Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun

Frodeno und Ryf sind 70.3-Weltmeister

Temperaturen über 30 Grad und eine harte Radstrecke verlangten den Teilnehmern in Zell am See-Kaprun alles ab. Jan Frodeno und Daniela Ryf sicherten sich die 70.3-WM-Titel.

Ironman 70.3 WM Zell am See - Die Bilder
Frodeno gewinnt 70.3-WM

Jan Frodeno sichert sich überglücklich seinen ersten WM-Titel in Zell am See.

Bild: Mark Sjoeberg

Die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft fand bei seiner 10. Ausgabe erstmals in Europa statt. Das österreichische Zell am See-Kaprun richtete so neben dem normalen Halbdistanz-Rennen am Samstag einen Tag später noch ein separates Rennen um die WM-Krone aus.

Die schönsten Bilder des Ironman 70.3 Zell am See von Fotograf Mark Sjoeberg finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Wie das Salzburger Land vermuten ließ, forderte die Strecke den Teilnehmern viel ab. Allerdings war es nur die Radstrecke, die mit einem langen Anstieg auf circa 1.300 Meter auch den Profis das Laktat in die Beine schießen ließ. Insgesamt 1.288 Höhenmeter stellten sich den Triathleten zwischen den Wechselzonen in den Weg. Die wenig profilierte Laufstrecke führte am Zeller See entlang.

Gómez von deutschem Quartett verfolgt beim Ironman 70.3 Zell am See

Als um 10:45 Uhr der Startschuss fiel, war zu erwarten, dass Kurzdistanzler Javier Gómez für ein schnelles Schwimmen sorgen würde. Nach den 1,9 Schwimm-Kilometern im Zeller See stieg er als Erster nach 22:12 Minuten aus dem Wasser. Schon letztes Jahr konnte er sich im kanadischen Mont Tremblant den Titel holen – vor Jan Frodeno. Innerhalb von nur drei Sekunden folgte das deutsche Trio um Andreas Böcherer, Jan Frodeno und Michael Raelert. Auch Roth-Sieger Nils Frommhold war mit zehn Sekunden Rückstand in Schlagweite.

Auf der Radstrecke war es dann allerdings Andreas Dreitz, der für ein Ausrufungszeichen sorgte. Nach etwa 35 Kilometern war der lange Anstieg auf den Hochkönig mit fast 650 Höhenmetern vorüber. Von da an verliefen die übrigen zwei Drittel der Radstrecke ohne nennenswerte Steigungen, sodass Dreitz in immer noch sehr schnellen 2:07:35 Stunden vom Rad stieg. Keine Minute dahinter kamen mit Jan Frodeno und Andreas Böcherer schon die ersten Verfolger in die Wechselzone. Mit 3:16 Minuten Rückstand erreichte Sebastian Kienle das Ende der Radstrecke. Hinter Kienle lauerten jedoch unter anderem mit Michael Raelert und Javier Gómez zwei ganz starke Läufer, die beide den abschließenden Halbmarathon schon in unter 1:10 Stunden gelaufen sind. Das gelang allerdings an diesem Tag keinem. Zu warm war das Wetter und zu kraftraubend der Anstieg auf den Hochkönig.

Auf dem Rad fuhr er allen davon, beim abschließenden Halbmarathon musste Andreas Dreitz dafür Leergeld zahlen.

Bild: Mark Sjoeberg

Frodeno siegt vor Kienle und Gómez beim Ironman 70.3 Zell am See

Wie erwartet ging Jan Frodeno schon nach einem Kilometer in Führung und verteidigte diese bis ins Ziel, sodass er sich unter der Begeisterung der vielen Zuschauer auf den letzten Metern feiern lassen konnte. Bei 3:51:19 Stunden blieb letztlich die Uhr stehen. Dahinter lieferte Sebastian Kienle eine sehr starke Laufleistung ab. Er hielt sich alle besser eingeschätzten Läufer vom Leibe und konnte in 1:15:22 Stunden die zweitbeste Halbmarathon-Zeit laufen. Am Ende kam Kienle sogar bis auf 1:29 Minuten an den Sieger heran und finishte in 3:52:48 Stunden. Der letztjährige Weltmeister Javier Gómez belegte mit 3:55:05 Stunden den dritten Platz. Dahinter übersprintete der Belgier Bart Aernouts, der mit 1:14:55 Stunden schnellster Läufer war, Michael Raelert, sodass die beiden die Plätze vier und fünf in 3:56:28 Stunden und 3:56:34 Stunden belegten. Das überragende deutsche Ergebnis vervollständigten Andreas Böcherer (3:56:52 Stunden) und Andreas Dreitz (3:58:58 Stunden) mit den Plätzen sechs und neun. Vor allem Dreitz musste seiner starken Radperformance Tribut zollen, was seine Laufzeit von 1:24:37 Stunden erklärte. Für die für vordere Platzierungen mitfavorisierten Nils Frommhold (4:09:38 Stunden) und Maurice Clavel (4:10:11 Stunden) reichte es am Ende leider nur für die Plätze 22 und 24.

Daniela Ryf dominiert die Frauenkonkurrenz

Drei Minuten nach dem Schwimmstart der Männer ging es für die Frauen ans Eingemachte. Bereits nach dem Schwimmen konnte keine der Konkurrentinnen mehr an der späteren Siegerin Daniela Ryf dran bleiben. Mit 23:46 Minuten schwamm die Schweizerin sogar schneller als ein Großteil der männlichen Profis. Lediglich Ricarda Lisk und die US-Amerikanerin Alicia Kaye konnten mit 17 Sekunden Abstand Kontakt zur Führenden halten.

Spätestens auf dem Rad zeigte Ryf ihren Verfolgerinnen dann, dass sie einen klasse Tag erwischt hat und kaum zu schlagen sei. Als sie nach einer Radzeit von 2:21:10 Stunden in die Wechselzone ging, war ihr Anja Beranek mit knapp vier Minuten Rückstand am dichtestes auf den Fersen, verlor aber weitere rund achteinhalb Minuten beim Laufen.

Ryf holt sich den Titel vor Wurtele und Beranek beim Ironman 70.3 Zell am See

So konnte sich Daniela Ryf mit einem Halbmarathon von 1:22:51 Stunden den überlegenden Sieg in 4:11:34 Stunden sichern. Hinter ihr schob sich die Kanadierin Heather Wurtele mit 4:23:07 Stunden noch an der Deutschen Anja Beranek, die 4:24:10 Stunden benötigte, vorbei. Trotz der langsamsten Laufzeit unter den ersten zehn Frauen, lieferte Beranek eine ganz starke Vorstellung ab und belohnte sich mit einer WM-Medaille. Für weitere Top-Platzierungen sorgten Julia Gajer in 4:29:53 Stunden sowie Ricarda Lisk in 4:30:47 Stunden und belegten damit die Plätze sechs und acht.

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