Ironman Austria 2017

Jan Frodeno dominiert über 226 Kilometer

Der Olympiasieger und zweifache Hawaii-Sieger konnte am 2. Juli mit dem Ironman Austria einen weiteren großen Sieg feiern. Eva Wutti tat es ihm als schnellste Frau gleich.

Ironman Austria 2017 - Die Bilder
Ironman Austria 2017

Die Radstrecke des Ironman Austria machte die lange Renndistanz zwar nicht einfacher, aber belohnte mit einem schönen Kurs.

Bild: Rainer Bauerdick

Am Sonntagmorgen des 2. Juli wurde um 6:40 Uhr die 20. Ausgabe des Ironman Austria in Klagenfurt gestartet. Zuerst durften sich die Profi-Athleten in den Wörthersee stürzen. Zehn Minuten später folgten über 3.000 Altersklassen-Athleten. Den sehr reizvollen, aber durch seine Radstrecke auch anspruchsvollen Langdistanz-Triathlon konnte Jan Frodeno vom Start weg dominieren. Nach 7:57:20 Stunden frenetisch von den Zuschauern gefeiert, blieb er als einziger unter der 8-Stunden-Marke. Spannender war es im Frauen-Rennen. Hier setzte sich am Ende die Österreicherin Eva Wutti mit dem schnellsten Marathon nach 9:06:25 Stunden durch.

Für runnersworld.de war der Fotograf Rainer Bauerdick beim Ironman Austria 2017 vor Ort. Ihre schönsten Bilder vom langen Triathlon-Tag finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Alles andere als ein heißer Sommertag erwartete die Triathleten beim Ironman Austria 2017 in Klagenfurt. Das Wetter erinnerte mehr an einen milden Tag im Spätsommer. Das Thermometer stieg im Laufe des Rennens jedoch noch über die 20-Grad-Grenze – ideale Bedingungen also, zumindest für den abschließenden Marathon. Denn zuvor wollten 3,8 Kilometer schwimmend im Wörthersee und 180 Kilometer mit 1.680 Höhenmetern durch das schöne Kärnten auf dem Rad bezwungen werden. Damit zählt der Radkurs des Ironman Austria zu den anspruchsvolleren.

Jan Frodeno gibt Führung nach dem Schwimmen nicht mehr her

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung war lange unklar, wie viel Tribut Jan Frodeno einer wenige Wochen vor dem Rennen eingefangenen Viruserkrankung zollen musste. Eine Zwangspause vom Training ließ somit Raum für Fragen um seine Dominanz. Dennoch zeigte er schon beim Schwimmen, dass der Sieg nur über ihn gehe. Nach 46:29 Minuten stieg mit knapp zwei Minuten Vorsprung vor dem Spanier Iván Raña als Führender aus dem Wasser. Was anschließend auf dem Rad folgte, war eine einzige Demonstration seiner Stärke. Sukzessive wuchs der Abstand auf über zehn Minuten. Mitfavorit Eneko Llanos (Spanien) und Antony Costes (Frankreich) kämpften derweil um den Anschluss.

Nach 7:57:20 Stunden Schufterei konnte Jan Frodeno seinen Sieg feiern.

Bild: Rainer Bauerdick

Streckenrekord beim Ironman Austria 2017 für Jan Frodeno außer Reichweite

Trotz der mit großem Abstand schnellsten Radzeit von 4:19:45 Stunden, schien der Streckenrekord bei der Ankunft in der zweiten Wechselzone nach 5:09:12 Stunden kaum mehr realistisch. Einem Marathon von deutlich unter 2:35 Stunden hätte es bedurft, um die Zeit vom achtfachen Sieger, Marino Vanhoenacker (7:45:58 Stunden, 2011), zu unterbieten. Doch darum ging es letztlich auch nicht. Mit 1.680 Höhenmetern auf zwei Runden in den Beinen und rund 15 Minuten Führung im Rücken ging es für Frodeno auf die letzten 42,195 Kilometer – ebenfalls in zwei Runden zu absolvieren. Die Temperaturen stiegen mittlerweile auf angenehme gut 20 Grad. Die Bedingungen, auch mit relativer Windstille auf dem Radkurs, machten es den Triathleten zumindest nicht noch schweren, als es das reine Bezwingen eines Ironmans ohnehin schon ist.

Eneko Llanos und Viktor Zyemtsev auf dem Podium beim Ironman Austria 2017

Auch wenn der Sieg Jan Frodeno kaum mehr zu entreißen schien, legte der amtierende Ironman-Weltmeister ein hohes Tempo vor. Rund 1:20 Stunden für die erste Hälfte und eine Endzeit von 2:46:09 Stunden für den Marathon sowie 7:57:20 Stunden für den Ironman bedeuteten einen souveränen Start-Ziel-Sieg für den 35-Jährigen. Nur vier Jahre nach Andreas Raelerts Sieg stand somit wieder ein deutscher Langdistanz-Triathlet ganz oben auf dem Sieger-Treppchen. Ebenfalls noch unter einem Kilometer-Schnitt von vier Minuten blieben der Spanier Eneko Llanos und der Ukrainer Viktor Zyemtsev. Doch mehr als der zweite Platz war für beide nicht möglich. So sicherte sich Llanos, der schon vor dem Lauf einige Minuten vor Zyemtsev lag, den zweiten Platz nach 8:12:43 Stunden. Der Ukrainer lief knapp viereinhalb Minuten danach mit 8:17:05 Stunden auf der Uhr über die Ziellinie. Bester Österreicher wurde mit der zweitschnellsten Radzeit von 4:27:53 Stunden Michael Weiss (8:22:42 Stunden) als Fünfter hinter dem Slowenen David Plese (8:19:13 Stunden).

Ironman Austria 2017 Eva Wutti

Bild: Rainer Bauerdick

Eva Wutti lief mit 2:57:43 Stunden den schnellsten Marathon und damit nach 2015 zu ihrem zweiten Sieg.

Eva Wutti gewinnt nach 2015 zum zweiten Mal den Ironman Austria

Eine Neuauflage ihres Sieges konnte die Österreicherin Eva Wutti feiern. Doch anders als die Männer, boten die schnellsten Frauen ein für lange Zeit offenes Rennen. So war es die Dänin Michelle Vesterby, die nach 53:52 Minuten mit großem Vorsprung vor Wutti (58:23 Minuten) und der Britin Corinne Abraham (59:44 Minuten) aus dem Wörthersee rannte. Auch auf dem anspruchsvollen Radkurs fuhren Abraham und Vesterby die schnellsten Zeiten – und mit 5:00:12 Stunden beziehungsweise 5:00:11 Stunden rund viereinhalb Minuten schneller als Wutti. Doch entschieden war nach sechs Stunden Rennzeit noch lange nichts. So war es von nun an die Österreicherin, die das Zepter in die Hand nahm.

Schnellster Marathon als Grundlage zum nächsten Sieg

Nach etwa der Hälfte der Laufdistanz übernahm Eva Wutti die Führung von Michelle Vesterby. Corinne Abraham folgte nur eine Minute dahinter und lief kurz nach der Halbmarathon-Marke ebenfalls an Vesterby vorbei und auf den zweiten Platz. Doch mit einer Marathon-Zeit von 2:57:43 Stunden war kein Kraut gegen die 28-jährige Wutti gewachsen. Trotz einer fast ebenso starken Laufleistung ihrer ärgsten Konkurrentin Abraham (3:03:14 Stunden), schien ihr der Sieg auf den letzten Kilometern unter normalen Umständen nicht mehr zu nehmen. Nach 9:06:25 Stunden konnte sich Eva Wutti nach 2015 über ihren zweiten Sieg beim Ironman Austria freuen. Knapp dahinter lief mit Corinne Abraham nach 9:08:03 Stunden die Zweitplatzierte ins Ziel. Mit einem zehrenden Marathon am Ende deutlich hinter dem Siegerduo, sicherte sich Michelle Vesterby in 9:16:44 Stunden den dritten Rang. Deutlich hatten sich die ersten drei Frauen von den nächsten Verfolgerinnen abgesetzt. Bianca Steurer zeigte als zweite Österreicherin auf Platz vier in 9:33:00 Stunden nach dem neunten Platz zwei Jahre zuvor eine ebenfalls starke Leistung. Nur drei weiteren Frauen gelang es, den anspruchsvollen Ironman Austria unter zehn Stunden zu bewältigen.

Über 3.000 Athleten machen Ironman Austria 2017 zu einem großen Triathlon-Fest

Während die schnellsten Männer und Frauen schon im Ziel waren, kämpfte der Großteil der Altersklassen-Starter genauso leidenschaftlich um die eigenen, ganz individuellen Ziele und das Erreichen der Ziellinie. Mit einer tollen Atmosphäre, allen voran auf der Ziellinie, war der Ironman Austria 2017 ein großes Fest für alle begeisterten Ausdauersportler.

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