Jan Frodeno

Im Jahr 15.000 Kilometer auf dem Rad

Der Olympiasieger schwimmt im Jahr etwa 1.200 Kilometer, fährt 14.000 bis 15.000 Kilometer auf dem Rad und läuft 5.000 Kilometer.

Wie hoch ist Dein Trainingspensum in der Woche?
Das hängt ganz von der Phase im Jahr ab. Im Winter trainiere ich 45 Stunden die Woche. Momentan werden es vielleicht noch 35 Stunden sein, wenn überhaupt. Zum Wettkampf hin wird das dann auch deutlich weniger. Ich bin jemand, der viel Regenerationszeit braucht, weil ich viel und hart trainiere. Dementsprechend braucht mein Körper die Zeit um zu regenerieren.

Welche Disziplin nimmt wie viel Anteil in Deinem Training ein?
Auf Jahreskilometer verteilt, bin ich etwa 1.150 bis 1.200 Kilometer im Wasser, 14.000 bis 15.000 Kilometer auf dem Rad, und knapp 5.000 Kilometer Laufen.

Hast Du eine spezielle Ernährungsberatung?
Ich arbeite sehr viel mit Wolfgang Feil zusammen, der meinen Horizont sehr erweitert hat. Ich habe mich schon immer sehr für Ernährung interessiert. Aber wir haben uns sehr gut ergänzt, vielleicht haben wir sogar etwas voneinander gelernt. Er hat mir gezeigt, dass man mit kleinen Zutaten sehr viel bewegen kann.

Du bist 2008 bei der Wahl zum Sportler des Jahres Dritter geworden. Das spricht ja auch für die Anerkennung der Sportart.
Das war eine große Ehre für mich. Wenn auch nicht so eine große Ehre wie von den Sportlern zum Champion des Jahres gewählt zu werden, das war natürlich eine Riesen-Nummer. Aber für die allgemeine öffentliche Meinung war diese Anerkennung ein Sprung für den Triathlon.

Magst Du vor dem Wettkampf lieber Stille oder lieber Trubel?
Das muss eine Mischung aus beidem sein. Aber ich brauche auf jeden Fall die Stille. Den Trubel brauche ich nicht unbedingt vor dem Wettkampf, aber ich genieße ihn bis zu einem gewissen Punkt. Wenn der erreicht ist, muss ich abschalten.

Wenn Du dich frei entscheiden kannst beim Training, was ist dir lieber: Laufen oder Rad fahren?
Ich würde fast „Laufen“ sagen. Es hängt aber ganz stark davon ab: Gerade in der Frühsaison, wenn wir im Frühling im Trainingslager zum Beispiel in den Pyrenäen sind, dann ist Rad fahren natürlich einmalig. Wenn es aber drauf ankommt, ist es grundsätzlich so, dass die Form und die Leichtigkeit beim Laufen kommen.

Beim Schwimmen: Freibad oder Freigewässer?
In Deutschland auf jeden Fall Freigewässer. In Australien zum Beispiel lieber im Freibad, weil es dort abgesperrte Bahnen gibt und man dort auf- und abtrainieren kann.

Beim Training: lieber in der Gruppe oder alleine?
Allein!

Am Abend vor dem Wettkampf: Selbst Kochen oder kochen lassen?
Kochen lassen!

Pasta oder Pellkartoffeln?
Reis.

Fisch oder Fleisch?
Fisch.

Wenn Du ein allgemeines sportliches Vorbild hast, sofern Du eines hast, welches ist das?
Mein sportliches Vorbild ist nach wie vor Haile Gebrselassie. Er ist einfach ein cooler Hund, der mit einem Lächeln im Gesicht Hochleistung bringt.

Hast Du ihn schon mal persönlich getroffen?
Nein, persönlich kenne ich Kenenisa Bekele, den habe ich in Peking im olympischen Dorf mal über den Haufen gerannt. Da bin ich mit Mütze, Brille und Kopfhörern und einem 5-Minuten-Schnitt eine Ein-Kilometer-Tartan-Bahn entlang geschlappt. Auf einmal bin ich über jemanden gestolpert und dachte mir im ersten Moment: „Was macht denn hier so ein Penner von Funktionären?“ Der war wahrscheinlich im 6-Minuten-Tempo unterwegs. Und dann sah: „Ups, den kenne ich doch!“

Hast Du ein triathletisches Vorbild oder hattest Du je eins?
Vorbild nicht direkt. Simon Richfield ist ein Freund von mir, ich respektiere ihn sehr und schaue zu ihm in gewisser Weise auch auf.

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