Hitzerennen

Eneko Llanos gewinnt Ironman Frankfurt 2013

Der Spanier Eneko Llanos hat sich gegen ein Weltklasse-Spitzenfeld beim Ironman Frankfurt 2013 durchgesetzt. Jan Raphael belegte nach einem couragierten Auftritt Rang zwei.

Ironman Frankfurt 2013 - Bilder

Noch nie war ein Ironman auf dem europäischen Festland stärker besetzt als das Frankfurter Rennen in diesem Jahr. Sebastian Kienle, Pete Jacobs, Marino Vanhoenacker, Michael Raelert, Eneko Llanos - um nur die prominentesten Namen zu nennen. Der Kreis der Top-Favoriten war so groß, dass sich jede Spekulation im Vorfeld erübrigte. Einen Überraschungssieger gab es daher nicht, dafür aber viele Überraschungsmomente im Rennen selbst. Am Ende konnte der Spanier Eneko Llanos bei hitzigen Temperaturen an die 30 Grad den kühlsten Kopf bewahren und lief nach einem konstanten und extrem starken Marathon zum Sieg. Mit einem Zielsprint gegen die Uhr kurz vor dem Ende des Rennens schaffte Llanos mit 7:59:58 Stunden sogar den Sprung unter die 8-Stunden-Marke - eine Topzeit, beachtet man die unglaublich harten Bedingungen an diesem Sonntag.

Für runnersworld.de war Norbert Wilhelmi beim Ironman Frankfurt vor Ort und hat das Rennen mit seiner Kamera festgehalten. Seine tollen Bilder finden Sie in einer umfangreichen Fotogalerie weiter oben.

Es ist bisher das Jahr des Eneko Llanos - gewinnt der Spanier auch den prestigeträchtigen Ironman auf Hawaii?

Bild: Norbert Wilhelmi

Der Startschuss für den 12. Ironman Frankfurt 2013 fiel früh morgens um 6.45 Uhr. Die mehr als 100 Profi-Athleten sowie rund 2.600 Altersklassen-Triathleten stürzten sich ins Ironman-Abenteuer, das mit einem 3,8 Kilometer langen Schwimmen im Langender Waldsee begann. Im Profifeld machte Michael Raelert, dessen Bruder Andreas Raelert den Ironman Klagenfurt in diesem Jahr gewinnen konnte, von Beginn an Druck. Bis auf Sebastian Kienle, der als eher durchschnittlicher Schwimmer gilt und zudem nicht in Topform an den Start ging, blieben alle Titel-Aspiranten zusammen.

Während nach dem Schwimmen noch alle Favoriten dicht beisammen waren und quasi zeitgleich aus dem Wasser stiegen, selektierte sich das Feld schnell auf dem Rad. Der Belgier Marino Vanhoenacker übernahm rasch die Spitze und machte vorn das Tempo. Nach 180 Kilometern auf dem Rad hatte er in seiner stärksten Disziplin einen beachtlichen Vorsprung von knapp fünf Minuten herausgefahren. Aber schon beim Wechsel in die Laufschuhe war zu sehen, dass Vanhoenacker sich beim Radfahren vielleicht übernommen hatte: Frisch wirkte der Belgier nicht mehr und sein Laufstil war unrund und steif.

Erst fünf Minuten später fuhr die fünfköpfige Verfolgergruppe mit Andreas Böcherer, Jan Raphael, Pete Jacobs, Eneko Llano und Axel Zeebroek ein. Michael Raelert kam noch einmal fünf Minuten später als die Verfolgergruppe in die zweite Wechselzone. Sebastian Kienle, für seine Radstärke gefürchtet, konnte den Anschluss auf dem Rad nicht halten. Nach dem Wechsel stürmte er jedoch aus der Wechselzone heraus, als hätte es sich um eine Kurzdistanz gehandelt. Auf den folgenden 42,195 Kilometern versuchte der Karlsruher noch soviel Plätze wie möglich gut zu machen.

Sebastian Kienle profitierte nicht zuletzt auch davon, dass vor ihm reihenweise Top-Athleten hochgingen: Als Ersten erwischte es Marino Vanhoenacker, der vom vorbeifliegenden Jan Raphael überrollt wurde, und infolgedessen kein läuferischen Tritt mehr fand und die zweite Marathonhälfte mehr gehend als laufend zurücklegte. Und auch der amtierende Ironman-Hawaii-Champion Pete Jacobs musste den heißen Bedingungen Tribut zollen und legte Geh- sowie Toilettenpausen ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte Eneko Llanos die Führung übernommen und verwies Jan Raphael auf den zweiten Platz, der zu diesem Zeitpunkt jedoch auch mit Magenproblemen zu kämpfen hatte.

Kristin Möller

Bild: Norbert Wilhelmi

Kristin Möller hatte gut lachen, denn die deutsche Triathletin lief mit einem fulminanten Marathonlauf von 2:57 Stunden auf den dritten Platz vor.

Trotzdem konnte sich der Hannoveraner fangen und verteidigte fortan den zweiten Rang, während Llanos an der Spitze des Feldes seinen Rhythmus gefunden hatte und ein souveränes Rennen ablieferte. Nach 7:59:58 Stunden überquerte der Spanier die Ziellinie. Platz zwei nach 8:07:19 Stunden erkämpfte sich Jan Raphael mit einem couragierten Auftritt. Der Niederländer Bas Diederen wurde Dritter in 8:12:07 Stunden. Michael Raelert kämpfte sich bis zur völligen Erschöpfung zu Platz sieben (8:16:58 Stunden), Sebastian Kienle wurde mit 8:18:38 Stunden Neunter.

Bei den Frauen konnte sich die Dänin Camilla Pedersen durchsetzen. Nach einem soliden Marathonlauf machte sie ihren Sieg nach 8:56:01 Stunden perfekt. Erst bei Rennkilometer 30 auf der Laufstrecke konnte sie die bis dahin führende Jodie Swallow abfangen, die aber ihrerseits den Vize-Europameistertitel nicht mehr hergab und nach 8:58:43 Stunden finishte. Für Aufsehen sorgte Kristin Möller, die sich mit einem fulminanten Marathonlauf in 2:57 Stunden von Platz zwölf nach dem Radfahren auf Rang drei vorschieben konnte. Ihre Endzeit betrug am Ende 9:01:55 Stunden.