwohl ich voll am Horn ziehe.

12.57 Uhr, Britta: Ich stehe in der Wechselzone – einem kleinen mit Absperrgittern begrenzten Quadrat. Wie im Tierpark. Eine Stunde wird es noch dauern, bis Markus kommt. Trotzdem warte ich schon hier, auf keinen Fall will ich nicht fertig sein, wenn er da ist.

13.01 Uhr, Markus: Ins Ziel sind es noch 38 Kilometer. Aufgegeben wird nur bei der Post. Also die Arme auf dem Lenker weiter nach vorne.

13.34 Uhr, Markus: Mein Motto: unter 175 ist doch kein Puls! Es dämmert mir, dass ich die fünf Stunden knapp verfehlen werde. Hätte ich nur früher mit der Aufholjagd angefan­gen! Aber ich will trotzdem Britta so schnell wie möglich auf die Laufstrecke schicken.

13.35 Uhr, Arndt: Hm, so langsam weiß ich nicht mehr, was ich Markus’ Tochter Lila (6) ant­worten soll. „Wann kommt Papa?“, „Wo ist er?“, „Ist er das?“. Etwas Geduld brauchen wir noch. Los, Markus, noch mal kämpfen!

13.36 Uhr, Britta: Ich lasse die Wechselzone nicht aus den Augen. Klar, theoretisch kommt er noch nicht. Aber wer weiß. Neben mir stehen Triathleten in wechselnder Beset­zung – dank ihrer Erfahrung stehen sie hier keine Stunde herum. Einzelstarter gehen neben uns auf die Laufstrecke. Wahnsinn, wie schnell sie die Kombination bewältigen!

13.54 Uhr, Markus: Letztes Energiegel rein. Schluss­spurt, alles muss raus! Fuck, die 5:00­-Mauer ist überschritten. Egal, weitertreten.

14.02 Uhr, Britta: Da ist er! Los, flott mit den Rad­schuhen durch die Kleiderbeutel-­Reihen.

14.02 Uhr, Markus: Nach 5:03 rase ich mit Mach 1 in die Wechselzone. Ich stolpere wie Quasi­modo Britta in die Arme. Kurzes Küsschen, und schon ist sie weg. Zum Glück muss ich jetzt keinen Marathon laufen. Mein Rücken schmerzt wie Hölle – ich bräuchte eine Zange, um den wieder gerade zu biegen.

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Britta läuft in Richtung 9-h-Gesamt-Finish