Lektion Vier

Im See immer nach vorn, nicht nach unten gucken

Ob als Ausgleichstraining oder als Vorbereitung auf einen Triathlon - Schwimmen ist ein schöner Sport bei dem es allerdings auf saubere Technik ankommt. Das bekam auch Redakteur Martin Grüning zu spüren.

24092013 Schwimmen Lernen RW 08/13 Bild 5

Im See gelten andere Regeln als im Schwimmbad.

Bild: Norbert Wilhelmi

Eine ganz eigene Erfahrung war das Freiwasserschwimmen. Der Kollege drängte irgendwann zum Versuch. Ich scheute es, ­wegen der Kälte. Doch dann kamen die schönen Tage und die Ausrede zog nicht mehr.

Der Einstieg ins Wasser war grandios. Wir waren endlich allein. Keiner, gegen den ich meine Bahn verteidigen musste, endlich Ruhe. Fast wie beim Dauerlauf im Wald, dachte ich nach den ersten Zügen im See. Alles ging gut – bis zu dem Moment, als ich den Grund nicht mehr sah.

Panik. Es war dunkel unter mir, tiefdunkel. Ich befürchtete ein Loch, meinte sogar, einen Sog zu spüren. „Es ist nur ein See, nicht das Bermuda-Dreieck“, meinte Kollege Weber zur Beruhigung, was aber meine gruseligen Phantasien nur noch mehr beflügelte.

Ich dachte nicht mehr ans Schwimmen, ans Kraulen gleich gar nicht. Er rettete mich in die Rückenlage, dann schwammen wir vorsichtig zurück zum Ufer.

Im Verlauf weiterer Wochen erarbeitete ich mir das Selbstvertrauen, auch dort zu kraulen, wo unter mir nur ein Nichts war. Ich linste nur ab und zu nach vorn zum rettenden Ufer und hatte beim Schwimmen ansonsten die Augen zu.

Der perfekte Kraulstil: Darauf müssen Sie achten: 4 Fotos

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