Challenge Roth 2016

Jan Frodeno fliegt zu neuer Weltbestzeit

Der größte Langdistanz-Triathlon der Welt bot 2016 ein Rennen der Superlative. Auch Daniela Ryf ließ die Weltbestzeit lange Zeit wackeln.

Challenge Roth 2016 - Die Bilder vom Swim & Bike
Challenge Roth 2016 Jan Frodeno Rad

Der Solarer Berg macht auch dem Weltmeister Jan Frodeno sichtlich Freude.

Bild: Norbert Wilhelmi

Rund 6.000 Starter gingen am Sonntag, den 17. Juli ab 6:30 Uhr im Main-Donau-Kanal auf die 226 Kilometer lange Reise. Der Mythos Roth ist längst zu einem – wenn nicht sogar dem – berühmtesten Langdistanz-Triathlon der Welt geworden. Auch beide Weltbestzeiten der Männer und Frauen gehen auf das Konto des bayrischen Klassikers. Daran sollte sich natürlich nichts ändern. Doch die Rekord-Inhaber schwankten hin und her. Einer von ihnen wurde schließlich nach 7:35:39 Stunden abgelöst. Andreas Raelert verlor seine Bestmarke an Jan Frodeno. Chrissie Wellington darf sich weiterhin schnellste Frau aller Zeiten nennen, doch auch ihre Marke wackelte lange. Die Schweizerin Daniela Ryf gewann überlegen in 8:22:04 Stunden.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Norbert Wilhelmi beim Challenge Roth 2016 vor Ort. Seine schönsten Bilder vom Triathlon finden Sie in den Bildergalerien ober- und unterhalb dieses Artikels.

Ohne Frage war der Challenge Roth 2016 ein Rennen, das in die Triathlon-Geschichte eingehen wird. Letztendlich unterschieden sich die Leistungen der Sieger und amtierenden Weltmeister auf dem Papier kaum, doch sehr unterschiedlich war die eigene Erwartungshaltung. Schon Monate zuvor gab es für Jan Frodeno nur ein Ziel: das Projekt 740. Die Weltbestzeit von Landsmann Andreas Raelert (7:41:33 Stunden) aus dem Jahr 2011 sollte fallen – eine Zeit von unter 7:40 Stunden sollte her. Trotz Muskelverletzung in der Wade und der nicht gewohnt souveränen Frodo-Show beim Ironman Lanzarote im Vorfeld, hielt er sein Wort bis zuletzt.

Jan Frodeno schon nach drei Minuten allein unterwegs

Um sein unglaublich hoch gesetztes Ziel zu erreichen, musste Frodeno nur wenig über seine Renntaktik nachdenken. Von Beginn an 110 Prozent waren gefordert. Doch bei all dem Hype um die Weltbestzeit war die Konkurrenz auch nicht zu vernachlässigen. Der schärfste Jäger war sicherlich Vorjahressieger Nils Frommhold. Frodenos Trainingspartner Nick Kastelein (Australien) und Hawaii-Fünfter 2015 Tyler Butterfield (Bermuda) ergänzten das starke Feld der Männer, um nur einige Mitfavoriten zu nennen. Gleich nach dem Startschuss um 6:30 Uhr demonstrierte Jan Frodeno seine Stärken als Schwimmer und setzte sich schon nach 200 Metern von seiner Konkurrenz ab. Nach nur 45:22 Minuten stieg der aktuelle Weltmeister aus dem Main-Donau-Kanal. Trotz einer ebenfalls herausragenden Vorstellung stiegen Nick Kastelein und Nils Frommhold nach 46:57 Minuten und 46:59 Minuten schon mit einem deutlichen Rückstand aus dem Wasser.



Challenge Roth 2016 - Die Bilder vom Run

Nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren ist Jan Frodeno den Marathon in 2:39:18 Stunden gelaufen.

Bild: Norbert Wilhelmi

Viertschnellste Radzeit aller Zeiten

Auf den folgenden 180 Rad-Kilometern galt es auf zwei Runden insgesamt 1.200 Höhenmeter zu überwinden. Zwar waren am Morgen die Temperaturen noch recht kühl, doch machte Jan Frodeno von Beginn an Druck. Sein Vorsprung wuchs so sukzessive bis in den zweistelligen Minutenbereich. Hinter ihm zeigte Nils Frommhold als Titelverteidiger ein mutiges und immer noch sehr schnelles Rennen, das lange Zeit auf Kurs von unter 7:50 Stunden lag. Auf Weltbestzeit-Kurs beziehungsweise sogar vier Minuten darunter stieg Jan Frodeno nach der viertschnellsten Radzeit aller Zeiten von 4:08:07 Stunden von seiner Rennmaschine.

Trotz Fabel-Zeit nur Zweitschnellster Läufer beim Challenge Roth 2016

Gut 2:45 Stunden waren nun gefordert für eine neue Bestmarke. Doch Frodeno nahm die 42,195 Kilometer sogar in einem 2:37-Stunden-Tempo unter die Sohlen. Den Sieg längst in trockenen Tüchern scheinend, passierte er die Halbmarathon-Marke nach 1:19:03 Stunden Laufzeit und lag weiterhin deutlich auf Kurs. Während seine Verfolger an Boden verloren, hielt der Weltmeister das Tempo hoch und lief unter tosendem Jubel nach unfassbaren 7:35:39 Stunden über die Ziellinie des Challenge Roth 2016. Fast sechs Minuten schneller gewesen zu sein als die schnellste jemals zuvor aufgestellte Zeit ließen ihn den Schmerz zumindest für einen kurzen Moment vergessen. Bemerkenswert allerdings. Zwar bedeuteten die 2:39:18 Stunden die fünftschnellste Marathon-Zeit der Geschichte, stohl ihm aber der auf Platz zwei stürmende Dr. Joe Skipper die dritte Disziplin-Wertung. Nach dem Radfahren noch auf Platz sechs liegend, rannte Skipper in 2:38:52 Stunden einen Kilometer vor dem Ziel noch an Nils Frommhold vorbei auf Platz zwei und auf Platz vier – direkt vor Frodeno – der schnellsten Marathon-Splits aller Zeiten. Eine gute Minute nach Skipper (7:56:23 Stunden) musste sich Frommhold nach 7:57:49 Stunden als Dritter zufriedengeben. Damit konnte er seit 2014 in Roth jede Podiumsplatzierung einmal erklimmen. Auf dem tollen siebenten Platz lief Fabian Rahn als drittschnellster Deutscher nach 8:20:11 Stunden überglücklich ins Ziel.

Challenge Roth 2016 Daniela Ryf Lauf

Bild: Norbert Wilhelmi

Daniela Ryf nahm ihrer Konkurrenz über 20 Minuten ab und fuhr den schnellsten Rad-Split aller Zeiten.

Daniela Ryf zweitschnellste Frau aller Zeiten

Nach ihrem dramatischen Ausstieg beim Ironman Frankfurt zwei Wochen zuvor, meldete sich die Schweizer Weltmeisterin Daniela Ryf beim Challenge Roth 2016 kurzfristig nach. Nicht weniger bemerkenswert zeigte sich ihre Leistung. Als nach außen kommuniziertes Ziel zwar nur Spaß zu haben ausgegeben, sprach ihre Herangehensweise eine deutliche Sprache. Das ganze Rennen über befand sich die für Langdistanz-Verhältnisse noch recht junge 29-jährige Ryf in der Top-Ten der Profi-Männer. Nach nur 49:10 Minuten stieg Daniela Ryf als haushohe Favoritin und Führende aus dem Kanal. Was auf die fünftschnellste Schwimm-Zeit aller Zeiten folgen sollte, war jedoch noch viel stärker. Nur 4:31:29 Stunden für 180 Kilometer Radfahren bedeuteten nicht nur für sie einen neuen deutlichen Hausrekord. Gleich um 3:58 Minuten unterbot sie die Rekord-Zeit ihrer Landsfrau Caroline Steffen aus dem Jahr 2012. Somit lag auch Ryf auf Weltbestzeit-Kurs. Neun Minuten früher als Chrissie Wellington bei ihrem Rekord vor fünf Jahren ging Ryf auf die Laufstrecke. Doch trotz einem sehr starken Marathon von 2:57:40 Stunden verpasste sie am Ende die Weltbestzeit von der damals sensationell laufenden Britin Wellington um knapp vier Minuten. Tanzend und vor Freude nur so sprudelnd überquerte die Schweizerin nach 8:22:04 Stunden die Ziellinie – nur acht Männer waren schneller.

Anja Beranek als beste Deutsche auf Rang fünf beim Challenge Roth 2016

Hinter der schnell enteilten Daniela Ryf bildete sich schnell ein neues Rennen: das Rennen um Platz zwei. Lange Zeit lag Anja Beranek auf Podest-Kurs und lief noch als Zweite auf den abschließenden Marathon. Doch mit der nur 14. Marathon-Zeit konnte sie die starke Konkurrenz um die Niederländerin Yvonne van Vlerken nicht hinter sich halten. Vor Van Vlerken platzierte sich allerdings noch Carrie Lester (Australien), die mit dem zweitschnellsten Marathon in 3:03:38 Stunden am Ende den zweiten Platz souverän behauptete. Lester erreichte das Ziel nach immer noch hochklassigen 8:42:13 Stunden. Van Vlerken belegte Platz drei in 8:49:35 Stunden. Für Anja Beranek reichte es hinter Laura Siddall (Großbritannien / 8:51:59 Stunden) zum guten fünften Platz in 9:00:20 Stunden.

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